
In der Kritikerumfrage des Fachmagazins »Theater Heute« ist Nis-Momme Stockmann mit großem Abstand zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt worden. Wir gratulieren herzlich!
Mit den Stücken »Der Mann der die Welt aß«, »Das blaue blaue Meer« und »Kein Schiff wird kommen« schrieb der 28-jährige drei in der vergangenen Spielzeit vielbeachtete und von der Kritik hochgelobte Theaterstücke. Gerhard Stadelmaier faßte die Begeisterung über das Talent Stockmanns wie folgt zusammen: »Auch wenn nirgends Hoffnung ist - wo Stockmann hintritt, wächst Gras.«
Stockmanns Stück KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN wurde in der Inszenierung von Annette Pullen (Staatstheater Stuttgart) zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.
Alle drei Werke Stockmanns werden in der neuen Saison mehrfach an deutschsprachigen Theatern nachgespielt. Im Herbst 2010 sind zudem mit INGA UND LUTZ (8.10.2010, Staatstheater Braunschweig) und DIE ÄNGSTLICHEN UND DIE BRUTALEN (12.11.2010, Schauspiel Frankfurt) zwei Uraufführungen neuer Texte zu sehen. Am Theater Heidelberg bringt Stockmann außerdem mit seiner Performance-Truppe Herkules Manhattan eine neue Produktion heraus.
Beim Berliner Stückemarkt 2009 wurde Sofi Oksanens FEGEFEUER erstmals in Deutschland vorgestellt. Inzwischen wurde das Theaterstück nach Schweden, Norwegen, Island, Dänemark, Frankreich und in die USA lizenziert (internationale Aufführungsrechte bei schaefersphilippen™). Für den gleichnamigen (und auf Basis des Stückes geschriebenen) Roman erhielt Oksanen eine Vielzahl von Auszeichnungen, zuletzt den renommierten Nordischen Literaturpreis 2010. In Deutschland ist das Buch am 19. August im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen. Zeitgleich hat Hörbuch Hamburg das Werk prominent besetzt und produziert: die beiden Hauptrollen werden gesprochen von Anna und Katharina Thalbach. Oksanen selbst wird ihren Roman auf einer Lesetour im September dem deutschsprachigen Publikum vorstellen (13.9. Literaturhaus Köln, 14.9. Literaturhaus München, 15.9. Hafenfest Hamburg, 16.9. Intern. Literaturfestival Berlin, 17.9. Rabenhof Theater Wien). FEGEFEUER steht noch frei zur Deutschsprachigen Erstaufführung.
Die Münchner Kammerspiele haben den von Kulturstaatsminister Bernd Neumann verliehenen Preis für kulturelle Bildung 2010 zugesprochen bekommen. Den mit 20.000 Euro dotierten Preis erhält das Theater für seine Produktion HAUPTSCHULE DER FREIHEIT. In der Jurybegründung zur Wahl des von Björn Bicker, Ruth Feindel, Michael Graessner, Peter Kastenmüller und Christine Umpfenbach geleiteten Projekts heißt es: »Das Projekt ist gleich dreimal für den Preis vorgeschlagen worden und tatsächlich erfüllt es die vom Auslober aufgestellten Bewertungskriterien in herausragender Weise. Es zeigt, was der Eigensinn von Kunst bewirken kann. Allerbeste Unterhaltung neben Aufklärung und großem sozialem Engagement.« Das für die Vorgängerprojekte BUNNYHILL und ILLEGAL immer wieder gerühmte Team Bicker, Graessner und Kastenmüller setzt derzeit seine Zusammenarbeit am Theater Freiburg fort. Dort wird das deutsch-türkische Projekt CABINET am 29.10.2010 uraufgeführt.
Viel Beachtung bei Publikum und Presse fanden in dieser Spielzeit die beiden Premieren KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN von Nis-Momme Stockmann und DER GEIZIGE des Pop-Poeten PeterLicht. Die Zeit schrieb in einer Doppelkritik über die beiden Autoren: »Die Uraufführungen in Stuttgart und Berlin sind die Auftritte zweier eigensinniger Stilisten. Stockmann und PeterLicht lassen ihre Figuren nicht das Kurzatemidiom des neuen deutschen Theaters sprechen, diesen neosachlichen Menschenfunk- und SMS-Verkehr auf kleinster rhetorischer Flamme. Bei diesen beiden ist Sprache ein Instrument der Lust, der Abirrung, ein hoher Selbstzweck.« Beide Stücke werden bereits in der kommenden Spielzeit an anderen Theatern nachgespielt. Umfassende Pressespiegel zu den beiden Titeln finden Sie auf den jeweiligen Stückseiten.