West in Peace – der letzte Sommer der Indianer

Autor*in(nen)
Theater, Performance, UA: 17.12.2009, Hebbel-am-Ufer, Berlin
Inhalt

andcompany&Co. wissen, was sie letzten Sommer getan haben: Sie haben sich im europäischen Urwald auf die Suche gemacht nach EL DORADO, einer Westernstadt in Brandenburg oder Polen. Die »goldene Stadt« verspricht Abenteuer »wie im Film«: Alles ist hier erlaubt – außer: kein Geld zu haben! Wer nicht zahlt, soll auch nicht essen, sondern wird gegessen: »Tofu ist Menschenfleisch, sagt es allen weiter!« 

Während die rote Sonne hinter dem Atomkraftwerk versinkt, schlagen eine Handvoll Dauercamper ihre Zelte auf der Bühne auf, um sich am elektrischen Lagerfeuer die Zeit zu vertreiben oder am Marterpfahl: Polnische Cowboys, westdeutsche Indianistinnen, sorbische Folklore-Tänzerinnen und neureiche Neuköllner Bestattungsunternehmer, die nichts gemeinsam haben außer der Sehnsucht nach dem Wilden Westen, den sie im Osten suchen. Sie lesen Karl May statt Karl Marx, hinter der Kulisse aber tobt die Krise: ein Handelskrieg über Hähnchenschenkel, Roquefort-Käse und Mineralwasser. Der Finanzminister droht mit der Kavallerie, während falsche Indianer wieder einmal Tee in die See kippen oder Sendeanstalten überfallen.

In diesem Western von gestern herrschen schon heute die Zustände von morgen jenseits von Gesetz und Gnade. Der Kapitalismus ist nicht am Ende, er hat gerade erst begonnen..