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theater und medien
Der alte Schinken
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Autor(en) Stuhler/Koslowski
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 14.4.2018, Schauspiel Frankfurt

Das Bürgertum ist so etwas wie der Schinken der Demokratie. Ein nahrhaftes und lange gereiftes Stück unserer heutigen Gesellschaft. Ein alter Schinken eben. Aber warum will den niemand mehr essen? Jedenfalls ist es tot, das Bürgertum. Niemand weiß, warum wie lange schon. Neulich wurde es noch lebend gesehen. Vielleicht hat es sich selbst umgebracht oder ist eines natürlichen Todes gestorben. Viel wahrscheinlicher ist, daß das Bürgertum hinterrücks ermordet wurde.

America First
Autor(en) Christoph Klimke
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 2.12.2017, Deutsches Theater, Göttingen

Filmikone und Femme fatale: Marilyn Monroe ist bis heute der größte Star Hollywoods. Christoph Klimkes Monroe blickt heute auf ihr Leben zurück und wie in einem Tagebuch kommen Erinnerungen, Triumphe, Niederlagen, Träume, Geliebte, Feinde, die Größen Hollywoods und der Politik der USA ein letztes Mal auf sie zu. Und mit ihrer ganzen Kraft stellt sie sich ihnen.

Café Populaire
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Autor(en) Nora Abdel-Maksoud
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA 27.4.2018, Theater Neumarkt, Zürich

In einer Kleinstadt steht das Gasthaus zur Goldenen Möwe. Aus der guten alten Zeit hat es sich seinen Ruf als feucht-fröhliche kulturelle Zentrale der Stadt herübergerettet. Doch wer geht für ein bißchen Kultur noch vor die Tür, wenn online die Welt zu haben ist. Doch dann stilisiert sich ein unerwarteter Kampf um den zukünftigen Besitz des Gasthauses zum epischen Kampf zwischen Gut und Böse, um vielleicht in einer Vorstufe von Gerechtigkeit zu enden.

Choreographien der Arbeit
Autor(en) Sascha Hargesheimer
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 25.11.2017, Schauspiel Leipzig

Back to the Future, mitten in die Welt der 80er Jahre: mitten hinein in den Siegeszug des Neoliberalismus, in die Zeit der Entwicklung des Fernsehens zum Massenmedium und zur Manipulationsmaschine, in die Ära der konspirativen Theorien und UFO-Sichtungen, in die Regierungszeit Ronald Reagans. Der damalige gesellschaftspolitische Zustand, der Reagans Wahlerfolg ermöglichte, läßt Parallelen zur heutigen Situation zu.

 

 

Ein Hund namens Dollar
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Autor(en) Teresa Präauer
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 5.5.2018, Schauspiel Frankfurt

Nicht alles ist Gold für diesen modernen Hans im Glück und seinen »Hund namens Dollar«: Hauptsache, es glänzt. Denn wer nach den Regeln von Geld und Aufmerksamkeit zu spielen weiß, hat nichts zu verlieren, sondern steigt stets ins nächste Level auf, hoch zu den oberen Zehntausend. Melancholisch verspielte Kapriolen schlägt dieser Text, der vor der hell erleuchteten Skyline aberwitzig-spekulative Geschäftsideen in den Wind reimt.

Das Erbe
Autor(en) Olga Bach
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 22.6.2017, Münchner Kammerspiele

Könnte die Verurteilung der Schuldigen im NSU-Prozess eine Art kathartische Reinigung der Gesellschaft herbeiführen? Olga Bach assoziiert frei von diesem Thema der Schuld eine Gemeinschaft, die der Gegenwart entfremdet ist und die alle Antworten immer in der Vergangenheit sucht. Diese Gemeinschaft verständigt sich ausschließlich über ihr gemeinsames kulturelles Erbe, über das Archiv der deutschen Kulturgeschichte.

Das Internat
Autor(en) Ersan Montag / Alexander Kerlin
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 9.2.2018, Schauspiel Dortmund

Kann es ein Internat geben, das alle anderen Internate enthält? Wo die Lehrer schlafend herumliegen wie tote Fliegen? Während die Mädchen in Uniform die Liebe lernen und die Kinder des Monsieur Mathieu ihre Choräle singen? Wo die jungen Genies in den Katakomben ihre Drogenexzesse feiern - mit Unendlichem Spaß? Und der Zögling Törleß seinen Mitschüler erotisch quält, während Jakob von Gunten sein Tagebuch schreibt?

Lauf und bring uns dein nacktes Leben
Autor(en) Rainer Merkel
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA Noch frei zur UA

»Every Day Ghandi« – eine von unzähligen NGOs, die versuchen, dem afrikanischen Kontinent Gutes zu tun. Rainer Merkel hat einen ungewöhnlich dichten Text geschrieben zu einem Thema, das er durch eigene Erfahrungen genauestens kennt. Seine Aufmerksamkeit gilt dabei den westlichen Entsandten, die, vermutlich mit bestem Wollen gestartet, allesamt gefangen scheinen in einem beinahe unheimlichen Netz an Kausalitäten. Doch die afrikanische Realität bleibt ein Außen, eine Fläche, eine fiebrige Projektion euphorischer Überhöhung oder dumpfer Panik.

Lenin
Autor(en) Milo Rau
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 19.10.2017, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Milo Rau blickt durch Lenins Hirn auf die wohl folgenreichste Revolution der Menschheitsgeschichte: in eine Gesellschaft zwischen Aufbruch und Apathie, Revolutionssehnsucht und reaktionären Widerständen – ein Labyrinth der Hoffnungen und Ängste, der politischen Ideale und kollektiven Gewalterfahrung.

Der letzte Bürger
Autor(en) Thomas Melle
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 25.1.2018, Theater Bonn

Leo Clarenbach liegt im Sterben. Ein letztes Mal findet er sich im Kreise seiner Familie wieder, ein letztes Mal werden die Erinnerungen an früher wach. Erinnerungen an ein perfektes Leben, eine perfekte Familie: wohlhabend, aber mit sozialem Gewissen, geschmackvoll, stilsicher, hochbürgerlich. Doch dann zerspringt 1990 mit dem Mauerfall auch das Familienglück, als bekannt wird, daß hinter dem scheinbaren Idyll in Wahrheit Lüge und Verrat stecken. Denn Familienvater Leo hat jahrelang für die DDR spioniert. Die bürgerliche Fassade zerbricht, und mit ihr auch die Familie.

Die letzte Station
Autor(en) Ersan Mondtag
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 14.12.2017, Berliner Ensemble

Eine Seniorenresidenz und deren Bewohner – deren Erlebnisse, Bedürfnisse, Nöte und Freuden – werden im Zentrum stehen. Ein (auch) humorvoller Abend über das Alter und dessen Folgen für das Individuum, der aber außerdem einen kritischen Blick auf den gesellschaftlichen Umgang mit dem Altern werfen will. Die Arbeit wird in Kooperation mit der DANCE ON - Company entstehen. Die DANCE ON, eine Initiative von DIEHL+RITTER, richtet den Fokus auf die künstlerische Exzellenz von Tänzerinnen und Tänzern über 40.

Lugano Paradiso
Autor(en) Andreas Sauter
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 22.3.2018, Theater St. Gallen

Was haben US-amerikanische Bunkerruinen im ewigen Eis Grönlands mit einer Wagenladung Fleischwurstdosen in einer Tessiner Lagerhalle zu tun? Und was verbindet die Datensammellust des Schweizer Staatsschutzes in den Nachkriegsjahren mit ›unserer‹ Gegenwart? »Lugano Paradiso« geht diesen Fragen in Form einer dramatisch-dokumentarische »Cold-War«-Choreographie nach.

Nationalstraße
Autor(en) Jaroslav Rudiš
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA DEA: 29.1.2017, Theater Bremen

Er nennt sich Vandam. Wie Jean-Claude van Damme. Er ist ein Held. Ein Krieger. Ein Europäer. Mit Schlachten kennt er sich aus. Mit denen aus dem Geschichtsbuch und denen im Leben. Er weiß Bescheid. Über Fremde. Über Frauen. Und er hat für alles einen Spruch parat. Rudiš hat einen großartigen Roman eines Verlierers geschrieben, der wie für eine Theaterinszenierung gemacht ist.

Oh Schimmi
Autor(en) Teresa Präauer
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA noch frei zur UA

Teresa Präauer hat ein sexuell aufgeladenes, extrem komisches und brutal hartes Buch geschrieben, das unbedingt laut gelesen werden sollte mit viel buntem Kaugummi im Mund, weil hier Sprache performt und zeigt, daß Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist, die aus kopulierenden Wörtern gemacht ist. Ein Liebesreigen, eine Taugenichts-Geschichte, gemacht aus den Elementen, Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts.

Stille Nachbarn
Autor(en) Azar Mortazavi
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA Noch frei zur UA

Ein fremder bärtiger Mann. Eine junge dunkelhaarige Frau mit deutschem Paß. Eine einsame Nachbarin, die es nur gut meint. Eine traurige Alte, die ihre Lebensangst noch ein letztes Mal in Wut verwandelt. Azar Mortazavi trifft mit STILLE NACHBARN das Jetzt einer Gesellschaft ins populistische Herz, die sich überfordert von der Komplexität des Weltgeschehens wegduckt und mit Hilfe vorgefundener Kategorien zu bestimmen versucht, was ihr fremd ist.

Vanishing Points
Autor(en) Philipp Stadelmaier
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA Noch frei zur UA

Philipp Stadelmaier schickt sich an, eine neue Gattung zu etablieren: den grotesken Edelboulevard – vielleicht die einzige Form, mit der der Wirklichkeit noch beizukommen ist, in welcher die Clowns längst übernommen haben. Die Dekonstruktion der bürgerlichen Großstädteridylle läßt in dieser stilbewußten Groteske nicht lange auf sich warten: Sie steckt bereits in jedem Winkel der nach der Maßgabe gehaltvoller Unterhaltung eingerichteten Wohnzimmerbühnen der Wohlfühlbürger und wartet darauf, ihnen ins Gesicht zu springen.

Versetzung
Autor(en) Thomas Melle
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 17.11.2017, Deutsches Theater, Berlin

Ronald ist ein Lehrer, wie man ihn sich wünscht: authentische Respektsperson und bewunderter Kumpeltyp in einem. Und auch privat scheint alles zu stimmen, Ehefrau Kathleen ist schwanger. Aber Ronald trägt ein Geheimnis in sich. Eine Krankheit, die seine Vergangenheit bestimmt hat und seine Zukunft bedroht. Ein Beben kündigt sich an und dessen Erschütterungen versetzen Ronald urplötzlich vor das Nichts.

Die Wiederholung - Histoire(s) du thèâtre
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Autor(en) Milo Rau
   
Kategorie Theater
   
UA/DEA UA: 4.5.2018, Théâtre National Brüssel

Seit Anbeginn ist das Theater eine Beschwörung der Toten, ein rituelles Durchleben von Urverbrechen und kollektiven Traumata. In »Die Wiederholung« nähert sich Rau dem Tragischen in der Form einer multiperspektivischen Erzählung eines Kriminalfalls. Was steht am Anfang eines Verbrechens? Welche Schuld trägt das Kollektiv? Und wer steht dabei auf der Bühne? Es entsteht ein Manifest für ein demokratisches Theater des Realen.