Marlène

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Theater, noch frei zur UA
Inhalt

Marlene D. in ihrem Pariser Zimmer, das sie seit Jahren nicht mehr verlassen hat. Das alles draußen, lügt sie, langweile sie. Seit Jahren hat niemand sie mehr zu Gesicht bekommen. Sie lebt von der Welt zurückgezogen, mit ihren Vögeln, Büchern und einem Sekretär, der ihr zu Diensten ist. Einzig ein Regisseur darf sie besuchen und ihre Stimme aufzeichnen; Filmaufnahmen von ihr zu machen, ist ihm verboten.

Als eines Nachts jemand in Marlenes Zimmer eindringt, sie fotografiert und das Bild an die Boulevardpresse verkauft, stellt Marlene den Regisseur unter Verdacht.  In der Hoffnung, daß die Diva sich beruhigen möge, zieht der Regisseur sich in die Lobby zurück. Dort sitzt ein betrunkenes Mädchen im Hochzeitskleid. Ihr Freund, behauptet sie, habe sie verlassen. Mit jeder Stunde schwindet die Hoffnung, den Film noch machen zu können. Die Diva schweigt, der Sekretär bleibt höflich, scheint aber latent gegen ihn zu intrigieren.

Dann empfängt Marlene den Regisseur überraschend noch einmal. In das Gespräch hinein erscheint eine Sonderausgabe des Schmutzblattes: Das Foto ist abgedruckt. Der Regisseur muß sich entscheiden: Was sieht er? Und will er sagen, was er sieht? Obwohl er sich für das »Falsche« – für die Lüge - entscheidet, erreicht er sein Ziel; befreien sich – mit und durch die Lüge – alle versammelten Figuren aus ihren Lebenslügen; und die Vögel aus ihren Käfigen.

In MARLÈNE entwirft Daniela Dröscher eine Welt, in der ungleiche Paare ungewöhnlichen, poetischen Lügen gegenüber gewöhnlichen Wahrheiten den Vorzug geben, dabei aber selbst nicht immer wissen, wie aufrichtig sie in dem, was sie fühlen, sind, sein dürfen, sollen. Nur, daß jedes Kunst-machen, auch wenn es und gerade wenn es sich versteht als Versuch, Wahres über die Wirklichkeit zu sprechen, eine Verabredung zum Lügen ist. Das wissen sie.