Orest in Mossul

Autor*in(nen)
Theater, Regie: Milo Rau, Text: Milo Rau und Ensemble, UA: 17.04.2019, NTGent
Inhalt

»Theater muss dort stattfinden, wo das Drama ist«, so Milo Rau. »Es gibt keinen besserer Ort, um die Tragödientrilogie von Aischylos um Rache und Vergebung auf die Bühne zu bringen, als Mossul.« Mit einem internationalen Ensemble reist Rau deshalb in die von Jahren des Kriegs zerstörte irakische Stadt. Diese Reise ist mehr als Recherche: Rau und das Ensemble begeben sich auf die Spuren dessen, was die westliche Zivilisation genannt wird und spielen die antike Tragödie inmitten der Trümmer der modernen Zerstörungswut.
Mord, Blut, Rache. Endlos. Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie, seine Frau Klytaimnestra tötet ihn und wird wiederum vom eigenen Sohn ermordet. Milo Rau verbindet in OREST IN MOSSUL antike Tragödie mit aktuellen politischen Konflikten. Gemeinsam mit seinem Ensemble inszeniert er eine Orestie unserer Zeit, geprobt und inszeniert in Europa und im Irak. Und fragt: Ist es möglich, die scheinbar nicht endende Kette der Gewalt zu durchbrechen? Nach einer Vorpremiere im Irak am 27.03.2019 wird die Inszenierung am NTGent und am Schauspiel Bochum gezeigt.

Zeitgleich zur Premiere von OREST IN MOSSUL erscheint der dritte Band der Reihe GOLDEN BOOKS - ein Gemeinschaftsprojekt von NTGent und dem Verbrecher Verlag:
Warum Mossul? Was geschieht, wenn Künstlerinnen und Künstler aus Europa und dem Irak zusammenarbeiten? Wie kann ein Klassiker in die Jetztzeit übersetzt werden? Der Band gibt einen Einblick in die Entstehung der Produktion und versammelt Material- und Originaltexte sowie Hintergrundinterviews, die mit Schauspieler*innen aus Europa und dem Irak entstanden sind.

Die Produktion entsteht in Arabischer, Englischer und Niederländischer Sprache und arbeitet mit deutschen Übertiteln.