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theater und medien
Theater, 2D - 2H, UA: 29.5.2010, Münchner Kammerspiele, Regie: Jessica Glause
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Synopsis

Eine junge Frau lebt mit ihrem Vater und dem gemeinsamen Kind zurückgezogen in der Wohnung, in der sie aufgewachsen ist. Draußen ist eine andere Welt. Bis eines Tages eine alte Schulfreundin an der Tür klingelt und ihr dieses schräge Idyll überraschenderweise neidet.
Anne Lepper hat in ihrem Debütstück die Abgründigkeit einer Vater-Tochter-Konstellation beschrieben, ohne dabei eindeutige Opferrollen und naheliegende Deutungsmuster zu bedienen. Es ist die verstörende Normalität, die die Autorin in doppelbödiger und attitüdenloser Kunstsprache verdichtet, die soghaft wirkt und SONST ALLES IST DRINNEN zu einem bemerkenswerten Debüt einer jungen Autorin macht.

Auszug
ZEIGENAnne Lepper

Anne Lepper, die derzeit in Biel (CH) lebt, studierte Philosophie, Literatur und Geschichte in Wuppertal, Köln und Bonn. Promotionsstudien in Bamberg und Essen sowie Studium des literarischen Schreibens am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und an der Hochschule der Künste Bern. Mit ihrem Debütstück SONST ALLES IST DRINNEN wurde sie zum Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik eingeladen. In der langen Nacht der neuen Dramatik, die 2009 erstmals an den Münchner Kammerspiele stattfand, gewann sie den Publikumspreis. Anne Lepper schreibt derzeit an einem neuen Stück.

Neuigkeiten
Arbeitsstipendium für Lepper

Anne Lepper erhält für die Arbeit an ihrem neuesten Stück mit dem Arbeitstitel "Hund, wohin gehen wir" ein Arbeitsstipendium des Landes NRW. 

Presse
Süddeutsche Zeitung

»Lepper hat stets betont, ihr Stück bearbeite nicht das Thema Inzest, sondern zeige Menschen, denen das Netz sozialer Bindungen abhanden gekommen sei. Jede der Frauen buhlt um Gehör. Und stößt auf taube Ohren, was das eisige Innenleben noch mehr verhärtet. Empathie Fehlanzeige. Anne Lepper hat für sie ein Bild gefunden, das die Reife ihres Schreibens zeigt. Frauen, gefangen im Kokon: Annes Wohnung ist eine fürchterliche Bieder-Idylle, in deren Zentrum ein ausgetüfteltes System von Vorhangschienen steht. Es spinnt die beiden überzeugend spielenden Hauptdarstellerinnen - Annette Paulmann und Caroline Ebner - nach und nach ein. Wenn sich dann noch Anne, angestachelt von der Freundin, die Plastiktüte über den Kopf stülpt, und Jenny den Staubsauer dranhält, erreicht die Vermummung ihren todtraurigen Höhepunkt.«

Münchner Merkur

»Die Regisseurin und die Autorin legen ein verblüffendes Doppel-Debüt vor, das die Kammerspiele einmal mehr als Talentschmiede ersten Ranges ausweist.«

Augsburger Allgemeine

»Der Text der jungen Autorin arbeitet mit der doppeldeutigen Sprachkraft des Volkstheaters in der Tradition Fleißer, Horvath, Sperr, Fassbinder, die Dialoge sind kunstvoll gebaut, die Personen klar konturiert. Die Regisseurin hat das Stück mit der wunderbaren Annette Paulmann sowie mit Carlone Ebner und Jan Ole Sokra als tiefschwarze Groteske inszeniert. Denn hinter der vermeintlichen Harmonie lauert das Grauen, vertrocknen die Zimmerpalmen, ist der dämpfende Teppichboden fleckig vom Dreck, der daruntergekehrt wird.«

Aufführungen