Zwilling

Autor*in(nen)
Theater, UA, 15.12.2006, Staatsschauspiel Dresden
Inhalt

Was, wenn es einen gibt, einen Identischen? Was, wenn er das Ersatzteillager sein soll für die eigene körperliche Unzulänglichkeit? Was, wenn sich der andere auch noch als das stärkere, lebenstüchtigere Modell des Selbst erweist? Im ZWILLING gibt es einen jungen Menschen namens Adrian einfach noch ein zweites Mal: Adrian 2. Aber dieser Adrian 2 ist geklont, und er ist das Ersatzteillager für den ersten, natürlichen Zwilling, falls dieser krank werden wollte. Allerdings geht diese theoretische Idee nicht auf. Denn Zwilling eins, auf dem alle Hoffnungen ruhen, versagt im Leben auf ganzer Linie.

Auszug

»Wir haben euch halt ein bißchen vervielfältigt, na und? Die Welt macht das ständig. Alles ist Vervielfältigung, wenn du so willst, die Welt ist eine reine Kopiermaschine! oder kennst du ein Tier, ein Wesen, das es nur ein Mal, ein einziges Mal nur gibt? Kannst du einen Flamingo von einem anderen unterscheiden, Langusten, Flughunde, Eidechsen, Fliegen? Kein Pavianarsch ist von einem anderen zu unterscheiden und: sind wir es für sie? Wir haben nur nachgemacht, was die Welt milliardenfach tut, nicht mehr.«