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Zitate

»Regisseur Christian Weise arbeitet gesellschaftliche und soziale Gegebenheiten des Heute heraus, überzeichnet schrill, ohne je die Figuren an die Karikatur zu verraten. Weises Inszenierung ist so wunderbar unterhaltsam wie tiefsinnig, zugleich auch vielschichtig und klug durchdacht. Ein theatrales Plädoyer für die Macht und Kraft der Phantasie und des subversiv Widerständigen.«

(Die Deutsche Bühne über DON QUIJOTE)

 

Person

Christian Weise wurde 1973 in Lutherstadt Eisleben geboren. Nach dem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch arbeitete Weise als Schauspieler und Puppenspieler u.a. am Schauspiel Frankfurt und am TaT Frankfurt. Ab 2002 folgten neben einer Dozentenstelle an der Ernst-Busch-Hochschule erste eigene Inszenierungen, u.a. am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Köln, am Neuen Theater Halle, am Deutschen Theater Berlin, am Staatstheater Stuttgart und am Schauspielhaus Zürich.

In der Spielzeit 2009/10 inszenierte Weise unter dem Titel ALICE UNDER GROUND eine gemeinsam mit Anne Tismer bearbeitete Fassung von »Alice im Wunderland« (Ballhaus Ost, Berlin). Es folgte eine  Inszenierung von FAMILIE SCHROFFENSTEIN am Anhaltischen Theater in Dessau sowie die Uraufführung von Falk Richters Stück WENN ES NACHT WIRD. MÄNNER AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS (Ballhaus Ost, Berlin/Puppentheater Halle).

Im Sommer 2010 inszenierte Weise in Stuttgart als Auftakt seiner Arbeit als Hausregisseur DIE NIBELUNGEN. 2011 folgten mit WAS IHR WOLLT und MEISTER UND MARGARITA (wieder mit Corinna Harfouch) zwei weitere Arbeiten für das Stuttgarter Staatstheater.

2011 entstand, gemeinsam mit Daniela Dröscher, eine Neufassung von Flauberts MADAME BOVARY, die im Ballhaus Ost Berlin uraufgeführt wurde (UA: 7. September 2011) und am Staatstheater Stuttgart gastierte. Zudem inszenierte Weise in Stuttgart Paul Brodowskys Neuübersetzung von MASS FÜR MASS  (26.11.2011, Staatstheater Stuttgart). 

2012/13 inszeniert Christian Weise u.a. am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin, am Landestheater Tübingen und zum Abschluß der Intendanz von Hasko Weber erneut in Stuttgart (WAS GESCHAH MIT BABY JANE?).

Über seine umjubelte Inszenierung von Soeren Voimas moderner Don Quijote-Adaption am Stuttgarter Schauspiel, in der Corinna Harfouch die Hauptrolle spielte, schrieb die ›Deutsche Bühne‹: »Regisseur Christian Weise arbeitet gesellschaftliche und soziale Gegebenheiten des Heute heraus, überzeichnet schrill, ohne je die Figuren an die Karikatur zu verraten. In den zeitlupenhaft inszenierten Kampfszenen wiederum bricht der Regisseur das meist naturalistische Spiel und führt eine fast surreale Ebene ein. Im zweiten Teil dann reflektiert er mittels eines Puppenspiels die Fiktionalität der Don-Quijote-Figur ebenso wie auch die Mechanismen der modernen Medien- und Entertainment-Gesellschaft. Weises Inszenierung ist so wunderbar unterhaltsam wie tiefsinnig, zugleich auch vielschichtig und klug durchdacht. Die drei Stunden der Aufführung vergehen wie im Flug. Ein theatrales Plädoyer für die Macht und Kraft der Phantasie und des subversiv Widerständigen.«

ZEIGENDER IDEALE MANN in Schwerin

Juliane Voigt hat für nachtkritik Christian Weise Wilde-Inszenierung in Schwerin gesehen und war begeistert: »Ein ganz großer Theater-Abend mit wunderbaren Schauspielern. Auf der Schweriner Bühne hat das Regieteam um Christian Weise scheinbar großen Spaß daran gehabt, die gelackte Oberschicht radikal abzufräsen und den demokratischen Kapitalismus als untragbare Gesellschaftsform zu karikieren.«

ZEIGENDeutschlandfunk und taz zu MASS FÜR MASS (Staatstheater Stuttgart)

»Ein komödiantisches Bravourstück, das Shakespeares drastischem Theater sicher nicht fremd war. Insofern holen Weise und sein tolles Ensemble den Text mit jedem Wort, jeder Geste und Szene in die schlüpfrige Wirklichkeit zurück, aus der er kam. Weise macht kein explizit politisches Theater - stellt aber mit seinem virtuos spielfreudigen Ensemble alle Stationen und Nuancen eines üblen Machtpokers aus.« die Berliner taz schrieb:»Weises Inszenierung schwingt sich zu fantastischen Höhen auf. Christian Weise und sein Ensemble dürfen sich für einen kurzweiligen Abend feiern lassen. Sie alle haben Shakespeare die Treue gehalten. So schön, so schräg kann Werktreue sein.«

ZEIGENnachtkritik zu WOYZECK (Anhaltisches Theater, Dessau)

»Die Körperlichkeit der Inszenierung von Christian Weise hat etwas Bedrängendes, Drastisches. Sie ist die stärkste Waffe der Regie. Mit ihr wird man regelrecht malträtiert, was nicht angenehm ist und dem Abend von der ersten Minute an alle Repertoiregemütlichkeit austreibt. Weise legt wenig hinein in das Stück; lieber holt er heraus. Er gibt den rohen Büchner, das radikale junge Genie. Minimalistisch und leicht in das historisierende Licht eines vorgestrigen Jahrmarkttreibens mit Schaustellern und Körpersensationen gerückt, zeigt er die Tragödie einer Welt, die gespenstisch, banal und blutig scheitert, die nicht sein kann ohne einen Untersten, der in seiner Not außer sich gerät und tötet. Auf konkrete politische Aufladungen hat es die Regie nicht abgesehen. Und doch deutet sie etwas an. In großflächigen Diaprojektionen, die eine völlig entvölkerte Welt der Städte und der Waren zeigen, eine Geisterkultur ohne Leben, rätselhaft zum Artefakt geronnen, wird ein Bezug zur Gegenwart eröffnet. Irgendwo dazwischen, in den schwer auszumachenden Untiefen zwischen unserer Natur und Kultur, spielt dieser garstige schroffe Büchner-Abend.

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nachtkritik zu WAS IHR WOLLT (Staatstheater Stuttgart)

»Ein rasanter Theaterabend, mit einer ungeheuer schnell getakteten Slapstick- und Pointendichte, mal grob boulevardesk, mal liebevoll im Detail. Immer mit Spielwucht und voller Überraschungen. Drei Stunden Theater ohne Längen. Die große Qualität von Weises Inszenierung ist, dass sie ihr Tempo bis zum Schluss hält.«

ZEIGENnachtkritik zu DIE NIBELUNGEN (Staatstheater Stuttgart)

»Kriemhilds Rachemonolog gelingt ohne geifernde Ausbrüche: Lisa Bitter artikuliert ihn beißend gefährlich. Die verbalen Äußerungen der Nibelungen-Männer münden immer wieder in stille Chor-Lieder: etwa "Fremd bin ich eingezogen" aus Schuberts "Winterreise" oder "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". Im Sog des Germanen-Mythos darf auch die Romantik und ihr Topos vom Wandern nicht fehlen. Hier wie dort bewegt man sich im Kreis, der sich aber nicht wirklich schließen will, sondern in eine Straße mündet, auf der niemand zurückkehrt. Weise überrascht mit diesem Ende. Es ist die Mischung, die den Abend lohnend macht, weil er stets fernab von jedem Pathos bleibt, das am Stoff klebt wie ein öliger Film. Das "Nibelungenlied" des anonymen mittelalterlichen Dichters ist bedeutende deutschsprachige Literatur, aber "Nationalepos der Deutschen" ist es heute zum Glück nicht mehr. Missverstanden wird es immer noch gerne. In Stuttgart aber fürs Erste wohl nicht mehr.«

Die Presse über WENN ES NACHT WIRD (Ballhaus Ost, Puppentheater Halle)

»Tatsächlich stapelt Weise hier Fläche auf Fläche, bis sein Erzählraum Tiefe gewinnt. Es ist ein Multitasking-Theater, eine Simultan-Situation für die Generation der verzettelten Netzwerker.  Weise hat für diesen zeitweise knallharten, am Ende aber wunderbar sentimentalen Abend ein Ensemble aus halleschen Puppen- und Schauspielern sowie Berliner Gästen zusammengestellt, das jeder Erwartung gerecht wird - unter den Masken, die nach einer verstärkten Körperlichkeit verlangen, ebenso wie in den grotesken bis pornografischen Puppenfilmen. Es ist tatsächlich eine Nachtvorstellung, die hier geboten wird - aber eine, wie es sie in dieser Virtuosität sonst nirgendwo zu sehen gibt.« (MZ)

 

»Aber dann ist da noch die Inszenierung von Christian Weise. Er hat das Maskenhafte an Falk Richters Menschenbild zugespitzt, läßt die Schauspieler tatsächlich mit Menschenmasken spielen, auf denen jedes Gesicht zur Fratze erstarrt ist. Das ist ein Kunstgriff, der den Text und all seine Klischees zur Farce zuspitzt, und so erst die Abgründe aufreißt, um die er sich bemüht.« (nachtkritik)

Video zu »Wenn es Nacht wird«

Die Presse über FAMILIE SCHROFFENSTEIN (Anhaltisches Theater Dessau)

»"Die Familie Schroffenstein" ist seit jeher eine Zumutung für jeden Theaterbesucher und eine Herausforderung für jeden Regisseur. Wie soll man diese Vendetta aus dem Zeitalter der Ritter und Grafen in die Gegenwart übersetzen, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben? Christian Weise hat am Anhaltischen Theater Dessau einen plausiblen Weg gefunden. Die Burgen sind hier zwei Plattenbau-Wohnungen. Der Bildschirm ersetzt hier die Schule der Gefühle, er überbrückt das Schweigen und kommentiert das Leben. Und immer läuft die Serie "Twin Peaks", deren Dialoge sich zu Kleists hohem Ton wie eine lakonische Untertitelung verhalten. Mit diesem Gegenschnitt hat Weise, der auch für den Bühnenraum mit dem mohndurchwirkten Kornfeld vor der genormten Tristesse verantwortlich zeichnet, tatsächlich eine zeitgemäße Entsprechung für den monströsen Erstling des Dichters gefunden. Aber neben die schwer erträglichen Momente, in denen Baseball-Schläger, Äxte und Pistolen zum Einsatz kommen oder der schnelle, harte Sex die fehlenden Worte ersetzt, setzt die Regie immer wieder Passagen, in denen ein Rest von Menschlichkeit aufblitzt.« (Mitteldeutsche Zeitung)

 

»Wie ein herausgeschnittener Riegel aus einem Plattenbau sind die beiden Wohnzimmer auf die Hinterbühne gebaut, die "Kriegsparteien" leben fast Wand an Wand. Zwischen TV-Gucken und Trauermusik sinnen die Herren der Familie auf Rache, doch zum Rauchen geht man auf den Balkon. Die Zivilisiertheit allerdings findet bald ihre Grenzen: Da wird der Bote der einen Familie auf dem Balkon der anderen blutspritzend erschlagen. Christian Weise setzt solche Drastik nur sehr knapp, sehr gezielt ein. Genauso wie er Anklänge und Ähnlichkeiten des Kleist-Dramas mit einer heutigen Fernseh-Soap immer wieder nur anspielt, sie aber nie dominieren oder gar das Stück karikieren lässt.« (nachtkritik)

Die Presse über ALICE UNDERGROUND (Ballhaus Ost, Puppentheater Halle)

»ALICE UNDER GROUND, für das Christian Weise textfassungs- wie regiemäßig verantwortlich zeichnet, ist ein überraschend bildstarker und einfallsreicher Abend. Mit einem einfachen, aber funktionalen Bühnenbild und famosen, witzigen Schauspielern. Einer der gelungenen Abende im Berliner Off.« (nachtkritik)

»Im Ballhaus Ost zeigt der Regisseur Christian Weise eine so intelligente wie witzige Aktualisierung des berühmten Kinderbuches. Weises Inszenierung vermag mit putzmunter durchgeformter Anarchie den Bogen zwischen Traum und Albtraum, Imagination und Verdrängung zu schlagen: Hart, aber herzlich.« (Berliner Zeitung)

Inszenierungen
Die Kunst ist ein Schrank / Charms

LTT Tübingen, 2013

ZEIGENWas geschah mit Baby Jane? / Ferrell

Staatstheater Stuttgart, 2013

ZEIGENDer ideale Mann / Wilde

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, 2012

ZEIGENMax und das Monster / Weise

Puppentheater Halle, 2012

ZEIGENMASS FÜR MASS / Shakespeare / Brodowsky

Staatstheater Stuttgart (2011)

ZEIGENMadame Bovary / Dröscher / Weise nach Flaubert

Ballhaus Ost, Berlin

Staatstheater Stuttgart (2011)

WOYZECK / Büchner

Anhaltisches Theater, Dessau (2011)

Meister und Margarita / Bulgakov

Staatstheater Stuttgart (2011)

Was ihr wollt / William Shakespeare

Staatstheater Stuttgart (2010)

Nibelungen

Staatstheater Stuttgart (2010)

Wenn es Nacht wird. Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs / Falk Richter

Ballhaus Ost, Berlin / Puppentheater Halle (2010)

Familie Schroffenstein / Heinrich von Kleist

Anhaltisches Theater, Dessau (2010)

Alice Under Ground / Anne Tismer / Christian Weise

Ballhaus Ost, Berlin (2009)

Catherlieschen Catherlieschen / nach Grimm/ Stoyan/ Weise

Ballhaus Ost, Berlin (2009)

Hintergarten / nach Oscar und Hannes/ Christian Weise

Ballhaus Ost, Berlin (2008)

Eos / Soeren Voima

Staatstheater Stuttgart (2008)

Volpone / Ben Jonson / Soeren Voima

Schauspiel Köln (2007)

Sommernachtstraum / William Shakespeare

Schauspiehaus Zürich / Salzburger Festspiele (2007)

Biedermann und die Brandstifter / Max Frisch

Schauspiehaus Zürich (2007)

Alice im Wunderland / Lewis Carroll/Soeren Voima

Neues Theater Halle (2006)

Romeo und Julia / William Shakespeare

Neues Theater Halle (2006)

Herr Ritter von der traurigen Gestalt / Soeren Voima

Staatstheater Stuttgart (2006)

Arsen und Spitzenhäubchen / Joseph Kesselring

Neues Theater Halle (2005)

Kasimir und Karoline / Ödön von Horváth

gemeinsam mit Christian Tschirner

Nationaltheater Mannheim (2004)

Das Leben ein Traum / Pedro Calderón de la Barca

gemeinsam mit Christian Tschirner

Nationaltheater Mannheim (2003)

Maria Stuart / Friedrich Schiller

gemeinsam mit Christian Tschirner

Altes Schauspielhaus Stuttgart (2003)

Die Vögel / Soeren Voima

gemeinsam mit Christian Tschirner

Deutsches Theater, Berlin (2003)

Der Sturm / William Shakespeare

gemeinsam mit Christian Tschirner

Puppentheater Halle / Schauspiel Köln (2002)