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theater und medien
Theaterstück, UA: 21.2.2008, Theater Rampe, Stuttgart
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Synopsis

Die große Hitze vom Sommer 2003 brachte nicht nur guten Wein. Sie ließ auch die Gletscher schneller schmelzen, und manches Opfer, das sich der Gletscher vor vielen Jahren geholt hatte, wurde freigegeben. So geschah es, daß eine Frau nach 54 Jahren ihren jungen Verlobten wiedersehen durfte.

Die Geschichte erinnert an ein romantisches Märchenmotiv, an »Unverhofftes Wiedersehen« oder an »Bergwerk zu Falun«. Und doch ist sie wahr. In GLETSCHER begegnen wir beidem: der wahren Geschichte und der Weiterführung und Umformung eines Märchenstoffs in einem realistischen und surrealen Setting.

Auszug

»Destina: Seit Hanno weg ist, habe ich noch keine gültige Anrede für mich gefunden. Er nannte mich du kleine Zimtschnecke oder meine Lieblingsbakterie, auch Namen wie zinnoberrotes Flohkuchenbienchen, Tigerhaifisch oder einfach nur Zwetschke waren darunter. 

Seit Hanno weg ist, nenn ich mich ›du blöde Sau‹. Zieh dir einen Morgenmantel über, blöde Sau. Gib mir eine Zigarette, blöde Sau. Der Wein schmeckt wieder abgestanden, du blöde Sau. Weiß auch nicht. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, wie ich mich nennen soll, wenn es nicht andere tun. Nicht, daß ich einen besonderen Ärger gegen mich hätte. Ich könnte mich öfter zum Teufel schicken, das ja. Dann sag ich: Hau ab! Verzieh dich! Zisch ab! 

Mach ne Fliege, blöde Sau. 

Aber das geht ja nicht.«

ZEIGENMaxi Obexer
Maxi Obexer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin. Sie hat sich einen Namen mit politischen Stücken, Hörspielen und Essays gemacht. Ihre Stücke wurden u.a. an den Staatstheatern in Braunschweig und Dresden, am Theater Freiburg, am Theater Basel und am Theaterhaus Jena aufgeführt. Obexer lehrte Drama am Dartmouth College, USA, und ist Gastprofessorin für Szenisches Schreiben an der Berliner UdK. 2012 erschien ihr erster Roman »Wenn gefährliche Hunde lachen«. Das Stück ILLEGALE HELFER, vom WDR als Hörspiel produziert, wurde 2016 unter großer Beachtung in Salzburg und Potsdam aufgeführt. 2017 folgte mit GEHEN UND BLEIBEN ein Auftragswerk für das Hans Otto Theater in Potsdam. Ihr Text »Europas längster Sommer« (erschienen im Verbrecher Verlag, Berlin) wurde für den Bachmannpreis 2017 nominiert.
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Der Standard

»(Eine) in der Tat substanzhaltige Meditation über das Verrinnen innerer und äußerer Zeit«

Aufführungen

UA, 21.2.2008, Theater Rampe

Österreichische Erstaufführung, Mai 2010, Innsbrucker Landestheater