Zu Hause bleiben, streamen und Stücke lesen

In den nächsten Wochen stellen wir an dieser Stelle verschiedene neue (und ältere wieder zu entdeckende) Stücke aus unserem Programm vor. Gerne schicken wir Ihnen diese von Home Office zu Home Office - schreiben Sie uns, dann fühlen wir uns alle nicht so allein.

Gerne weisen wir zudem auf aktuelle Online-Angebote, Initiativen sowie Streams unserer Verlagswerke hin.

Ab dem 3. April streamt die Oper Stuttgart auf ihren Seiten Marco Štormans phänomenale Inszenierung NIXON IN CHINA. Der BR nannte Štormans Deutung »triumphal« und wählte die Inszenierung zu einer der 10 bemerkenswertesten Arbeiten 2019.

Ebenfalls seit dem 3. April online ist Kay Voges' PARALLELWELT (Berliner Ensemble und Theater Dortmund).

Am 6. April zeigen die Münchner Kammerspiele DAS ERBE von Olga Bach, inszeniert von Ersan Mondtag.

Für Ihre Inszenierung von Ulrich Alexander Boschwitz packendem Roman DER REISENDE bekam Kathrin Mädler am Landestheater Schwaben viel Zuspruch. Die Inszenierung wird am Ostermontag auf den Seiten des Theaters und bei Nachtkritik gestreamt.

Für die Website des BR schreiben AutorInnen für das »Zündfunk Corona-Tagebuch«. Unter dem Titel »Die rote Zone« erzählt Björn Bicker, was wir neben Nudeln, Dosenfleisch und Klopapier sonst noch zum Überleben benötigen. Weitere Texte aus seinem Corona-Tagebuch finden Sie hier.

Mit »Stoff für den Shut-Down« entsteht gerade ein Print-Zine mit Texten »von jetzt zu jetzt«. Katja Brunner und viele andere Autorinnen und Autoren schreiben für die Gemeinschaft im Lockdown. Dazu läuft ein Crowd Funding, das weiterhin mit Spenden unterstützt werden kann.

Die Premiere von Anne Leppers SEYMOUR am 29.03.2020 Staatstheater Darmstadt wird ebenso verschoben werden müssen wie die Uraufführung von Nis-Momme Stockmanns HERZ DER KRAKE (27.4.2020, Deutsches Theater, Berlin).

Bleiben Sie gesund & bis bald,

Marc Schäfers und Tobias Philippen

»Das Herz der Krake« von Nis-Momme Stockmann

DAS HERZ DER KRAKE ist mehr als ein engagierter Schlagabtausch eingespielter Positionen. Mit geradezu furchteinflößender Gelassenheit dringt Stockmanns Text in die Widersprüchlichkeit und die Scham der Geschichte und seiner Figuren und zeichnet ein häßliches, ein bisweilen angstmachendes Bild deutscher Gegenwart, heimgesucht von einem Haß ohne Erinnerung, der laut tönt und doch keine Worte findet.

»Black Square« von Philipp Stadelmaier

Dick und Duck, ein distinguiert-bürgerliches Pärchen, werden umgarnt und verführt von  zwei Personen, die plötzlich auftauchen und sich einfach nur »Black Square« nennen: zwei schwarze Racheengel, die angeblich direkt aus der Zukunft kommen, von einem Ort afrofuturistischer Utopie, angesiedelt zwischen Addis Abeba und Lagos. Es entsteht eine merkwürdige Atmosphäre, oszillierend zwischen sexuell mehrdeutiger Anziehung, freundlich-überheblicher Hilfestellung und subtiler Bedrohung.

»Angstbeißer« von Wilke Weermann

Wilke Weermanns Figuren beherrschen die Sprache der Einsamkeit, den Code der Zweckgemeinschaft. Zum Fixpunkt ihrer verloren gegangenen Gespräche werden die anonymen Anderen. Ein gutes Gefühl, daß da noch jemand ist, nach dem man treten kann. Jede lakonische Beleidigung, jede Aussage, die ein kleines Bißchen zu weit geht – das wird man doch wohl noch … –, erzeugt ein leichtes Kribbeln und verspricht eine kurzfristige Linderung von der Enttäuschung, die das eigene Leben bereithält.

Neuigkeiten
Gerty-Spies-Literaturpreis für Milo Rau

Der Gerty-Spies-Literaturpreis geht im Jahr 2020 an Milo Rau. »Die Jury wählte Milo Rau aus, weil er wie kein anderer Kunst, Literatur und Politik verbindet«, heißt es in der Begründung der Jury. Zu den bisherigen Preisträger*innen zählen u. a. Navid Kermani, Juli Zeh, Günter Wallraff, Eva Menasse und Christoph Hein. Milo Rau ist der erste Regisseur und Dramatiker, der mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet wird. 

Anta Helena Recke zum zweiten Mal in Berlin

Herzlichen Glückwunsch an Anta Helena Recke und Helgard Haug, die mit ihren aktuellen Arbeiten zum (nun abgesagten) Berliner Theatertreffen 2020 eingeladen sind. Recke ist nach 2018 bereits zum zweiten Mal beim Theatertreffen. Damals wurde ihre Inszenierung »Mittelreich«eingeladen, diesmal ist sie mit der nachfolgenden Arbeit (ebenfalls Münchner Kammerspiele) DIE KRÄNKUNGEN DER MENSCHHEIT (eine Koproduktion mit dem HAU, Berlin, Kampnagel Hamburg und Mousonturm, Frankfurt/M.) dabei. Helgard Haug ist als Teil der Gruppe Rimini-Protokoll ebenfalls ein wiederkehrender Gast des Berliner Theatertreffens. Bei CHINCHILLA ARSCHLOCH WASWAS (Mousonturm und Schauspiel Frankfurt) zeichnet sie für Text und Regie allein verantwortlich.

»Nationalstraße« in deutschen Kinos

Der auf dem Stück von Jaroslav Rudiš' NATIONALSTRASSE basierende Kinofilm ist bald auch in deutschen Kinos zu sehen. Sehen Sie hier den deutschen Trailer!

Falk Richter geht nach München

Falk Richter wird Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen. Er schließt sich zur nächsten Saison dem Leitungsteam um die designierte Intendantin Barbara Mundel an, wie die Zeit berichtet. Richter, geboren 1969 in Hamburg, gehört zu den bekanntesten Regisseuren und Dramatikern im deutschsprachigen Raum. Mit seiner Inszenierung von Elfriede Jelineks »Am Königsweg« wurde er 2018 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Sein aktuelles Stück »in my room« ist in eigener Inszenierung am Maxim Gorki Theater in Berlin zu sehen.