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theater und medien
Verlag

Die beiden Namen Klett und Cotta, verbunden mit dem Phantasievogel Greif, stehen für zwei Traditionsstränge, die bei der Neugründung des Verlags 1977 zusammengeführt wurden. 

Cotta, gegründet 1659, der maßgebliche Verlag aus der großen Zeit des geistigen Deutschland, steht für Lyrik und erzählende Formen ebenso, wie für die Philosophie in der Gestalt, wie sie sich auch in der verlegerischen Betreuung von Johann Friedrich von Cotta, des Verlegers von Goethe, Schiller und anderen herausgebildet hatte.

Die zweite Traditionslinie geht zurück auf den Verlag, den Ernst Klett zwischen 1936 und 1976 entwickelt hat. Das Programmspektrum greift weit aus: Von der literarischen Fantasy über die Psychoanalyse, Psychologie, Pädagogik einschließenden Humanwissenschaften, das aufregende, weil immer den Menschen und seine Kultur berührende Sachbuch, bis hin zu dem dem literarisch-intellektuellen Erbteil zugehörigen Essay.

Mit den in jüngerer Zeit hinzugekommenen Elementen des historischen Buchs, ethnologischer Studien und einer intelligenten, kreativen Form von Büchern für moderne Unternehmenskulturen, könnte man das Angebot des Verlags Klett-Cotta als den Programmversuch einer neuen Anthropologie bezeichnen. In der Arbeit des Verlages haben sich diese Traditionsbezüge als konsistent und zukunftsweisend erwiesen. Dafür sprechen insbesondere Zuspruch und Erwartung unserer Leser.

gez. Michael Klett
08.02.2001

ZEIGENSEA von Valle-Incláns WORTE GOTTES in Luzern

Ramón María del Valle-Inclán zählt in seiner Heimat Spanien zu den bedeutendsten Wegbereitern der literarischen Moderne. Was er in seinen Stücken zu Papier bringt, sind pralle, barocke, dem Volkstheater abgelauschte Geschichten: archaische Dorfwelten zwischen katholischer Litanei und heidnischem Aberglaube – eine dramatische Ursuppe, bevölkert von grellen, schwermütigen und zwielichtigen Gestalten, aber auch von sprechenden Hunden, gefiederten Propheten und haarigen Bocksgeistern. Im deutschsprachigen Raum sind Valle-Incláns Theatertexte bisher weitgehend unbekannt geblieben: Das 1920 entstandene Stück WORTE GOTTES wurde in Luzern am 3. Februar 2012 in der Übersetzung von Fritz Vogelsang als Schweizer Erstaufführung gezeigt.

ZEIGENErnst Jünger: Kriegstagebuch 1914 - 1918. Hrsg. von Helmuth Kiesel

Ernst Jüngers Frontbericht »In Stahlgewittern« ist neben Erich Maria Remarques Roman »Im Westen nichts Neues« das berühmteste deutschsprachige Buch über den Ersten Weltkrieg. Die »Stahlgewitter« sind jedoch kein rein fiktionales Werk, sondern basieren auf den 15 Tagebuchheften, die Jünger während des Krieges von der ersten Fahrt an die Front am Jahreswechsel 1914/15 bis zu seiner letzten Verwundung im August 1918 kontinuierlich führte. Der Verlauf vieler Tage wird nur in kurzen Notizen festgehalten, die Kampfeinsätze in den großen Schlachten werden hingegen erzählerisch vergegenwärtigt: Persönliches steht neben Militärischem, Empfindsames neben Martialischem, Amouröses neben Barbarischem, Anrührendes neben Abstoßendem. Und bei alledem lässt sich genauestens mitverfolgen,wie die Erfahrungen des Krieges von Jünger psychisch verarbeitet und stufenweise literarisiert wurden.

ZEIGENWolfgang Schömel: Die große Verschwendung

Dr. Georg Glabrecht ist fünfzig und schwermütig, seine Ehe liegt seit Jahren in Agonie. Als grüner Wirtschaftssenator ist er ein virtuos sarkastischer Machtpragmatiker, der seine Untergebenen nur mit Kürzeln anspricht. Im Zusammenhang mit einem größenwahnsinnigen eventkulturellen Renommierprojekt – der Maritimen Erlebniswelt mit der Maritimen Oper – verliebt Glabrecht sich in die junge Mitarbeiterin eines zwielichtigen Investors, mit dem er als Politiker paktieren muss. Und auch privat spürt er mehr als deutlich die Verlockungen der internationalen Geldströme und der Angebote, die ihm von dort unterbreitet werden. Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis er gewaltig ins Straucheln gerät. »Die große Verschwendung« ist der entschlossene Blick hinter die Kulissen eines Politskandals, der uns merkwürdig bekannt vorkommt! Und ein so komischer wie berührender Roman über heftig kriselnde Männlichkeit und die hinterhältigen Verheißungen eines zweiten Frühlings.

Autoren (Auswahl)
ZEIGENJean Améry
ZEIGENGottfried Benn
ZEIGENDorothea Dieckmann
ZEIGENSven Hillenkamp

»Das Ende der Liebe«

ZEIGENErnst Jünger
ZEIGENBrigitte Kronauer
ZEIGENRamón María del Valle-Inclán