Ramón María del Valle-Inclán zählt in seiner Heimat Spanien zu den bedeutendsten Wegbereitern der literarischen Moderne. Was er in seinen Stücken zu Papier bringt, sind pralle, barocke, dem Volkstheater abgelauschte Geschichten: archaische Dorfwelten zwischen katholischer Litanei und heidnischem Aberglaube – eine dramatische Ursuppe, bevölkert von grellen, schwermütigen und zwielichtigen Gestalten, aber auch von sprechenden Hunden, gefiederten Propheten und haarigen Bocksgeistern. Im deutschsprachigen Raum sind Valle-Incláns Theatertexte bisher weitgehend unbekannt geblieben: Das 1920 entstandene Stück WORTE GOTTES wurde in Luzern am 3. Februar 2012 in der Übersetzung von Fritz Vogelsang als Schweizer Erstaufführung gezeigt.