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theater und medien
Theater, Performance
Zitate

»Beatrice Fleischlin ist eine außergewöhnliche Performerin. Ihre Figuren wirken authentisch und sind doch gleichzeitig Kunstfiguren, ebenso wie Fleischlin sich dem Publikum authentisch vorstellt und zugleich als Kunstfigur erscheint. Das permanente Spiel zwischen einer realen Alltagswelt und einer ebenso realen Kunstwelt beherrscht sie so gut, daß man fasziniert auf die klare einfache Zeichnung der Figuren schaut und  irritiert mit auf die Wanderschaft zwischen den Welten geht.« (Carena Schlewitt (Jury Festival Impulse)

Person

Geburt, Kindheit, Primar- und Sekundarschule in Sempach. Hauswirtschaftslehre, Welschlandjahr, Floristenlehre. Erste Erfahrungen mit der Schauspielerei, daneben beharrliche Berufsversuche als Fotolaborantin, Altenpflegerin, Bäuerin, Tankwart. 1996-2000 Studium an der Hochschule für Musik und Theater, Zürich. Erste Engagements am Theater Biel Solothurn, am Theater der Hansestadt Wismar und in der freien Szene Berlins.

Mitbegründerin und Performerin von GASTSTUBE, in Zusammenarbeit mit Nicolas Galeazzi und Andreas Liebmann. Gemeinsame Entwicklung von Projekten an der Schnittstelle von Theater, Installation und Interaktion u.a. für die Rote Fabrik Zürich, La Batie Festival Genf, dietheater Wien, Sophiensaele Berlin, le Merlan Marseille, TNT Bordeaux. 

Seit 2007: Schauspielerin und Performerin in verschiedenen Konstellationen (Arbeiten mit Thom Luz, Andreas Liebmann, Boris Nikitin) und Entwicklung eigener Projekte. Weiterbildung »dance intensive« an der Tanzfabrik Berlin. Ihr Solo »my ten favorite ways to undress/a personal hitlist« war auf verschiedenen Festivals zu sehen, unter anderem auch im Rahmenprogramm von IMPULSE 2009.

In der Spielzeit 2011/12 war sie im Rahmen des Autorenförderungsprojekt ›Stück Labor Basel‹ Hausautorin am Theater Basel. Es entstanden die Texte UTOPIA - VOM BESTEN ZUSTAND und TRIPTYCHON EINES SELTSAMEN GEFÜHLS*. Letzterer wurde im Juni 2012 in der Regie von Elias Perrig und Antje Schupp uraufgeführt.

Aktuell ist sie mit der Produktion COME ON BABY, die in Zusammenarbeit mit der Performerin Anja Meser enstand, unterwegs. Ihr nächstes Projekt »too much beautiful to die« wird im Januar 2013 an der Kaserne Basel uraufgeführt.

»Grandiose Geschwader des Glücks«: FAZ zu UTOPIA am Theater Basel

»Wer glaubt, er könne es sich in Beatrice Fleischlins und Florentine Kleppers szenischer Installation zur Problematik der Utopie bei einer bloßen Historisierung totalitärer Weltentwürfe bequem machen, der hat sich geirrt. In einer zweieinhalbstündigen Inszenierung gelingt es dem Basler Ensemble vielmehr auf so klug-informierte wie lustvoll-amüsante Weise zu zeigen, daß die Überwindung des Utopischen selbst eine Utopie ist... In diesem grandiosen Geschwader makro- und mikroutopischer Utopien und Anti-Utopien wird der Zuschauer auf nur vordergründig komische Weise ins Geschehen eingepflanzt wie Individuen in die huldvollen Idiotien von Platon bis Milton Friedman. Dabei ist die ständig aufblubbernde Albernheit konzeptuell schlüssig. Abernheit ist nie utopisch. Albern aber ist jede Utopie.«

Werke
ZEIGENCome on baby

Anja Meser und Beatrice Fleischlin machten sich auf den Weg, die Codes zu knacken, mittels derer der Mann sich im Alltag darstellt. COME ON BABY hätte ein Stück über die Inszenierung von Männlichkeit werden können. Es ist ein Bühnenflirt geworden - ein Abend über Identität und Behauptung COME ON BABY, das sind Anja, Beatrice, Klaus/Klaudia, Ringo und ihr lustvolles Plädoyer für ein Dasein zwischen den Kategorien. COME ON BABY meint es ernst. Aber nicht nur!

[Zur Website des Projektes]

ZEIGENMein Törichter Beweis von Leidenschaft

Eine junge Frau begibt sich auf die Reise in ihre Kindheit auf dem elterlichen Bauernhof. Der Duft von frischem Brot und Gülle; der Zorn des Vaters, das Schweigen der Mutter, ein fliegender Milchkrug, suizidale Hühner, eine Hundehütte als Zufluchtsort. Mittels der Sprache versucht die junge Frau, der Enge zu entfliehen. Eine Ode an die Kraft die das Unmögliche schafft: die Gesetz der Schwerkraft aushebeln und Schweineställe in Paläste verwandeln.

ZEIGENTriptychon eines seltsamen Gefühls*

Küssen kann man nicht allein. Leben auch nicht. Also streben wir hin zum Anderen. Wir begehren das Unbekannte, das Fremde, das Verheißungsvolle. Wir unternehmen mit dem Verheißungsvollen Dinge. Aufregendes und Banales; Menschliches halt. Das Verheißungsvolle wird das Bekannte. Über das Bekannte wollen wir hier nicht reden, das ist uns allen bekannt. Über das Verheißungsvolle wollen wir reden und über den Verlust. Über das Alleinsein. Küssen kann man nicht alleine. Leben auch nicht. Also streben wir hin zum Anderen ...

ZEIGENUtopia - vom besten Zustand

Die Utopie ist der Nicht-Ort. Man kann sie denken, aber es gibt sie nicht. Die Utopie ist ein wünschenswerter Zustand, eine Vision, ein Ideal, ein Konzept, ein Wunschtraum. The place to be. Aber es gibt sie nicht. Die Utopie ist das verlorene Paradies, der Gral. Die versunkene Insel, auf der alles anders und alles gut ist. Aber es gibt sie nicht.