Nilsson & Eicke

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Installation, Performance
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»[...] zwei der genialsten Bühnenfinder unsere Tage.« (nachtkritik)

Person

Die Künstler Thomas Bo Nilsson und Julian Wolf Eicke arbeiten seit 2013 zusammen.

Ihre theatralen Installationen bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Theater, Bildender Kunst und Performance und sind bedingt durch ungewöhnliche theatrale Zeit- und Raumerfahrungen in aufwendig gestalteten und bis ins kleinste Detail abgestimmten Räumen – Konstruktionen verzerrter und deformierter Architektur.

Mit der Produktion »MEAT«, einer 240-stündigen Nonstop-Performance für die Schaubühne am Lehniner Platz, etablierte sich das Duo 2014 in der deutschen Theaterszene.
Eines ihrer bekanntesten Projekte ist das Triptychon »Cellar Door« für das Schauspielhaus Wien, 2016. Fragmente von sieben Einfamilienhäusern der österreichischen Provinz, die von 40 Performer*innen bewohnt wurden, waren der Generator für eine für das Projekt erstellte Online-Plattform, die die Arbeit der Künstler über die physischen Grenzen der Installation hinaus in dunklere Gefilde der virtuellen Welt führte.

Nachdem Nilsson und Eicke 2017 für das Bühnenbild der Inszenierung von »Die Räuber« am RambaZamba Theater (Regie: Jacob Höhne) verantwortlich zeichneten und dabei das Ensemble kennenlernten, realisierten sie mit Schauspieler*innen des RambaZamba Theaters im Sommer 2018 die 21-tägige Installation »Dekameron« am Berliner Ensemble. Bei der Wiesbaden Biennale zeigten sie im August und September 2018 die Arbeit »Betreutes Leben – Ezzelino Live Cams«, deren Welt sich zwischen Filmset, Live Chat und Website aufspannte.

Ein elementarer Bestandteil der Arbeit des Duos besteht in der Kollaboration mit anderen Künstler*innen. So entstehen ihre Produktionen oft gemeinsam mit Videokünstler*innen, Filmemacher*innen, Haarkünstler*innen und Fotograf*innen. Für die Entwicklung ihrer Arbeit spielt die Auswahl der Performer*innen eine entscheidende Rolle. Diese kommen ebenfalls aus den unterschiedlichsten Bereichen und bringen verschiedene Erfahrungshintergründe mit in die Arbeit. Nilsson und Eicke komponieren ihr Ensemble je neu als eine Zusammensetzung aus professionellen Performer*innen und anderen Personen mit diversen sozialen und professionellen Hintergründen. Dabei stehen die Performer*innen nicht als Repräsentant*innen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im Zentrum des Interesses, sondern die Arbeit an einem künstlerischen Kosmos.

Thomas Bo Nilsson absolvierte eine Ausbildung in Architektur an der UDK Berlin und der Royal Academy of Fine Arts in Kopenhagen und arbeitete einige Jahre mit dem Kollektiv SIGNA. Julian Wolf Eicke studierte Bühnenbild an der Universität der Künste in München bei Katrin Brack und erhielt 2018 einen Diplomabschluss in Kostüm- und Bühnenbild von der Kunsthochschule Weißensee Berlin. Er arbeitete u.a. als Assistent an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und entwarf Bühnenbilder für Ersan Mondtag.