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theater und medien
Theater, Hörspiel, Prosa, Lyrik
Zitate

»Stockmann kann etwas Ungewöhnliches. Weil er das Gewöhnliche will. So zeigt er den Schrecken und die Abgründe ganzer Welten als Beziehung, Spannung, Anziehung, Abstoßung, Vernichtung, Sehnsucht, Verzweiflung: zwischen Menschen. Stockmann ist der Sanitäter, der schöne, durchaus poetengesalbte, manchmal leicht kitschgetränkte, immer aber menschenfreundliche Wortwundverbände anlegt. Er ist der Mann, der die Welt schmeckt. Auch wenn nirgends Hoffnung ist – wo Stockmann hintritt, wächst Gras.«
(Gerhard Stadelmaier in der FAZ)

Person

1981 auf Föhr geboren, studierte Nis-Momme Stockmann »Sprache und Kultur Tibets« in Hamburg, Medienwissenschaften im dänischen Odense und machte eine Ausbildung zum Koch, bevor er an der Universität der Künste Berlin »Szenisches Schreiben« studierte. 2005 gewann er beim internationalen Filmfestival in Odense den 1. Preis für seinen Kurzfilm »Ignorans«.

Mit seinem Stück DER MANN DER DIE WELT ASS wurde Stockmann beim Heidelberger Stückemarkt 2009 mit dem Haupt- und Publikumspreis ausgezeichnet. Das prämierte Stück wurde am 17. Dezember 2009 in Heidelberg uraufgeführt.

Beim Berliner Stückemarkt reüssierte das Stück ebenfalls – die Jury verlieh dem Autor den Werkauftrag des tt Stückemarkts Berlin. Für die Spielzeit 2009/10 schrieb Stockmann mit KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN ein neues Stück für das Staatstheater Stuttgart, das in der Regie von Annette Pullen uraufgeführt wurde. Die Inszenierung wurde zu den Mülheimer Theatertagen und ins Rahmenprogramm des Berliner Theatertreffens 2010 eingeladen. Das Stück wurde außerdem von Radio Bremen als Hörspiel produziert.

Zwischen 2009-12 war Nis-Momme Stockmann Hausautor am Schauspiel Frankfurt. Die erste Uraufführung dieser auf insgesamt drei Jahre angelegten Zusammenarbeit fand im Januar 2010 statt (DAS BLAUE BLAUE MEER). Der RBB adaptierte das Stück für das Hörspiel (Ursendung: 15.1.2010).

In der Kritikerumfrage des Fachmagazins »Theater Heute« wurde Nis-Momme Stockmann mit großer Mehrheit zum »Nachwuchsdramatiker des Jahres 2010« gewählt. 2010 erhielt Stockmann den Förderpreis des Friedrich-Schiller-Gedächtnispreises sowie 2011 den Friedrich-Hebbel-Preis.

Stockmanns Werke wurden mehrfach an deutschsprachigen Theatern nachgespielt, u.a. am Bayerischen Staatstheater München, am Staatstheater Hannover, am Theater Basel und am Deutschen Theater Berlin.

Im Herbst 2010 wurden mit INGA UND LUTZ (8.10.2010, Staatstheater Braunschweig) und DIE ÄNGSTLICHEN UND DIE BRUTALEN (12.11.2010, Schauspiel Frankfurt) zwei neue Texte uraufgeführt. Am Theater Heidelberg produzierte Stockmann gemeinsam mit der Performance-Gruppe Herkules Manhattan das Stück EXPEDITION UND PSYCHIATRIE.

2012 entstand mit DER FREUND KRANK ein weiteres Stück für das Schauspiel Frankfurt (UA: 27.4.2012).

In der Spielzeit 2012/13 zeigt das Staatstheater Hannover die Uraufführung von TOD UND WIEDERAUFERSTEHUNG DER WELT MEINER ELTERN IN MIR (UA: 15.9.2012, Regie: Lars-Ole Walburg). Die Produktion wurden zu den Mülheimer Theatertagen 2013 eingeladen. Für Stockmann ist dies nach 2010 die zweite Einladung und  Nominierung zum Mülheimer Dramatikerpreis.

Stockmann schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa.

ZEIGENStockmann zum zweiten Mal für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert

Nis-Momme Stockmann ist mit seinem Werk TOD UND WIEDERAUFERSTEHUNG DER WELT MEINER ELTERN IN MIR zu den Mülheimer Theatertagen 2013 eingeladen. Nach 2010 (damals mit KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN) ist dies für Stockmann bereits die zweite Einladung an die Ruhr. Mit der diesjährigen Einladung wird nicht zuletzt auch der seltene Mut belohnt, den Lars-Ole Walburg und das Staatstheater Hannover bewiesen, indem sie das Große Haus mit dem in vielerlei Hinsicht ebenfalls großen Stück eines jungen Gegenwartsdramatikers eröffneten. Die HAZ schrieb dazu: »Ein großes Stück. Walburg hat daraus großes und trotzdem stellenweise federleichtes, wundersam schwebendes Theater gemacht. Stockmann gelingt etwas Seltenes: politisches Theater, das belehrt, ohne alles besser zu wissen. Er stellt einfach nur die richtigen Fragen«.

Werke
ZEIGENDie Ängstlichen und die Brutalen

Zwei Brüder stehen in der väterlichen Wohnung. Vor ihnen, in einem Sessel, liegt der tote Vater. Irgendwo im Hintergrund miaut eine Katze. Was tun? Jemanden rufen? Diesen Anblick kann man wirklich niemandem zumuten, am wenigsten dem toten Vater selbst. Also erstmal für Ordnung sorgen. Aber wo anfangen? Und was sind das für seltsame Zettel, die sie in der Hemdtasche des Toten vorfinden?

ZEIGENDas blaue blaue Meer

Mit urwüchsiger und anarchischer Schreibkraft erzählt Nis-Momme Stockmann von brüchiger Liebe, flüchtiger Hoffnung und tödlichem Stillstand. Seine ebenso abgründige wie berührende Geschichte vom jungen Säufer Darko und der Teenage-Prostituierten Motte verlegt er in die anonymen Wohnsilos einer Sozialsiedlung. Doch Stockmann stellt keine Menschen aus. In der grotesken Verdichtung seiner sozialen Schock-Utopie erkennen wir das Individuum und dessen lang abhanden gekommene Würde wieder.

ZEIGENExpedition und Psychiatrie

»Es ist eine Welt, die nur mit einem Bein in der Wirklichkeit steht«, beschreibt Stockmann die Atmosphäre seines Stückes. An einem phantastischen Ort am Meer herrscht Endzeitstimmung. Die Worte haben ihre Bedeutung, die Menschen ihren Sinn verloren. Zauberer Dariusz, Außenseiter und Sonderling, gerät an Bord der letzten großen Expedition, deren Ziel es ist, den Untergang abzuwenden.

ZEIGENDer Freund krank

Ein Mann in den Dreißigern kehrt zurück in seinen ›unglamourösen‹ Heimatort. Sein Jugendfreund Mirko ist verrückt geworden. Mirkos Frau Nora, in die der Heimkehrende einst verliebt war, pflegt den Kranken, von dem sie ein Kind erwartet. Der Ort selbst krankt am Strukturwandel. Das Aroma-Werk wird abgebaut. Stattdessen kommt die Autobahn. Der Mann bleibt trotz allem da. Ihn hält eine Mischung aus Sehnsucht und Schuldgefühl - denn auch er profitiert vom Ausverkauf des Ortes.

ZEIGENInga und Lutz

Beim nächsten Job wird alles anders. Lutz will sich selbständig machen. Mit Manni, seinem besten Freund. Beide sind gerade gekürzt worden und ihre Firma wird wohl auch bald dicht gemacht. Vorbei die Zeiten, in denen die beiden zwischendurch Kaffee mit Schnaps gekippt haben. Jetzt wird es ernst: Lutz und Manni brauchen Geld für ihre Geschäftsidee. Und dieses Geld hat Inga, die Freundin von Lutz. 

ZEIGENKein Schiff wird kommen

Stockmann erzählt von den Qualen eines unfreiwilligen Heimkehrers. Ein junger Autor will über die Deutsche Einheit schreiben, weil das »karrieremäßig« bestimmt von Vorteil wäre. Sein Vater, der in der Abgeschiedenheit einer deutschen Insel lebt, dient ihm dabei als lebendiges Recherchematerial. Während der Protagonist am Wendethema scheitert, holt ihn die eigene Vergangenheit mit aller Wucht ein.

 

ZEIGENDer Mann der die Welt aß

Einem Mann, dem immer alles gelang, weht plötzlich der kalte Wind der Existenz entgegen: Kündigung, dementer Vater, Scheitern an der eigenen Vaterrolle. Ein Stück über das Tabuthema Kapitulation in einer Gesellschaft von Turbogewinnern. Eingeladen zum Berliner Stückemarkt 2009.

ZEIGENTod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir

Nis-Momme Stockmann erzählt in seinem neuesten Stück die Geschichte eines Mannes und seiner Erkenntnisse im Zeitalter des alles beherrschenden Materialismus. Der Mann, ein einflussreicher Banker, löst sein Konto auf, läßt sein Leben hinter sich und zieht in den Kampf gegen das System, in dem er lebt, gegen das Gespenst einer nicht bezwingbaren Herrschaft, die so erfolgreich ist, weil sie sich mit dem Fortkommen der Allgemeinheit und des Einzelnen verbinden konnte. Seine Idee: das Auslösen einer Hyperinflation.