Christian Weise

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»Regisseur Christian Weise arbeitet gesellschaftliche und soziale Gegebenheiten des Heute heraus, überzeichnet schrill, ohne je die Figuren an die Karikatur zu verraten. Weises Inszenierung ist so wunderbar unterhaltsam wie tiefsinnig, zugleich auch vielschichtig und klug durchdacht. Ein theatrales Plädoyer für die Macht und Kraft der Phantasie und des subversiv Widerständigen.«
(Die Deutsche Bühne über DON QUIJOTE)

Person

Christian Weise wurde 1973 in Lutherstadt Eisleben geboren. Nach dem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch arbeitete Weise als Schauspieler und Puppenspieler u.a. am Schauspiel Frankfurt und am TaT Frankfurt. Ab 2002 folgten neben einer Dozentenstelle an der Ernst-Busch-Hochschule erste eigene Inszenierungen, u.a. am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Köln, am Neuen Theater Halle, am Deutschen Theater Berlin, am Staatstheater Stuttgart und am Schauspielhaus Zürich.

Seit 2006 arbeitet Christian Weise regelmäßig mit der Schauspielerin Corinna Harfouch zusammen, die er 2006 für seine umjubelte Inszenierung von Soeren Voimas moderner Don Quijote-Adaption erstmals ans Stuttgarter Staatstheater holte. Über »Herr Ritter von der traurigen Gestalt« schrieb die ›Deutsche Bühne‹: »Weises Inszenierung ist so wunderbar unterhaltsam wie tiefsinnig, zugleich auch vielschichtig und klug durchdacht. Die drei Stunden der Aufführung vergehen wie im Flug. Ein theatrales Plädoyer für die Macht und Kraft der Phantasie und des subversiv Widerständigen.«

In der Spielzeit 2009/10 inszenierte Weise unter dem Titel ALICE UNDER GROUND eine gemeinsam mit Anne Tismer bearbeitete Fassung von »Alice im Wunderland« (Ballhaus Ost, Berlin). Die Berliner Zeitung schrieb: »Christian Weise zeigt eine so intelligente wie witzige Aktualisierung des berühmten Kinderbuches. Weises Inszenierung vermag mit putzmunter durchgeformter Anarchie den Bogen zwischen Traum und Albtraum, Imagination und Verdrängung zu schlagen.«

Es folgten Arbeiten am Anhaltischen Theater in Dessau (FAMILIE SCHROFFENSTEIN), am Ballhaus Ost, Berlin, (WENN ES NACHT WIRD. MÄNNER AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS von Falk Richter), am Puppentheater Halle (MAX UND DAS MONSTER), am Landestheater Tübingen, am Staatstheater Schwerin und - als Haus-Regisseur - in Stuttgart (DIE NIBELUNGEN, WAS IHR WOLLT, MEISTER UND MARGARITA, WAS GESCHAH MIT BABY JANE?)

Gemeinsam mit Daniela Dröscher entstand eine Neufassung von Flauberts MADAME BOVARY, die im Ballhaus Ost Berlin uraufgeführt wurde (UA: 7. September 2011) und am Staatstheater Stuttgart gastierte. Mit MASS FÜR MASS (26.11.2011, Staatstheater Stuttgart) -in einer Neuübersetzung von Paul Brodowsky - reüssierte er einmal mehr als Spezialist für die Komödien Shakespeares.

Deutschlandfunk kommentiere: »Ein komödiantisches Bravourstück, das Shakespeares drastischem Theater sicher nicht fremd war. Weise und sein tolles Ensemble holen den Text mit jedem Wort, jeder Geste und Szene in die schlüpfrige Wirklichkeit zurück, aus der er kam. Weise macht kein explizit politisches Theater - stellt aber mit seinem virtuos spielfreudigen Ensemble alle Stationen und Nuancen eines üblen Machtpokers aus.« Die taz ergänzte: »Weises Inszenierung schwingt sich zu fantastischen Höhen auf. So schön, so schräg kann Werktreue sein.«

In der Spielzeit 2013/14 kehrte Christian Weise mit Arbeiten am Maxim Gorki Theater und am Ballhaus Ost nach Berlin sowie ans Staatstheater Schwerin zurück. Erstmals arbeitete er zudem am Deutschen Nationaltheater in Weimar und am Düsseldorfer Schauspielhaus.

2014/15 eröffnete er mit KAUFMANN VON VENEDIG am Staatstheater Darmstadt. Es folgten weitere Inszenierungen u.a. in Augsburg und Weimar.

15/16 inszenierte Weise zweimal Shakespeare - in Darmstadt (DER STURM) und am Maxim Gorki Theater, Berlin (OTHELLO) - sowie Anton Tschechows PLATONOW in Augsburg.

Die Spielzeit 2018/19 beginnt für Christian Weise  beim Kunstfest Weimar mit einer  Inszenierung von »Macbeth« (in der Übersetzung von Heiner Müller) sowie Susanne Wolff und Corinna Harfouch in den Hauptrollen. Mit »Der Auftrag« folgt dann eine weitere (Müller) Arbeit am Nationaltheater Weimar.

Unter der neuen Intendanz von Christian Holtzhauer in Mannheim führt Weise in 18/19 ebenfalls zweimal Regie (»Die Räuber« im September 2018, »Endstation Sehnsucht« im Februar 2019).

Im April 2019 kehrt Weise ans Staatstheater Darmstadt zurück und inszeniert dort »Der Bürger als Edelmann/Ariadne auf Naxos« (Molière/Strauss).