
Das internationale Theater- und Performancekollektiv andcompany&Co., 2003 in Frankfurt/M. gegründet, versteht sich als offenes, aber verbindliches Netzwerk. Den Kern bilden Alexander Karschnia, Autor und Theaterwissenschaftler, Nicola Nord, Sängerin und Performerin, sowie Sascha Sulimma, Musiker und DJ. Ihre Performances sind ein humorvolles Spiel mit Fakten & Fiktionen, das Bruchstücke ästhetischer & philosophischer Entwürfe des 20. und 21. Jahrhunderts musikalisch verdichtet und zu einem eigenen politischen Statement neu abmischt. Nach zu Beginn v.a. freien Produktionen kollaboriert das Kollektiv zunehmend auch mit dem Stadttheater.

Seit 2001 realisieren Auftrag: Lorey - neben anderen Arbeiten in unterschiedlichen Gruppierungen - Projekte, die sich an der Grenze zwischen Performance und installativer Kunst bewegen. Ausgangspunkt bildet ein jeweils vor Ort vorgefundenes bzw. recherchiertes Material. »Auftrag : Lorey legen die Brüche in unserer Welt offen, die wir im Alltag aus pragmatischen Gründen übersehen und überhören müssen«, so Gerald Siegmund über die beiden Künstler. Für das Schauspiel Frankfurt entstand 2010/11 die Arbeit HORROR VACUI; in der Spielzeit 12/13 setzen sie ihre Arbeit in Frankfurt mit der Produktion BOUNCING IN BAVARIA fort.

Kai Ivo Baulitz, geboren 1971 in Düsseldorf, besuchte nach dem Abitur die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Es folgte ein Engagement am Deutschen Theater in Göttingen. Auch in Bochum und Wuppertal stand er auf der Bühne. 1999 entdeckte Margarethe von Trotta ihn für die Arbeit vor der Kamera. Seine Theatertexte wurden u.a. am Schauspiel Frankfurt, Staatsschauspiel Dresden, Theater Magdeburg, Theater Oberhausen und an der Neuköllner Oper uraufgeführt. Für die Hamburger Kammerspiele hat er ein Stück über die Jazz-Legende Coco Schumann geschrieben. Mit DIE FRAKTION entsteht ein neues Stück für das Theater Magdeburg.

Von 2001-2009 war Björn Bicker Dramaturg unter Frank Baumbauer an den Münchner Kammerspielen. Dort erfand, entwickelte und leitete er u. a. gemeinsam mit Peter Kastenmüller und Michael Graessner die Stadtprojekte BUNNYHILL und ILLEGAL. Sein Stück ILLEGAL wurde vom BR als Hörspiel produziert und erschien im März 2009 als Buch im Antje Kunstmann Verlag, München. Bicker schreibt im Auftrag u.a. für den Bayerischen Rundfunk, die Münchner Kammerspiele, das Staatstheater Hannover und das Theater Freiburg.

Bereits mit 22 Jahren konnte Paul Brodowsky auf die erste Veröffentlichung bei Suhrkamp zurückblicken. 2008 ereilte ihn der Auftrag der Münchner Kammerspiele, für Luk Perceval eine Neubearbeitung von TROILUS UND CRESSIDA zu erstellen. Die Produktion wurde außerdem bei den Wiener Festwochen gezeigt. Sein vielfach ausgezeichnetes Stück REGEN IN NEUKÖLLN wurde 2011 an der Schaubühne in Berlin uraufgeführt. Für das Staatstheater Stuttgart entstand im gleichen Jahr eine Neuübersetzung von Shakespeares »Maß für Maß«, die Christian Weise inszenierte. Nach LÜG MIR IN MEIN GESICHT (UA: März 2010), einem Auftragswerk für das Theater Freiburg, wird Brodowsky in den kommenden Spielzeiten seine Zusammenarbeit mit den Freiburgern im Rahmen einer Hausautorenschaft fortsetzen.
Constantin von Castenstein

Castensteins »Denkmale eines delirierenden Delinquenten« erscheinen seit 2000 in deutschen und italienischen Zeitschriften. Seit 2002 ist er auch Theaterautor, hauptsächlich von Familienmelodramen und politisch-biographischen Tragödien. In der Spielzeit 2008/09 schrieb er das Libretto für das Musiktheaterstück DER WILHELMINE-CODE, das im Februar 2009 am Theater Erlangen uraufgeführt wurde. Die Oper FERNE NÄHE, für die er ebenfalls das Libretto schrieb, wurde im Oktober 2011 am Europäischen Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau uraufgeführt. Derzeit arbeitet Constantin von Castenstein an Libretti für zeitgenössische Opern an den Theatern Aachen und Chemnitz, die 2013/14 zur Uraufführung gelangen werden.

Corraxìa Cortez, im mexikanischen Tapachula als Kind einer deutsch-mexikanischen Ehe geboren, studierte in Tampico, Melbourne und Stockholm. Sie lebt in Berlin und schreibt hauptsächlich in deutscher Sprache. Cortez ist Preisträgerin des Göran-Söllgard-Drama-Wettbewerbs 2008 (für „Das Maßlose in Fräulein Peryphere“ und „Two is the loneliest Number“). Gegenwärtig schreibt sie an ihrem ersten Roman und an einem neuen Stück mit dem Arbeitstitel DREI CHICKS FÜR MR. CHOW.

Jörn Hintzer und Jakob Hüfner haben sich während des Regiestudiums an der Kunsthochschule für Medien in Köln kennengelernt. Datenstrudel begreifen sich als kreatives Duo, das im Spannungsfeld von Kommerz bis Kunst, von Animation bis Spielfilm, Neuen und Alten Medien arbeitet. Datenstrudel haben auch immer wieder für das Theater gearbeitet, u.a. gemeinsam mit Tom Kühnel und Jürgen Kuttner bei den Schillertagen in Mannheim 2007. In den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 arbeiteten sie erneut in dieser Konstellation, diesmal am Staatstheater Hannover. Im Januar 2012 kam es mit KOLLATERALSCHLAGER zu einer weiteren Kooperation mit Jürgen Kuttner. Mit DIE WELT OHNE UNS: DIE AFFEN folgte zum Ende der Spielzeit 2011/12 die erste eigene Produktion am Staatstheater Hannover.

Daniela Dröscher lebt in Berlin, schreibt Prosa, Essays und Theaterstücke. Sie belegte den Studiengang Szenisches Schreiben bei UniT Graz und war 2008 Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des LCB. Im August 2009 erschien ihr vielgerühmter erster Roman »Die Lichter des George Psalmanazar« im Berlin Verlag. Im Herbst 2010 folgte unter dem Titel »Gloria« ein Erzählband, für den die Autorin den Bayern2-»Wortspiele«-Preis 2011 erhielt. Gemeinsam mit Christian Weise hat sie eine Neufassung von Flauberts MADAME BOVARY geschrieben, die im September 2011 am Berliner Ballhaus Ost uraufgeführt wurde. Im Herbst 2012 erschien ihr zweiter Roman - POLA - im Berlin Verlag.

Matias Faldbakken, bildender Künstler, der 2005 sein Heimatland bei der Biennale in Venedig vertrat, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Gegenwartskünstler Skandinaviens. Seine Romane der skandinavischen Misantrophie-Trilogie THE COCKA HOLA COMPANY, MACHT UND REBEL und UNFUN wurden unter anderem von den Münchner Kammerspielen, der Berliner Volksbühne und dem Stuttgarter Staatstheater für die Bühne dramatisiert. DAS KALTE PRODUKT, seine Überarbeitung von Ibsens »Nora« wurde am Staatstheater Stuttgart deutschsprachig erstaufgeführt und liegt in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel vor.

Autorin, Schauspielerin und Performerin in verschiedenen Konstellationen, u.a. mit Thom Luz, Andreas Liebmann, Boris Nikitin. Ihr Solo »my ten favorite ways to undress/a personal hitlist« war auf verschiedenen Festivals zu sehen, u.a. im Rahmenprogramm von IMPULSE 2009. Für das Festival ÜBER LEBENSKUNST entwarf sie 2011 das Baumhaus-Projekt »Meet me in the tree«. Aktuell tourniert sie mit COME ON BABY, gemeinsam mit der Performerin Anja Meser. In der Spielzeit 2011/12 war sie Hausautorin am Theater Basel. Dort entstanden die Texte UTOPIA - VOM BESTEN ZUSTAND und ihr Stück TRIPTYCHON EINES SELTSAMEN GEFÜHLS, das im Juni 2012 in der Regie von Elias Perrig und Antje Schupp uraufgeführt wurde. Ihr Monolog MEIN TÖRICHTER BEWEIS VON LIEBE wurde 2012 vom Theater Tuchlaube Aarau produziert und gastierte u.a. im Theater Gessnerallee in Zürich.

In ihren Arbeiten untersuchen Hannah Hofmann und Sven Lindholm soziale Strukturen und Systeme nach Spielräumen für Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit. Als Akteure ihrer Projekte schicken sie Komplizen in die Wildbahn des Alltäglichen und lassen sie die Probe aufs subversive Exempel machen. Doch Produktionen von Hofmann & Lindholm erschöpfen sich nicht in ihrem szenischen Substrat. Ihnen gehen umfangreiche Recherchen voraus. 2009/10 arbeiteten sie u.a. für das Schauspiel Köln und das Theater Basel. Für Deutschlandradio Kultur und das Schauspiel Köln entstand 2011 die umfangreiche Preenactment-Arbeit »Archiv der zukünftigen Ereignisse«. Ihre Video-Installation SERIE DEUTSCHLAND war bis Juli 2012 Teil der Ausstellung RAY 2012 - MAKING HISTORY, die in den Räumen des Frankfurter Kunstvereins, im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und im MMK Zollamt zu sehen war. Hofmann & Lindholm gehörten zu den knapp 40 ausstellenden Künstler/innen, darunter Viktoria Binschtok, Thomas Demand, David LaChapelle, Omar Fast, Alfredo Jaar, Barbara Klemm und Gustav Metzger.

Juliane Kann zählt zu den spannendsten und erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Ihre Stücke wurden u.a. am Maxim Gorki Theater, am Staatstheater Stuttgart, am Schauspiel Frankfurt, am Düsseldorfer Schauspielhaus oder am Staatstheater Braunschweig uraufgeführt. Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft hat Juliane Kann mit dem Dramatikerpreis 2009 ausgezeichnet. Für das Deutsche Theater Berlin schreibt sie an einem neuen Bühnenwerk. Ihre Bühnenadaption des Romans NO UND ICH von Delphine de Vigan inszenierte Kann, die derzeit den Studiengang Regie an der Ernst-Busch-Hochschule abschließt, bereits selbst. Weitere Regie-Arbeiten u.a. in Mainz und Göttingen sind für die Spielzeit 2012/13 verabredet.

Hans-Werner Kroesinger gilt als einer der wesentlichsten Vertreter des dokumentarischen Theaters im deutschsprachigen Raum. Unter anderem war er künstlerischer Mitarbeiter an Heiner Müllers »Hamlet/Hamletmaschine«. Kroesinger zeigte seine Arbeiten, die sich thematisch mit globalen Kriegen, Rüstungsgeschäften, der deutschen NS-Vergangenheit beschäftigten, in den vergangenen Jahren am Berliner Hebbel am Ufer. Der Künstler arbeitet aber auch an Stadt- und Staatstheatern, z.B. am Staatstheater Hannover, am Theater Bonn und am Staatstheater Karlsruhe.

Mit ihrem Debütstück SONST ALLES IST DRINNEN wurde Anne Lepper zum Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik eingeladen und gewann den Publikumspreis. SONST ALLES IST DRINNEN wurde im Frühjahr 2010 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Mit dem Text HUND WOHIN GEHEN WIR wurde Anne Lepper zum tt Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2011 eingeladen und bekam den Werkauftrag des tt-Stückemarkts zugesprochen. Lepper schrieb mit SEYMOUR ihr viertes Bühnenstück, das in der Regie von Claudia Bauer im Januar 2012 am Staatstheater Hannover uraufgeführt wurde. Zeitgleich gelangte KÄTHE HERMANN am Theater Bielefeld zur Uraufführung. Die Produktion wurde zu den Mülheimer Theatertagen 2012 eingeladen. Weitere Einladungen, u.a. zu den Autorentheatertagen am DT Berlin folgten. Mit SEYMOUR und HUND WOHIN GEHEN WIR entstanden zwei vom WDR produzierte Hörspiele.

Marcel Luxinger arbeitet als Autor und Regisseur, Bearbeiter und Dramaturg in der freien Szene und an Staatstheatern u.a. in Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Hamburg und Berlin. Neben eigenen Stücken schreibt er innovative Bearbeitungen moderner Klassiker sowie brisante politische Projekte. Als Dramaturg arbeitet er regelmäßig mit Friederike Heller, Tomas Schweigen und Anja Gronau. Luxinger ist derzeit Libretto-Stipendiat der Jürgen-Ponto-Stiftung. Sein Stück KRIECH ODER: ORIENTIERUNGSHILFE FÜR DEN WERTEKOMPASS (UA: Schauspiel Frankfurt, 2005) wird in der Spielzeit 12/13 am Theater Erlangen nachgespielt.

Thomas Melle schreibt Theaterstücke ebenso wie Prosa. Er übersetzte William T. Vollmanns Roman »Huren für Gloria«, Suhrkamp 2005. 2007 erschien mit dem Erzählband »Raumforderung« Thomas Melles Prosadebüt bei Suhrkamp. Zusammen mit Martin Heckmanns hat er das Stück 4 MILLIONEN TÜREN geschrieben. Für das Theaterhaus Jena schrieb er 2010 das Stück DAS HERZ IST EIN LAUSIGER STRICHER. Sein vielgelobter Roman »Sickster« erschien im Herbst 2011 bei Rowohlt Berlin. Eine Theaterfassung ist in Vorbereitung und wird 12/13 am Theater Bremen uraufgeführt. Im Auftrag des Schauspielhauses Wuppertal schrieb er das Stück AUS EUREN BLICKEN BAU ICH MIR EIN HAUS, das dort in der Spielzeit 2012/13 uraufgeführt wurde.

Azar Mortazavi, geboren 1984 in Wittlich, studiert seit 2007 Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Für ihr Stück »Todesnachricht« wurde sie mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet. Das Stück wurde in der Spielzeit 2010/11 am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt. Ihr zweites Stück ICH WÜNSCH MIR EINS wurde zum Heidelberger Stückemarkt 2010 eingeladen. Neben dramatischen Texten arbeitet sie an einer Erzählung, in der sie sich mit ihrer zweiten Heimat, dem Iran, beschäftigt. 2011 wurde ihr der Exil-Dramatikerinnen-Preis der wiener wortstaetten zugesprochen. Im Dezember 2012 wurde ICH WÜNSCH MIR EINS in der Regie von Annette Pullen am Theater Osnabrück uraufgeführt. Mit diesem Text wurde Azar Mortazavi für den Mülheimer Dramatikerpreis 2013 nominiert.

Maxi Obexer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin. Sie hat sich einen Namen mit politischen Stücken und Essays gemacht. DAS GEISTERSCHIFF etwa, ihr am häufigsten gespieltes Stück, ist eine Auseinandersetzung mit den modernen Flüchtlingskatastrophen, ein Requiem über die gleichgültig hingenommenen Toten an Europas Küsten. Ihre Stücke wurden u.a. gespielt am Staatstheater Dresden, Theaterhaus Jena oder Theater Basel. Obexer lehrte Drama am Dartmouth College, USA, und ist Gastprofessorin für Szenisches Schreiben an der Berliner UdK. Für das Theater Freiburg schrieb sie 2012 gemeinsam mit Bernadette La Hengst die Operette DIE KÄMPFE DER FRAUEN. Zur Zeit erarbeiten sie und Roberto Cavosi im Auftrag der Vereinigten Bühnen Bozen eine Neufassung von »Le Ball«. Obexer lebt und arbeitet in Berlin und Südtirol.

Sofi Oksanen, die an der Theaterakademie Helsinki studierte, schreibt Theaterstücke und Prosa. Für ihren dritten Roman FEGEFEUER (Purge), der auf ihrem gleichnamigen Theaterstück basiert, erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den renommierten und mit 30.000 Euro dotierten Finlandia Award. Mit ihrem Stück FEGEFEUER avancierte sie zu einer gefeierten und weltweit beachteten Autorin. Nach Premieren u. a. in Schweden, Dänemark, Island, Portugal, Frankreich und den USA folgen 2012 weitere Premieren in England, Litauen, Lettland, Spanien und weiteren skandinavischen Ländern. In Deutschland wurde FEGEFEUER erstmals beim Berliner Stückemarkt 2010 vorgestellt. Es folgte die DEA am Theater Osnabrück sowie Nachspiele am Staatstheater Hannover und am Theater Kiel.

Und dann kam PeterLicht und fegte mit leiser Stimme fast schon gewalttätig mitten hinein ins Hirn nicht nur der Literatur, sondern gleich des ganzen 21. Jahrhunderts. Der Musiker, Liedermacher und Poet beeindruckt in unterschiedlichsten Genres. Für das Maxim Gorki Theater überschrieb er kongenial Molières Komödie DER GEIZIGE. 2012 folgten weitere Inszenierungen des Licht'schen Geizigen von Bastian Kraft und Pedro Martins Beja. Mit dem vielfach nachgespielten Text DIE GESCHICHTE MEINER EINSCHÄTZUNG AM ANFANG DES DRITTEN JAHRTAUSENDS ist Licht seit nunmehr vier Spielzeiten an deutschen Stadttheatern präsent. Im Oktober 2011 erschien mit DAS ENDE DER BESCHWERDE das fünfte Studioalbum des Künstlers. Für die Spielzeit 2012/13 schreibt er im Auftrag für das Schauspielhaus Düsseldorf und das Schauspiel Köln.

Milo Rau bewegt sich zwischen vielen Grenzen: zwischen freier Szene und Stadttheater, Wissenschaft und Fiktion, Autorenschaft und Journalismus. Seit Januar 2008 leitet er das IIPM (www.international-institute.de) und schreibt regelmäßig auf seinem Blog Althussers-Haende.org (www.althussers-haende.org). Im Dezember 2009 reüssierte Raus Reenactment-Theater mit dem umfangreichen Projekt DIE LETZTEN TAGE DER CEAUSESCUS, mit dem er international gastierte und heftige Diskussionen auslöste. Das Stück erschien beim Berliner Verbrecher-Verlag als Buch. Mit HATE RADIO tourt Rau seit Herbst 2011. Die Produktion wurde u.a. zum Berliner Theatertreffen 2012 und zum Festival Radikal Jung am Münchner Volkstheater eingeladen. Das nächste IIPM-Großprojekt DIE MOSKAUER PROZESSE beginnt im Oktober 2012 mit dem szenischen Kongress POWER AND DISSENT am Nationaltheater Weimar.
Rimini Protokoll (Haug/Wetzel)

Helgard Haug und Daniel Wetzel haben am Giessener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft studiert und arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen - oft auch mit Stefan Kaegi - unter dem Label Rimini Protokoll. Sie gelten als die »Protagonisten und Begründer eines neuen Reality Trends auf den Bühnen« (Theater der Zeit), der die junge Theaterszene geprägt hat. Seit 2000 entwickeln sie auf der Bühne und im Stadtraum ihr Experten-Theater, das Laien als Experten der Wirklichkeit ins Zentrum stellt. Ihre Produktionen wie z.B. BLACK TIE gastieren seit vielen Jahren weltweit. 2012 entstand die Lecture Performance PROMETHEUS IN ATHEN. 2013 erarbeiten Helgard Haug und Daniel Wetzel ein neues Projekt im Auftrag des Staatstheaters Stuttgart.

Nach eigenen Inszenierungen in Graz, Bochum, Hannover und Zürich studierte Charlotte Roos am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Es folgten verschiedene Stipendien und Einladungen, u.a. zu den Wiener Werkstatttagen am Burgtheater (2007) sowie die Teilnahme am Autorenprojekt stück/für/stück am Schauspielhaus Wien (2008). Mit ihrem Stück HÜHNER. HABICHTE. gewann sie den Preis der Jury sowie den Publikumspreis bei den St. Galler Autorentagen 2009. Mit ihrem jüngsten Theatertext WIR SCHWEBEN WIEDER wurde Charlotte Roos 2012 zum Heidelberger Stückemarkt, zum Stück Auf-Festival ans Theater Essen und zur langen Nacht der Autoren am Deutschen Theater Berlin eingeladen.

Nach dem Studium im Zürich und Berlin arbeitet Andreas Sauter als Autor und Regisseur für Theater, Hörspiel und Film. Gemeinsam mit Bernhard Studlar gewann er 2000 den Kleist-Förderpreis für das Stück A. IST EINE ANDERE. Andreas Sauter ist Mitbegründer der Autoreninitative »Uns pflegen - heißt euch pflegen; 10 Wünsche für ein künftiges Autorentheater«, sowie des Berliner DramaTischs. Für die Westfälischen Kammerspiele in Kooperation mit dem Huajuyuan Theater Qingdao in China hat Sauter das Stück DAS WEISSE ZIMMER geschrieben, das im Juni 2011 in China uraufgeführt wurde. Die Premiere in Paderborn folgte im November 2011.

Andreas Sauter und Bernhard Studlar haben sich während des Studiums an der Berliner UdK kennengelernt und seitdem eine Vielzahl gemeinsamer Theaterstücke zusammen verfaßt. Ihr Theaterstück A. IST EINE ANDERE wurde 2000 mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet und mehrfach im In- und Ausland inszeniert. Die kontinuierliche Zusammenarbeit schließt auch gemeinsame Regiearbeiten ein. In der Spielzeit 2009/10 reüssierten sie mit ihren Werken GELD - HER DAMIT und ALLES IN ORDNUNG in Oldenburg und Stuttgart. 2012 produzierten und sendeten DRS und SWR das Sauter & Studlar-Hörspiel DIE WUNDERSAME REISE DES ROMAN HORN. 2013 wird das Stuttgarter Theater die Rampe die Produktion ALLES IN ORDNUNG wieder aufnehmen.

1981 auf Föhr geboren, studierte Nis-Momme Stockmann in Hamburg und Odense sowie »Szenisches Schreiben« an der Berliner UdK. Er schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa und inszeniert mit seinem Kollektiv Herkules Manhattan eigene Texte. Das vielfach nachgespielte Stück DER MANN DER DIE WELT ASS erhielt beim Heidelberger Stückemarkt 2009 Haupt- und Publikumspreis. KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN wurde 2010 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Das Fachmagazin »Theater Heute« wählte ihn zum Nachwuchsdramatiker des Jahres 2010. 2011 erhielt er den Friedrich-Hebbel-Preis. Stockmann war Hausautor am Schauspiel Frankfurt. TOD UND WIEDERAUFERSTEHUNG DER WELT MEINER ELTERN IN MIR wurde 2012 in der Regie von Lars-Ole Walburg am Staatstheater Hannover uraufgeführt und 2013 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Für das Bayerische Staatstheater schreibt Stockmann 2013/14 ein neues Stück.

Anne Tismer ist als Performancekünstlerin, Autorin und bildende Künstlerin eine große Ausnahmeerscheinung des deutschen Theaters. Seit 2005 trat Tismer in Aktionen von John Bock auf und entwickelte eigene Kunstaktionen. Im gleichen Jahr gründete sie mit der Performerin Rahel Savoldelli das Kollektiv gutestun und war 2006 Mitbegründerin des Kunstortes Ballhaus Ost in Berlin. Mit ihren Aktionen tourt Anne Tismer weltweit. Zuletzt entwickelte Tismer die Produktionen HITLERINE und WOYZICKINE. Seit 2010 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit den Togoer Künstlern Joel Ajavon und Jean-Frederic Batassé. Ihre jüngste Performance in Togo »Lomé in Leuchtfarben und paniert und als Marschmellow« wurde in den Goethe-Instituten in Togo, Brüssel, Paris und Berlin gezeigt. Anne Tismer lebt in Lomé und Berlin. Momentan bereitet sie für den Herbst 2012 in Togo und Berlin die Aktion »der diskrete charme der tausendfüssler« vor.

Kay Voges arbeitet als Autor und Regisseur an verschiedenen Stadt- und Staatstheatern, u.a. am Staatsschauspiel Dresden, Theater Bonn, Staatstheater Darmstadt und Staatstheater Kassel. Im Auftrag der Bundesakademie für Politische Bildung in Wolfenbüttel übernahm er diverse Dozententätigkeiten. Seit Sommer 2010 ist Kay Voges Schauspieldirektor am Theater Dortmund. Dort inszenierte er u.a. Büchners »Woyzeck« und Dennis Kellys »Waisen« sowie den Ibsen-Doppelabend NORA und GESPENSTER.

Olivia Wenzel wurde 1985 in Weimar geboren und lebt in Berlin. 2004-2010 Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim. Wenzel schreibt Theatertexte und Prosa und ist Sängerin & Songwriterin der Band »humming«. Für ihr Theaterstück JIGGY PORSCHE TAUCHT AB erhielt Olivia Wenzel in der »Langen Nacht der neuen Dramatik« den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik 2011. JIGGY PORSCHE wurde in der Spielzeit 2011/12 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.

Geboren 1981 in Graz, studierte Christian Winkler Germanistik in Graz und Regie und Kulturmanagement in London am Goldsmiths College. 2007 erhielt er den Retzhofer Literaturpreis, 2008 das Dramatikerstipendium der Republik Österreich sowie das Stipendium der Literar Mechana. Er arbeitet als freier Regisseur und Autor in Österreich, Deutschland und England und ist Teilnehmer des Szenischen Schreiben Lehrganges bei uniT. Mit seinem Stück IN DEN ARKADEN gewann er 2010 den Stückwettbewerb der Schaubühne Berlin. Nach langer Recherchephase erarbeitete er das dokufiktionale Stück RÄUBERZELLE, das Ende Oktober 2010 am Theaterhaus Jena uraufgeführt und zu zahlreichen Gastspielen eingeladen wurde. Winkler lebt und arbeitet in Hamburg.