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theater und medien
Libretto, Musik con Michael Emanuel Bauer, 2D - 2H - 4 Musiker, UA: 29.1.2009, Theater Erlangen
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Synopsis

Wilhelmines Kindheit ist eine Katastrophe: Als Spielball der strategischen Absichten ihrer zerstrittenen Eltern, ist sie stets nur Machtobjekt, nie aber Kind. Ihre Hochzeit mit dem britischen Thronfolger wird vom Vater vereitelt, der sie schließlich in die fränkische Provinz verheiratet. Von der Queen zur Markgräfin… Wilhelmine macht aus dem gesellschaftlichen Abstieg die Beste aller möglichen Biographien: Sie erfindet sich selbst – als eine moderne Frau in einer konservativen Welt. Nur, wer war Wilhelmine wirklich?  Pionierin in Sachen Gender-Bewusstsein, die mühelos verschiedene Berufe ausübt (Intendantin, Gräfin, Mutter) – oder privilegierte Adlige, die nur ihre eigenen Träume verwirklicht?  Begabte Künstlerin, die eine vielbeachtete Oper komponiert – oder kulturbegeisterte Konsumentin, die ihre Position nutzt, um mit Voltaire Theater zu spielen?  Verantwortungsbewusste Politikerin oder verschwendungssüchtige Prominente? Und welche Rolle spielt eigentlich dieser Top-Arzt Daniel de Superville in Wilhelmines Leben?

Ein Komponist und ein Dramatiker versuchen unter Verwendung von historischen Überlieferungen, musikalischen Referenzen, politischen Kommentaren und aktuellen Assoziationen einerseits, den Wilhelmine-Code zu knacken, andererseits in Form und Inhalt einen neuen Umgang mit dem Medium Oper zu finden. Es entsteht ein eklektischer Mix aus biographischem Crashkurs, neoklassizistischer Skandal-Kolportage, dialektischer Revue und musikalischem Opfer.  Dieses Projekt ist dem Menschen Wilhelmine gewidmet, die mit einer Autobiographie ihre eigene Geschichte gleich selbst schrieb: eine Mischung aus Chronik und Übertreibung, Politik und Skandal.

ZEIGENConstantin von Castenstein
Castensteins »Denkmale eines delirierenden Delinquenten« erscheinen seit 2000 in deutschen und italienischen Zeitschriften. Seit 2002 ist er auch Theaterautor, hauptsächlich von Familienmelodramen und politisch-biographischen Tragödien. Er schrieb das Libretto für das Musiktheaterstück DER WILHELMINE-CODE, das im Februar 2009 am Theater Erlangen uraufgeführt wurde. Die Oper FERNE NÄHE, für die er ebenfalls das Libretto schrieb, wurde 2011 am Europäischen Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau uraufgeführt. Im Dezember 2013 wurde mit PRINZESSIN IM EIS eine Operette nach einem Libretto von Constantin von Castenstein am Theater Aachen uraufgeführt. Die Uraufführung der spartenübergreifenden Oper SÜDSEETULPEN erfolgte 2017 am Theater Chemnitz.
Neuigkeiten
Erlanger Theaterpreis für WILHELMINE

Gemeinsam mit dem Komponisten Michael Emanuel Bauer und der Regisseurin Lilli-Hannah Hoepner Constantin von Castenstein für seine »herausragende Leistung als Autor« der Musiktheaterproduktion DER WILHELMINE-CODE mit dem Erlanger Theaterpreis 2009 ausgezeichnet. Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: »Das Arrangement des Crossovers und der Zitate wurde so geistreich, unverkrampft und unterhaltsam, so herrlich schräg und noch dazu versiert getimt in Szene und Musik umgesetzt, daß das Ganze am Ende viel mehr war als die Summe seiner Pastiche-Teilchen. Mit derart rasantem, derart inspiriertem Musiktheater ist dem kleinen Haus ein großer Wurf gelungen.«

Presse
BR 2

»Der ›Wilhelmine-Code‹ als grelles wie originelles Musiktheater in Erlangen. Constantin von Castenstein und Michael Emanuel Bauer haben nicht im Traum daran gedacht, Wilhelmine treuherzig nach ihren eigenhändig manipulierten Memoiren zu schildern. Sie lassen sich inspirieren von Fakten und Vermutungen, sausen in Wort und Klang durch Jahrhunderte. Die große Qualität der Inszenierung liegt darin, dass sie Stereotype vermeidet. Die Uraufführung wirft einen neuen, schrillen, komischen Blick auf die historische Wilhelmine, changiert gekonnt zwischen den Genres Schauspiel und Musiktheater. Sie erreicht bisweilen eine schwebende Qualität von fluoreszierender, schillernder Leichtigkeit. Vielleicht deshalb ist dieser ›Wilhelmine-Code‹ so verblüffend, weil er einen sehr modernen Code hat: den des Selbst. Das Publikum spendete der Aufführung am Donnerstagabend im Erlanger Markgrafentheater viel Beifall.«

Nürnberger Nachrichten

»Alles in allem ein facettenreiches Musiktheaterstück, das sich Wilhelmine auf geistreiche, herrlich theatralische Weise nähert. ›Der Wilhelmine- Code« will das Bild der Markgräfin als historische Person, als kunstsinnige Mäzenatin ebenso wie als frühe Feministin zur Disposition stellen - dies gelingt in der amüsanten Aufführung mit spielerischer Leichtigkeit. Drei hervorragende Schauspieler (Georgia Stahl, Mario Gremlich, Nicholas Reinke) sowie das sängerische Multitalent Cornelia Melián interagieren mit den Musikern. Das Ergebnis ist kurzweilig und spartenübergreifend. Lilli-Hannah Hoepner inszenierte mit Sängerin Cornelia Melián und Georgia Stahl als trotzköpfige Egotrip-Gräfin ihr munteres Ensemble auf Reibungshitze zwischen Barock und Pop. Mit überdrehtem, aber nie trivialem Bildertheater gelingt der jungen Regisseurin vorzügliche Unterhaltung.«

Aufführungen

Uraufführung

29.1.2009

Theater Erlangen