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theater und medien
Roman, 3. Teil der skandinavischen Misantrophie, UA: 12.12.09, Theater Basel, Noch frei zur Adaption für Hörfunk
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Synopsis

Fünf Jahre nach MACHT UND REBEL beschließt Matias Faldbakken seine aufsehenerregende Trilogie – die skandinavische Misanthropie – mit dem nun vorliegenden UNFUN. Der Dramaturgie der Vergewaltigungs/Rache-B-Movies der siebziger Jahre folgend entwirft Faldbakken eine moderne Gewaltgroteske, die sich rund um das imaginäre Online-Slasher-Spiel »Deathbox« dreht. Onlinezocker Slaktus, ein »violence intellectual«, sucht sich ausgerechnet seine anarchistische Exfreundin Lucy als Opfer seiner Internetphantasien aus. 

Faldbakken ist ein Meister, wenn es darum geht, Trash und Popkultur mit den drängenden und meist unbeantworteten Fragen der Moderne unentwirrbar zu verknüpfen und daraus ein Netz zu spinnen, in dem sich der Leser mit seiner postmodernen Moral aufs Köstlichste und Widersprüchlichste verfangen wird. UNFUN ist ernsthaft verstörend und großartig unterhaltsam.

ZEIGENMatias Faldbakken
Matias Faldbakken, bildender Künstler, der 2005 sein Heimatland bei der Biennale in Venedig vertrat, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Gegenwartskünstler Skandinaviens. Seine Romane der skandinavischen Misantrophie-Trilogie THE COCKA HOLA COMPANY, MACHT UND REBEL und UNFUN wurden unter anderem von den Münchner Kammerspielen, der Berliner Volksbühne und dem Stuttgarter Staatstheater für die Bühne dramatisiert. DAS KALTE PRODUKT, seine Überarbeitung von Ibsens »Nora« wurde am Staatstheater Stuttgart deutschsprachig erstaufgeführt und liegt in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel vor. Seine Trilogie wird seit letzter Spielzeit wieder regelmäßig am Wiener Werk-X Theater gezeigt.
Neuigkeiten
Das Ende der skandinavischen Misantrophie

Matias Faldbakken hat seine aufsehenerregende Trilogie mit dem Roman UNFUN abgeschlossen. Das Buch erschien im Frühjahr 2009 bei Blumenbar, München. Die Bühnenaufführungsrechte liegen bei schaefersphilippen, Köln.

Presse
BR

»Matias Faldbakken gehört mittlerweile zu den bedeutendsten Schriftstellern einer neuen Generation.«

Süddeutsche Zeitung

»Böses Herz der Helligkeit: eine Abrechnung mit dem postkolonialen Kapitalismus aus weiblicher Sicht.«

Spiegel

»Slaktus ist ein Freak, aber einer, der subversiv ist; ein Anführer der Konterrevolution. So wie im ersten Buch der Umstürzler ein Pornoproduzent ist, im zweiten ein Marketing-Manager, der seinen begeisterten Firmenkunden Produktnamen wie Gangbang einredet. Faldbakken geht es um die Unmöglichkeit, in der heutigen Zeit zu rebellieren, ohne nicht gleich vom Mainstream, von jenem Heer der Gutmenschen, vereinnahmt zu werden.«

Basler Zeitung

»In Marie Bues' Inszenierung von Faldbakkens Misantrophie-Trilogie, die gestern im Theater Basel uraufgeführt wurde, ist die in Uganda geborene Anarchistin Lucy das titelgebende Mädchen. Ihre Vorfahren gehörten zum Stamm der Ik, dem das Gen für Mitgefühl fehlt und dessen Angehörige jedes Elend nur belachen. Trotz der oft nur angedeuteten Provokationen kommt Faldbakkens bitterböse Gesellschaftsanalyse in Bues' Inszenierung nicht schlecht durch: In der abgestumpften Spaßgesellschaft mit ihrem unstillbar gewordenen Hunger nach Reizen gibt es weder Moral noch Unmoral, weder Gebote noch Verbrechen. ›Das Negative ist die letzte Triebkraft‹, wie Faldbakken wiederholt erklärt hat.«

nachtkritik

»Faldbakkens Stoff ist hart und kompromißlos, bewußt skandalös und voll bösem Zynismus: Unfun. Die Familienstrukturen sind kaputt, Politik und Wirtschaft korrupt, der skandinavische Wohlfühlstaat die Pest für freie Unternehmer wie Simpel. Er leistet ›allgemeine Widerstandsarbeit‹, indem er Pornos produziert und der Ess-Fick-Schlaf-Gesellschaft genau das liefert, was sie braucht. Sein Motto ›Gegen alles und für nichts‹ ist freilich ein gefährliches Konzept. Nach einem kurzen Zwischenstück tritt Lucy ins Rampenlicht - eindrücklich stark und, vor allem nun im zweiten Teil: melancholisch leise, beinahe lyrisch. Der Monolog über ihre afrikanischen Wurzeln und ihren ganz persönlichen Anarchismus bildet den Gegenpart. Lucys Ex Slaktus, ein ungeschlachter Gewaltintellektueller, möchte der eigenen Gesellschaft den Spiegel vorhalten, indem er Joseph Conrads ›Herz der Finsternis‹ umdreht und einen Schwarzen mit Kettensäge massakrierend durch Paris rasen lässt. Nicht in echt, soweit geht er dann doch nicht, sondern nur in Form eines Slasher-Games, einer virtuellen Schlächterorgie. Dann aber hat Lucy genug, von Slaktus wie auch von ihren Söhnen Atal und Wataman, zwei grausigen Personifikationen des spassgesellschaftlichen Zynismus. Sie schreitet zum finalen Akt in der Rolle des ›Final Girl‹: als eben jene Figur, die in Slasherfilmen zuletzt schließlich Ordnung schafft und als einzige unbeschadet das Massaker überlebt. So erzählt es Faldbakken – und Lucy liest die entsprechende Stelle aus dem Buch am Bühnenrand vor, um die grauslichen Details nicht vorspielen zu müssen. ›Final Girl‹ hat starke, drastische und wunderbar intensive Momente. Was nicht so schnell verblasst ist der starke Auftritt der Hauptdarstellerin Astrid Meyerfeldt, die selbst in ihrem Irrsinn rührend wirkt. ›Das reine Potenzial ist finster – glaube ich‹. Sagt sie – Schluß.«

Morgenbladet

»With his new novel UNFUN, Matias Faldbakken cements his role as the difficult child of Norwegian literature. UNFUN shows that he is capable of writing that is to the point, witty, reflective, essayistic, simple, repulsive, and entertaining at once. The high level of abstraction most likely in part explains the mixed reviews that Matias Faldbakken’s books receive. But it is beyond doubt that this is a hell of a book. Reading UNFUN provokes questions such as: What do I believe in? Why? Is there anything to love or hate? What was I to do if all of this vanished? Or if it turns out never to have existed? UNFUN turns around the theme of one of the most general and desperate actions, far from unknown to the above-mentioned ”difficult child”: struggling, kicking around. In the words of Lucy: ”You can almost use it as a memento: When everything goes to hell: kick around.” Reading Faldbakken can be a good way of making order in your own processes of creating meaning. Even if saying it in those words is to render harmless precisely what the book is struggling against.«

NRK

»UNFUN  is the strong finale of a trilogy that it will take a long time to fully grasp the complexity of.«

Verdens Gang

»Matias Faldbakken takes decisive artistic steps in this final instalment of the Scandinavian Misanthropy Trilogy. However, the most interesting thing happens when the author turns on the principle of distance in the literary form itself, which is concept-like and aesthetisizing. Even though the book to a large extent is powered by a straightforward, fast-paced punk prose, there are also places where the distance does not hold together. In these sections, it is as though the author searches for a way to, in spite of everything, re-establish a form for holding a set of values. And more importantly: this is where melancholy shines through, and where Matias Faldbakken appears as something more than a literary conceptual artist. Namely, a real author. With massive talent and genuine originality.«

Aufführungen

UA: 12.12.2009, Theater Basel

DE: 3.6..2010, Schauspiel Leipzig

Aufführung,

22.1.2011, Theater Bielefeld

 

Aufführung

Januar 2011

GARAGE X - Theater Petersplatz, Wien

Szenische Lesung

15.12.11, Staatstheater Kassel