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theater und medien
Theater
Zitate

»Winkler schreibt Figuren, die nicht weniger als ihren Platz in der Welt, den Sinn des Lebens, eine Aufgabe im Leben suchen. Figuren, die durch ihr Reden ihr Tun reflektieren, wortspielerisch assoziieren, sich gegenseitig provozieren und dadurch ihre Haltung zur Welt einnehmen. Der Sprechakt wird zugleich zum Versuch der Selbstdefinition, zur Suche nach Identität. Reden ist in seinen Texten auch immer die Suche nach einem adäquaten Gegenüber. Nach jemandem, der zuhört, mit dem man sich identifizieren kann oder auch nicht, mit dem man vielleicht einen gemeinsamen Plan schmieden kann.« 

(THEATER HEUTE)

Person

Geboren 1981 in Graz, studierte Christian Winkler Germanistik in Graz und Regie und Kulturmanagement in London am Goldsmiths College. Für das Schauspielhaus Graz hat er die Soap Life of Graz Vol. 1-6 als Auftragswerk geschrieben, sowie im Rahmen des Internationalen Blogfestivals 2008 einen Internet-Blog für die Bühne bearbeitet und inszeniert (Friss was du bist). Er ist Gewinner des Retzhofer Literaturpreises 2007, den er für sein Stück Operation Kurczak and the Art of Camouflage erhielt. Es folgten Einladungen zum Tag der Autoren am Staatstheater Mainz (2007 u. 2008) sowie zur Stückentwicklungswoche von uniT (2007 u. 2008); für sein letztes Theaterstück ALYONA erhielt er 2007 das Auslandstipendium für Kunst des Landes Steiermark und wurde für den bestOFF Theaterpreis nominiert. 2008 erhielt er das Dramatikerstipendium der Republik Österreich sowie das Stipendium der Literar Mechana. Im gleichen Jahr wurde er mit GRABEN zu den Werkstatttagen am Burgtheater eingeladen. 2009 schrieb und inszenierte er im Auftrag des Schauspielhauses Graz DON QUIXOTE UND DIE HELDEN DER MANTSCHA. Ende Oktober 2010 wird im Theaterhaus Jena sein Stück RÄUBERZELLE zur Uraufführung kommen. Er arbeitet als freier Regisseur und Autor in Österreich, Deutschland und England und ist Teilnehmer des Szenischen Schreiben Lehrganges bei uniT. Christian Winkler lebt und arbeitet in Hamburg.

RÄUBERZELLE in Jena

Im Oktober 2010 kommt im Theaterhaus Jena das neue Stück RÄUBERZELLE von Christian Winkler zur Uraufführung. DER STANDARD schreibt im Juni anlässlich eines »Tryouts« des Stückes am Schauspielhaus in Wien: »Aus Gesprächen mit einem realen Einbrecher montiert Christian Winkler sein Räuberprojekt, das im Oktober in Jena durch Franz von Strolchen uraufgeführt werden wird: In Wien bildete das Stück als ein auf vier fantastische Schauspieler aufgeteilter Monolog den temporeichen Höhepunkt des Abends. Winkler erzählt die skurrile Geschichte Karls, der zwei Drittel seines Lebens in Haft verbrachte, mit szenischem Einfühlungsvermögen und Witz.« 

Gewinner des Schaubühnen-Stückepreises

Der Gewinner des 6. Stückewettbewerbes der Berliner Schaubühne ist Christian Winkler. Sein Stück IN DEN ARKADEN wurde am 7. März im Rahmen von »F.I.N.D.10 - Die drei Amerikas« in einer szenischen Lesung präsentiert.

 

Werke
Das Räuberprojekt (AT)

UA: Oktober 2010, Theaterhaus Jena

»Mit 14 hat es angefangen und jetzt bin ich 51 und habe knapp 30 Jahre Haft hinter mir.« Das Räuberprojekt erzählt die Lebensgeschichte des ehemaligen Berufseinbrechers Karl H. Christian Winkler hat dafür Gespräche mit einem realen Einbrecher geführt. Die Interviews, die der Autor in dem Stück zu Erzählungen und Dialogen verdichtet, geben einen irritierenden und faszinierenden Einblick in eine Welt, die einem sonst verschlossen bleibt. Sie irritieren deshalb, weil Winkler den Zuschauer in seiner Selbstsicherheit erschüttert, etwa wenn Karl H. technisches Handwerk oder die Strategie beim Einbruch in ein Einfamilienhaus erläutert oder auch erzählt, wie Gelegenheit Diebe macht. Das Stück irritiert aber vor allem auch deshalb, weil Karl H. mit seinem Lebenskonzept an den Festen einer demokratischen Gesellschaft rüttelt.

Alyona

UA: 26.2.2008, Theater am Lend, Graz; Arcola Theatre (London), Austrian Cultural Forum (London). Nominiert mit dem BestOFF-Award 2008.

In einem vereinsamten Schlachthof im fiktiven Dorfe Alyona haben sich die drei Arbeitskolleginnen Heather, Judy und Anna ihre eigene Welt aufgebaut. Der Boss des Schlachthofes ist tot - mit ihm hatten die drei Frauen anscheinend ein Problem. Nun schlagen sie eben die Zeit tot. Die drei haben ihre ganz eigenen Beschäftigungen gefunden, um sich vom Alltag abzulenken - eigentlich ist das Ablenken schon zu einem Alltag geworden.

ZEIGENDon Quixote und die Helden der Mantscha

UA: 8. April 2009, Schauspielhaus Graz

Die Stadt in ihrem Rücken, mit dem Blick auf die Mantscha, sitzen sie da. Don und Sancha. Warum hat Don sie hierhergeführt? Was will er hier? Und warum hat er eine Pistole dabei? Was ist passiert? Doch Don spricht nicht mehr über das, was war. Er hat den Glauben an die Gesellschaft verloren und will vergessen. Will einen Systemneustart, abseits der Stadt.

ZEIGENDie Entstehung der Arten

Christian Winkler entwickelt ausgehend von Darwins »Die Fahrt der Beagle« einen dokufiktionalen Theaterabend, der spielerisch um die Entstehung der wichtigsten evolutionsbiologischen Theorie kreist. Müssen sich Wissenschaft und Religion prinzipiell ausschließen? Wie kann es sein, dass sich heute wieder eine derart heftige Gegenbewegung zu den evolutionstheoretischen Überlegungen Darwins formiert? Und könnte der Kapitalismus in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen?

ZEIGENGraben

UA: Januar 2010, hotINK-Festival New York

Ein Haus irgendwo auf dem Land. Karl, der einst in die Stadt floh, kehrt in Begleitung des jungen Harald zurück, um seinen Jugendfreund Gotfried wiederzusehen. Hier sind sie nun: Drei Männer, die sich nahe sind oder vielmehr einmal nahe waren. Wahre Wiedersehensfreude sieht anders aus. Zwischen Karl und Gotfried, den einst unzertrennbaren Jugendfreunden, klafft eine deutliche Lücke aus Unausgesprochenem und Verdrängtem. Ein Stück über die Vergangenheit und die Gegenwart, vor allem aber ein Stück über Freundschaft mit ihren ureigenen Gesetzen, die niemand außerhalb dieser Verbindung verstehen kann.

In den Arkaden

Eric hat seinen Rhythmus verloren. In einem Vergnügungspark hofft er, diesen wieder zu finden und trifft dort auf Figuren eines eigenartig-vergnügten Alltags. Er begibt sich auf einen Trip, der ihn erkennen läßt, was Zynismus aus ihm gemacht hat, was Flexibilität und Authentizität für ihn bedeuten und vor allem, daß man sich nur dann wirklich vergnügen kann, wenn einem dabei so richtig schwindelig wird.

Operation Kurczak and the Art of Camouflage

Arbeitswelten. Privatwelten. Sechs Figuren treffen aufeinander. Privat. Geschäftlich. Gewollt. Zufällig. Was man gemeinsam hat ist, daß man wenig gemeinsam hat. In einem kleinen Kaufhaus an der Ecke schmiedet man Pläne für die Zukunft. Läßt die Vergangenheit sich einholen. Die Gegenwart ist sowieso jetzt. Hier trifft Kommunismus lakonisch auf Kapitalismus. Pazifismus auf sein brutales Gegenteil. Denn immer am jeweils anderen muß man sich von den eigenen Sehnsüchten, Schmerzen und Ängsten befreien. Auch politisch. Irgendwie. Oder sexuell. Durchaus ganz ungefährlich. Zumindest. Vorerst.