Mausoleum Buffo

Autor*in(nen)
Theaterperformance, UA: 06.01.2009, Hebbel am Ufer, Berlin
Inhalt

»… back in the U.S., back in the U.S., back in the U.S.S.R ...« so sangen es einst The Beatles. Das »kurze 20. Jahrhundert« (1917-1991), der »Clinch von Revolution und Konterrevolution«(Heiner Müller) wird im Hinblick auf die Zwillingsähnlichkeit der beiden Gegner im Kalten Krieg dargestellt. Im Zentrum stehen nach wie vor die Toten Lenin und Lennon und die Frage nach ihrer Unsterblichkeit: Die Geschichte der eingefrorenen Revolution in der ehemaligen Sowjetunion - Lenins hundertjähriger Schlaf - wird konfrontiert mit der im Westen aufkommenden Gegenkultur. Wird »Schneewittchen Lenin« irgendwann erwachen und seinen gläsernen Sarg verlassen? MAUSOLEUM BUFFO  bedeutet die Tragödie der Revolution und der Buffo ihres Scheiterns. Es geht um Politiken der Trauer, gesellschaftliche Trauerarbeit und ihre politische Instrumentalisierung als Totenkult, der in der SU 1924 mit der Beerdigung Lenins begann. Die Trauerfeier für den unter dubiosen Umständen ermordeten Kirow 1934 bildeten den Auftakt zur Phase des Großen Terrors, die erst mit dem Tod Stalins und seiner monumentalen Grablegung 1953 endete. Doch wie das Beispiel Lennons zeigt, ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts eine Geschichte des Verrats an einer Hoffnung, die nicht allein mit dem Oktober 1917 verbunden gewesen ist, sondern sich auf das Ende des weltweiten Kriegszustandes richtete. Nur im Rückblick auf die fatalen Fehler in der Geschichte kann eine andere, mögliche Geschichte aufblitzen: Imagine… 

Der dritte und letzte Teil der Trilogie, die mit LITTLE RED (PLAY): HERSTORY im Herbst 2006 begann und mit TIME REPUBLIC im Herbst 2007 ins All führte, gelangte im Januar 2009 im HAU (Berlin) zur Uraufführung.