Man hat ihn für unzeitgemäß und tot erklärt, aber die kleinste Zelle der Demokratie, der Stammtisch, lebt. Das Theaterkollektiv rund um Regisseur Franz von Strolchen und Autor Christian Winkler baut in seiner Trilogie des Zusammenlebens, deren erster Teil während der Lessingtage Premiere haben wird, dokufiktionale Brutstätten der Gemeinschaft in einer der bekanntesten Kneipen Hamburgs nach, im „Zum Silbersack“ auf St. Pauli. In fünf europäischen Biografien erzählt Regisseur Franz von Strolchen von Individuen, die aus dem System gefallen sind, Menschen, die wieder von Gemeinschaftsutopien träumen. Eine Krisenfotografin reist durch die Welt und versucht, Menschen auf Bildern zu vereinen, ein Astronaut träumt von der Möglichkeit einer kompletten Menschenkolonie im Weltraum, ein EU-Politiker berichtet von seinem Rücktritt und dem Neustart in seinem Kopf, eine Gesellschafterin erzählt von ihrem bankrotten Imperium und den maroden Restzusammenhängen, ein Vertreter bleibt auf seinen Wunderpillen sitzen. Die Uraufführung am 29. Januar 2013 findet im Rahmen der Lessingtage und in Kooperation mit dem Thalia Theater Hamburg statt.