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Der alte Schinken
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 14.04.2018, Schauspiel Frankfurt

Das Bürgertum ist so etwas wie der Schinken der Demokratie. Ein nahrhaftes und lange gereiftes Stück unserer heutigen Gesellschaft. Ein alter Schinken eben. Aber warum will den niemand mehr essen? Jedenfalls ist es tot, das Bürgertum. Niemand weiß, warum wie lange schon. Neulich wurde es noch lebend gesehen. Vielleicht hat es sich selbst umgebracht oder ist eines natürlichen Todes gestorben. Viel wahrscheinlicher ist, daß das Bürgertum hinterrücks ermordet wurde.

Böhmisches Paradies
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
DEA: 15.02.2019, Theater Bautzen

Eine Milieustudie im wahrsten Sinne des Wortes über den Niedergang eines testosterongetränkten Feuchtgebiets, randvoll mit Geschichten aus dem Alltag und Dialogen aus einer Männerwelt, die es eigentlich gar nicht mehr geben sollte und auf deren Verschwinden ihre Bewohner nicht vorbereitet sind – Männer, die sehenden Auges auf das Ende der Welt, die sie zu kennen meinen, warten.

Café Populaire
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Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 27.04.2018, Theater Neumarkt, Zürich

In einer Kleinstadt steht das Gasthaus zur Goldenen Möwe. Aus der guten alten Zeit hat es sich seinen Ruf als feucht-fröhliche kulturelle Zentrale der Stadt herübergerettet. Doch wer geht für ein bißchen Kultur noch vor die Tür, wenn online die Welt zu haben ist. Doch dann stilisiert sich ein unerwarteter Kampf um den zukünftigen Besitz des Gasthauses zum epischen Kampf zwischen Gut und Böse, um vielleicht in einer Vorstufe von Gerechtigkeit zu enden.

Chinchilla Arschloch waswas
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Kategorie:
Theater, Hörspiel
UA/DEA:
UA: 11.04.2019, Mousonturm und Schauspiel Frankfurt

Im Zentrum des Stücks steht der in Lüneburg lebende Christian Hempel, der seit seiner Jugend das Tourette-Syndrom hat. Eine Erkrankung des Nervensystems, die ihn zu unwillkürlichen Bewegungen und Äußerungen zwingt. Grenzverletzungen und Tabubrüche sind nicht universell, sondern eine aktuelle gesellschaftlich-politische Bestandsaufnahme. »Chinchilla Arschloch waswas« fragt welche Tabus in Deutschland im Jahr 2019 gelten – einem Land, das als abgeklärt gilt und in dem Redeverbote überwunden scheinen.

Den Schlächtern ist kalt Oder OhlalaHelvetia
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Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 10.12.2017, Schauspielhaus Zürich

Die Schweiz: das Wohnzimmer Europas. Katja Brunner beruft sich auf das Recht, im Theater das Unaussprechliche und Unausgesprochene zu berühren, das Außergewöhnliche zu beschwören, das Alltägliche mit schriller Klage zu zerbrechen. Dafür zitiert sie in DEN SCHLÄCHTERN IST KALT eine außergewöhnliche, ja, eine unmögliche Besetzung herbei, entreißt historisches Material und Sichergeglaubtes den grimmig verwahrenden Schubladen. Ein radikales Sprachspiel, ein Tanz des Zufalls mit der Wirklichkeit, eine verzweifelt lustvolle Eingabe in einer fremden Sprache.

Dr. Alici (AT)
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Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: Januar 2019, Münchner Kammerspiele

Nach DAS ERBE hat Olga Bach mit DR. ALICI ein weiteres Stück im Auftrag der Münchner Kammerspiele geschrieben. Ersan Mondtag wird die Uraufführung inszenieren. Es geht dabei, ähnlich wie im ERBE, um eine politische Dystopie, die - so scheint es - nur allzu leicht aus der Hysterie der Gegenwart entstehen kann.

Die dritte Generation
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 28.04.2019, Regie: Clemens Bechtel

Ein Stück über die dritte Generation der RAF, die oft im Schatten ihrer Vorgängerinnen steht und über die nur wenig bekannt ist. Eine Spur führt nach Wiesbaden. Welche Rolle spielt die verschlafene Hessische Landeshauptstadt für den revolutionären Kampf? Welche Institutionen gab es in den 1980er Jahren? Welche Strukturen wurden genutzt und welche sollten zerschlagen werden? Lassen sich persönliche Geschichten und Akten, Erinnerungen und Straßenzügen bergen?

Die Edda
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 15.03.2018, Staatstheater Hannover

In einer Zeit, in der wir allerorten nach Orientierung suchen und gleichzeitig den großen allgemeingültigen Erzählungen und Ideologien mißtrauen, bekommen die alten Mythen in ihrer Heterogenität, ihrer tiefen Widersprüchlichkeit, ihrem zuweilen derben Humor eine ganz existentielle Bedeutung. Mikael Torfason überführt in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson die Edda bildgewaltig und überbordend ins Heute und erzählt eine zeitgenössische Ur-Geschichte.

Ein Hund namens Dollar
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 05.05.2018, Schauspiel Frankfurt

Nicht alles ist Gold für diesen modernen Hans im Glück und seinen »Hund namens Dollar«: Hauptsache, es glänzt. Denn wer nach den Regeln von Geld und Aufmerksamkeit zu spielen weiß, hat nichts zu verlieren, sondern steigt stets ins nächste Level auf, hoch zu den oberen Zehntausend. Melancholisch verspielte Kapriolen schlägt dieser Text, der vor der hell erleuchteten Skyline aberwitzig-spekulative Geschäftsideen in den Wind reimt.

Die Frauen vom Meer
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Theater
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UA: 16.02.2018, Theater RambaZamba Berlin

In intensiver Auseinandersetzung mit den Charakteristika der Sprache und Figuren Ibsens verhandelt der Text (Un)möglichkeiten weiblicher Selbstbestimmung. Neben ihrer Vielfältigkeit als Autorin beweist Bach mit diesem Text, über welches Potential die dramatische Form verfügt, aktuelle Problematiken zu verhandeln – vielleicht gerade weil die Stimmen ihrer Akteur*innen aus einer anderen Zeit zu sprechen scheinen.

Die Hand ist ein einsamer Jäger
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Kategorie:
Theater
UA/DEA:
noch frei zur UA

Ein Text über ,Frauenkörper‘: über weiblich identifizierte Existenzen als Anschauungsmaterial und Ausstellungsobjekte, Projektionsflächen und Kampfplätze. In enge Räume und Kleider gezwängt, drängen sich junge und alte, allzu zarte und überbordende, sich krümmende und ausdehnende Leiber, die es der Sprache nicht recht machen können und über die trotzdem alle reden. Ein drängender poetischer Appell für Solidarität, eine vielstimmige Kampfansage an Deutungshoheiten, Vermessungsstrategien und Weiblichkeitsideale.

Hey
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
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UA: 16.01.2019, Schauspiel Stuttgart

HEY entsteht für die »Frankfurter Positionen«, ein seit 2001 bestehendes interdisziplinäres Uraufführungsfestival, das sich als Forschungslabor zu aktuellen Themen der Zeit versteht. In diesem Jahr steht die Frage nach den Grenzen der Verständigung im Zentrum. Erschweren das Erstarken politischer und religiöser Fundamentalismen und die Zunahme autoritärer Denkmuster die Kommunikation, befindet sich die Gesellschaft in Zersetzung? Wer oder was ist das eigentlich: Die Gesellschaft, wer gehört dazu, wer darf sprechen?

Kaspar Hauser und Söhne
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 12.04.2018, Theater Basel

Für die Umsiedlung des Kaspar Hausers ins 20. Jahrhundert entwirft Olga Bach die zersetzende Welt einer lieblosen genealogischen Zusammenrottung, ein hermetisch verschlossenes und durch die Auswüchse familiärer Hierarchien abgestecktes Territorium, in dem jede Geste zum Schlag zu werden droht. Für ihre Kaspar-Figuren entwickelt die Autorin eine eigentümliche Sprache, die die Unbewohnbarkeit der Wörter, über die man nicht verfügt, vor Augen führt.

Lam Gods
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 28.09.2018, NT Gent

In der Eröffnungsinszenierung seiner Intendanz am NTGent nimmt sich Milo Rau des berühmtesten Gemäldes Belgiens an und rekonstruiert den Genter Altar der Brüder Hubert und Jan von Eyck aus dem 15. Jahrhundert mit Genter Bürger*innen. In Form einer Theater- und Video­installation verbindet er das Alltägliche mit dem Spirituellen: So wie der Altar aus verschiedenen Schichten besteht, die über­einander lagern, so wie sich das Reale mit dem Symbo­lischen mischt, werden Menschen aus Gent aus ihrem Leben erzählen.

Das letzte Parlament (Ghost Story)
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
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UA: 28.8.2018, Staatstheater Mainz, Regie: Brit Bartkowiak

Björn Bicker hat über einen Zeitraum von anderthalb Jahren Politiker*innen und Mitarbeiter*innen des Mainzer Landtags bei ihrer Arbeit begleitet. Er hat Debatten beobachtet, Ausschussitzungen besucht und Hintergrundgespräche geführt. Eine Reise, die ihn von der verunsicherten bürgerlichen Mitte bis an die rechten Ränder des Spektrums geführt hat. Mit geradezu antiker Wucht und viel Humor malt das Stück ein Bild vom offenen Ende unserer Demokratie. Das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Es geht um Zustand und Zukunft unserer Demokratie.

Lugano Paradiso
Autor*innen:
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Theater
UA/DEA:
UA: 22.03.2018, Theater St. Gallen

Was haben US-amerikanische Bunkerruinen im ewigen Eis Grönlands mit einer Wagenladung Fleischwurstdosen in einer Tessiner Lagerhalle zu tun? Und was verbindet die Datensammellust des Schweizer Staatsschutzes in den Nachkriegsjahren mit »unsere« Gegenwart? »Lugano Paradiso« geht diesen Fragen in Form einer dramatisch-dokumentarische »Cold-War«-Choreographie nach.

Maxim
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Jugendtheater
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UA: 13.04.2018, Theater Dortmund

Max, Hund und Bär hauen von zu Hause ab. Auf dem Mond suchen sie nach Freiheit.  Zwar gibt es auf dem Mond keine Regierung, keine Gesetze und keine Erwachsenen, aber die Mondpolizei übt eine Schreckensherrschaft aus. Also müssen Max, Bär und Hund fliehen und einen neuen Ort suchen, der ihren Vorstellungen von Glück entspricht. Ein Stück für Kinder und andere.

Memory Alpha oder Die Zeit der Augenzeugen
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 06.04.2018, Theater Dortmund

Technologisches Gedächtnis, menschliches Gedächtnis und ein Autounfall in Brüssel, der die Zeit auf den Kopf stellt: Dr. Gerd Stein, Leiter des renommierten »Instituts für Digitalität und Gedächtnis«, wird auf einer Brüsseler Straße von einem Auto zerquetscht, kurz nachdem er im Europaparlament öffentlich vor der chinesischen Super-SCHUFA gewarnt hat. Stein begibt sich auf Spurensuche rückwärts durch die Zeit.

Odem
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 09.11.2018, Staatstheater Kassel

Die Unsicherheit darüber, ob mein Gegenüber ein Mensch ist oder eine Maschine, ist auf sozialen Plattformen bereits jetzt alltäglich. Was tut sich also in unserer Gefühlswelt, wenn wir uns vor der Einsamkeit nur mit noch mehr Technik verschanzen? Wo bleibt die Zivilgesellschaft im Cyberspace? Wilke Weermann stellt sich in seinem Stück diesen und anderen drängenden Fragen unserer voranschreitenden charakterlichen Digitalisierung.

Oh Schimmi
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Kategorie:
Roman
UA/DEA:
UA: 20.09.2018, Theater Kosmos, Bregenz

Teresa Präauer hat ein sexuell aufgeladenes, extrem komisches und brutal hartes Buch geschrieben, das unbedingt laut gelesen werden sollte mit viel buntem Kaugummi im Mund, weil hier Sprache performt und zeigt, daß Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist, die aus kopulierenden Wörtern gemacht ist. Ein Liebesreigen, eine Taugenichts-Geschichte, gemacht aus den Elementen, Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts.

Oresteia
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 17.05.2019, NT Gent und Schauspielhaus Bochum

Mord, Blut, Rache. Endlos. Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie, seine Gattin Klytaimnestra tötet ihn und wird wiederum vom eigenen Sohn ermordet. Erst eine Göttin kann die Gewaltspirale stoppen. Ist das wirklich der Gründungsmythos der westlichen Zivilisation? Milo Rau hat Zweifel. In ORESTEIA verbindet er die antike Geschichte mit unseren aktuellen politischen Konflikten. Er fragt: Wie können fundamentalistische Krieger heute in die Gesellschaft integriert werden? Kann das gelingen?

Stille Nachbarn
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 25.01.19, Residenztheater München

Von dem, was uns auseinandertreibt, aber ebenso von der Sehnsucht, die uns wieder zueinander hinführt, spricht Azar Mortazavis neues Stück STILLE NACHBARN. Von Einzelschicksalen, die sich partout nicht in Statistiken einfangen lassen wollen. Von der großen Welt, die in die kleinste eindringt, und umgekehrt von dem Persönlichsten, aus dem Gesellschaft, Politik und Zeitgeschichte erst erwachsen.

The Sequel
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 23.11.2018, Maxim Gorki Theater

Mit Fortsetzungen von Filmen ist es wie mit Regierungskoalitionen: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Ist das Pferd aber noch nicht ganz hinüber, gibt es genug Gründe, weiterzumachen: Ein gut geöltes Team, jubelnde Massen, volle Kassen. In einem solchen Fall lässt es sich locker verkraften, dass ein Sequel selten besser wirdals das Original. Mit THE SEQUEL wagt Nora Abdel-Maksoud sich an die unvermeidliche Fortsetzung, allen guten Ratschlägen zum Trotz.

Vanishing Points
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
Noch frei zur UA

Philipp Stadelmaier schickt sich an, eine neue Gattung zu etablieren: den grotesken Edelboulevard – vielleicht die einzige Form, mit der der Wirklichkeit noch beizukommen ist, in welcher die Clowns längst übernommen haben. Die Dekonstruktion der bürgerlichen Großstädteridylle läßt in dieser stilbewußten Groteske nicht lange auf sich warten: Sie steckt bereits in jedem Winkel der nach der Maßgabe gehaltvoller Unterhaltung eingerichteten Wohnzimmerbühnen der Wohlfühlbürger und wartet darauf, ihnen ins Gesicht zu springen.