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theater und medien
Theater
Zitate

»Hargesheimer hat es in einer geradezu elegischen Art auf den Punkt gebracht: Die Wirklichkeit ist immer das, was wir aus ihr machen.«

(Laudatio, Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik 2013)

 

»Hargesheimers Text besitzt große literarische Qualität. Eine Hochbegabung. Er versteht es, analytische Schärfe mit philosophischer und poetischer Tiefe zu verbinden.«(Recklinghäuser Zeitung)

Person

Sascha Hargesheimer wurde 1982 in Frankfurt am Main geboren.

2004 Gründung des freien Theaters Landungsbrücken Frankfurt, dort entstehen auch erste Regiearbeiten. Assistenzen am TAT und Schauspiel Frankfurt, von 2006 bis 2008 fester Assistent am Maxim Gorki Theater Berlin. Danach Student des Studiengangs Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin sowie freier Regisseur und Autor.

Die Uraufführungsinszenierung von "Alans Krieg", einer Bearbeitung des gleichnamigen Comics von Emmanuel Guibert, wird 2011 zum Internationalen Figurentheaterfestival Erlangen eingeladen.

Gemeinsam mit dem Regisseur und Videokünstler Chris Kondek entstehen Arbeiten am Mousonturm in Frankfurt und am HAU in Berlin, u.a. für das 24-stündige Abschlussprojekt der Intendanz Matthias Lilienthal: "Unendlicher Spaß".

Das Stück POLEN IST MIEN ITALIEN, die Geschichte des verschollenen Science Fiction-Filmers Bela Roberti, gewinnt bei der Langen Nacht der Neuen Dramatik 2013 den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik, 2014 wird das Nachfolgestück IN SALZ mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis ausgezeichnet.

Im April 2015 wurde Hargesheimers erstes Libretto "OHIO" an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt.

Im Juni 2015 folgte die Uraufführung ARCHIV DER ERSCHÖPFUNG im Rahmen der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin (UA: 27.6.2015, Regie: Friederike Heller). Der  Berliner Produktion folgte im September 2015 ein erstes Nachspiel am Theater Osnabrück.

2015/16 nahm Sascha Hargesheimer am AUTORENstudio des Schauspiel Frankfurt teil. Dort entstand das Stück DIE EUROPÄISCHE WILDNIS - EINE ODYSSEE (Uraufführung im Mai 2016, Ruhrfestspiele Recklinghausen / Schauspiel Frankfurt).

Für das Schauspiel Leipzig entstand 2017 das Auftragswerk CHOREOGRAPHIEN DER ARBEIT.

Werke
ZEIGENArchiv der Erschöpfung

Daß man eigentlich nur das Beste wollte in der Stadt - die jetzt gerade noch lebendig genug ist, um nicht absterben zu wollen -, damals, als man die Erdgasbohrung unternahm: geschenkt. Jetzt aber gibt es kein Vor und kein Zurück mehr, es wird eher gewankt, gestanden und auf das Beste gehofft, während man das Schlimmste erwartet. Sascha Hargesheimer schreibt über Verrat und Tristesse, über Verantwortung, Flucht, Heimkehr und die Frage nach Determination. Es beginnt, wo es immer beginnt: im Schoß - oder besser - am Tisch der Familie. Es endet: im Abgrund, der einmal eine Stadt war.

ZEIGENChoreographien der Arbeit

Sascha Hargesheimer blickt zurück in die Welt der 80er Jahre: mitten hinein in den Siegeszug des Neoliberalismus, in die Zeit der Entwicklung des Fernsehens zum Massenmedium und zur Manipulationsmaschine, in die Ära der konspirativen Theorien und UFO-Sichtungen. Der damalige gesellschaftspolitische Zustand läßt Parallelen zur heutigen Situation zu. Doch ist es gar nicht primär die große Weltpolitik, die Sascha Hargesheimer in seinem Stück in den Blick nimmt: Es ist vielmehr die Biographie einer Randfigur, deren Leben uns auf geheimnisvolle Weise sehr viel Aufschlussreiches über ihre Zeit und über uns erzählen kann. 

ZEIGENDie europäische Wildnis - eine Odyssee

In einem Konvolut aus Bildern und Szenen lotet Sascha Hargesheimer unseren immer kleiner werdenden Handlungsspielraum aus, der uns zwischen Political Correctness, Gefühlskälte, Überforderung, sogenannten ›Sprachverboten‹ und Tabus vermeintlich bleibt. Uns begegnen Menschen irrlichternd an modernen Nicht-Orten: an Flughäfen, in Zügen, Straßen, Krankenhäusern. Die Heimat ist verloren, umso mehr gilt es, einen Rest von Territorium zu verteidigen und Grenzen zu ziehen. Aus der sehnsüchtigen Reise ist ein lähmender Stillstand geworden.

ZEIGENPolen ist mein Italien

1980. Das Ende der Welt, ganz in der Nähe von Danzig. Inmitten dieser postapokalyptisch anmutenden Ostsee-Ödnis geht dem legendären (wenngleich kaum bekannten) Berliner Independent-Regisseur Bela Roberti das Film-Material aus. Der erfolglose Filmemacher schafft es nicht, das Scheitern des Projekts gegenüber der Filmcrew einzugestehen und flüchtet stattdessen in eine fiebernde Gedankenwelt zwischen Erinnerung und Traum. Er begegnet zwei polnischen Brüdern in ihrem verlassenen Hotel am Meer, einer Kranführerin, die kurz vor ihrer Pension gefeuert wurde und seiner Ex-Frau, die ihn längst verlassen hat.