»Im Zentrum von FEGEFEUER steht die Estin Aliide Truu, die zu Beginn der sowjetischen Besatzungszeit in ihrem Haus den Widerstandskämpfer Hans verbirgt. Aliide hat im Grunde eine sehr einfache Vision vom Leben: Sie sucht ein privates, gänzlich unpolitisches Glück. Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so – grausame Verhöre, und schlimmer noch: die Scham der Erinnerung an diese grausamen Verhöre, bringen Aliide schließlich dazu, ihre Schwester und Nichte zu denunzieren und der Deportation preiszugeben. Die Ereignisse werden nach und nach in Rückblenden aufgerollt, wenn vierzig Jahre später die Zwangsprostituierte Zara, die sich als Enkelin der deportierten Ingel entpuppt, bei Aliide Zuflucht sucht. Nach und nach zeichnet sich in Aliide das Bild einer Frau, die sich in ein komplexes Netz aus Selbstschutz und Selbstbetrug, Verrat und Opportunismus, sehnsüchtigem Verlangen und hartleibigem Pragmatismus einwebt.«