Nachdem Björn Bickers Theatertext ILLEGAL als Buch bereits 2010 im Verlag Antje Kunstmann, München, erschienen ist, debütiert Bicker mit WAS WIR ERBEN (ebenfalls bei Kunstmann) in diesem Frühjahr mit einem Roman. Hendrik Heinze portraitiert das Buch auf BR Online. Elisabeth ist Schauspielerin an einem renommierten Theater. Mit Holger, einem Arzt, lebt sie das, was man ein geordnetes, erfolgreiches Leben nennen könnte. Bis ein Fremder sie anruft und behauptet, ihr Bruder zu sein. Er sei sich ganz sicher und auch schon in der Stadt, ob sie sich sehen könnten. Bei ihrem Treffen zeigt er ihr ein Foto: ihr Vater und seine Mutter während der Olympischen Spiele in München, 1972. Elisabeths Geburtsjahr – und das des halben Bruders. Seine Mutter sei gestorben, ob Elisabeth ihm mehr über seinen Vater erzählen könne. Sie deutet an, daß es nicht leicht war mit dem Vater, dem Flüchtling, dem Trinker, dem Soldaten. Ein Leben im frostigen Schlagschatten der deutschen Geschichte. Auf den Spuren des Vaters landet sie in dessen Geburtsstadt, die in jenem doppelt untergegangenen Land liegt, in dem für sie Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität verschmelzen. Die echten und die erfundenen Gespenster der deutschen Geschichte tauchen in Elisabeths Leben wieder auf: das Politische, das Private, die Liebe, der Hass, Betrug und Wahrheit, das Theater und die Wirklichkeit.
