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Theater, UA: Januar 2017, Spektakel Wien
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Synopsis

Ein Paar siamesischer Zwillinge teilt sich ein lebenswichtiges Organ, aber nur vorübergehend, denn aneinander gewachsen können sie nicht weiterleben. Die Ärzte geben ihnen ein paar Monate, Vertreter von Forschung und Wissenschaft fordern, die beiden zu trennen, indem sie den einen Zwilling – der auf sich gestellt nicht leben könnte – opfern und dem anderen so zum Weiterleben verhelfen. Die religiösen Eltern stimmen einem Eingriff zu, allerdings nur, wenn beide Kinder am Leben bleiben. Die Tötung der einen für das Leben der anderen lehnen sie ab, sogar wenn dadurch beide sterben müssen. Vertreter der Kirche unterstützen diese Haltung, da es dem Willen Gottes generell widerspräche, ins Leben einzugreifen, auch wenn damit Leben gerettet werden könnte. Die beiden sollen leben, bis sie tot sind. Die Ärzte ziehen gegen die Eltern vor Gericht und die Richter sehen sich einem heiklen Präzendenzfall gegenüber, da sie in einer Angelegenheit urteilen sollen, in der die Grenzen zwischen Recht und Moral, Religion und Verstand verwischt sind.

Im Mittelpunkt des Stückes steht ebenfalls ein Paar siamesischer Zwillinge, allerdings nicht als hilflose Säuglinge, sondern als zeitlose (also alterslose) Individuen, aneinandergewachsen zwar, aber zu eigenen Gedanken fähig und deshalb den zeitlosen Fragen nach dem Wert des Lebens auch persönlich ausgesetzt.

Wie gehen direkt Betroffene damit um: Gemeinsames Weiterleben und gemeinsames Sterben oder Leben auf Kosten des anderen? Aber dann auf wessen Kosten? Und wenn eine Trennung schon normal Sterblichen zu schaffen macht, was würde sie wohl einem siamesischen Zwillingspaar bedeuten?

Aber auch ganz allgemein: Ist der Wert menschlichen Lebens messbar und relativ? Welches Leben ist dann mehr wert? Und wer hat die Entscheidungsgewalt darüber? Beziehungsweise: Was ist zu tun, wenn Leben erhalten Leben nehmen bedeutet? Und: Besitzen siamesische Zwillinge aufgrund ihrer Verbundenheit ein Geheimnis, das allen anderen Menschen unbekannt ist. Ein Geheimnis, dessen Aufdeckung dem individuellen Leben einen ganz neuen Sinn erschließen könnte?

ZEIGENCorraxia Cortez
Corraxìa Cortez, im mexikanischen Tapachula als Kind einer deutsch-mexikanischen Ehe geboren, studierte in Tampico, Melbourne und Stockholm. Sie lebt in Berlin und schreibt hauptsächlich in deutscher Sprache. Cortez ist Preisträgerin des Göran-Söllgard-Drama-Wettbewerbs 2008 (für »Das Maßlose in Fräulein Peryphere« und »Two is the loneliest Number«). Gegenwärtig schreibt sie an ihrem ersten Roman. Ihr Stück »Two is the loneliest number« wurde 2017 am Theater Spektakel und am Theater in der Josefstadt in Wien uraufgeführt.
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Uraufführung:

13.1.2017, Spektakel Wien