Miloš Lolić

Inszenierungen
Theater
Zitate

»Sternstunden am Theater sind rar, eine solche aber beschert der junge in Belgrad geborene Regisseur Miloš Lolić. Mit minimalem Aufwand zeigt er Wolfgang Bauers Geniestück ›Magic Afternoon‹. Befreit von jedweder Tradition und sentimentalen Anklängen aus der Entstehungszeit der späten Sechziger Jahre, zeigt er den Text in seiner ganzen Stärke, als fulminantes Sprachkunstwerk. Lolić verfügt über die Kunst des Sich-Zurücknehmens. Er lässt das Eigentliche, den Text wirken. Und das gibt dem Theater, dem wirklichen Handwerk, eine Zukunft.« (Susanne Zobl)

Person

Miloš Lolić wurde 1979 in Belgrad geboren, wo er an der Fakultät für Dramatische Künste Theater- und Hörspielregie studierte.

Nach dem Gewinn des Grand Prix beim Bitef-Festival im Jahr 2009 für seine Inszenierung »Die Schwärmer« (Robert Musil) begann Lolić, im gesamten mitteleuropäischen Theaterraum zu inszenieren. Seine erste deutschsprachige Produktion war »Bluthochzeit« (Federico García Lorca) am Münchner Volkstheater im Jahr 2011, die einer Einladung  seiner Belgrader Inszenierung »Gott ist ein DJ« (von Falk Richter) zum Festival Radikal Jung nach München folgte.

2011 gewann Lolić den Grand Prix des Festivals Borštnikovo srečanje für die Ljubljaner Inszenierung »Bartleby, der Schreiber« (Herman Melville). 2012 erhielt er den Nestroy-Preis als Nachwuchskünstler für die Wiener Inszenierung »Magic Afternoon« (Wolfgang Bauer). 2014 nahm er mit der Düsseldorfer Produktion »Hinkemann« (Ernst Toller) am Young Directors Project der Salzburger Festspiele teil.

Von 2012 bis 2019 inszenierte Lolić regelmäßig am Volkstheater Wien, wo u.a. Arbeiten wie »Die Präsidentinnen« (Werner Schwab), »Rechnitz« (Elfriede Jelinek), »Lazarus« (von Enda Walsh & David Bowie) entstanden. 2016 inszenierte er »Party Time« (Harold Pinter) am Burgtheater Wien. 2019 führte er Regie bei der Uraufführung von »Lysistrata Teil 2 oder Im Garten« der Autorin Sibylle Berg am Theater Basel. Parallel dazu arbeitete er unter anderem am Residenztheater München, Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt, Bühnen Bern, ZKM Zagreb sowie am Jugoslawischen Dramatischen Theater in Belgrad.

Im Jahr 2022 inszenierte er in seiner Heimatstadt Belgrad das Stück »Yankee Rose« (von Slobodan Obradović), wofür er mit zwei der höchsten Auszeichnungen des Landes geehrt wurde: dem Sterija-Preis für Regie sowie dem Bojan-Stupica-Preis für Regie.

2023 und 2024 inszenierte Lolić am Residenztheater München. In der Spielzeit 2026/27 kehrt er für eine neue Arbeit nach München zurück.

Er lebt und arbeitet zwischen Berlin, Wien und Belgrad.

 

 

Miloš Lolić was born in 1979 in Belgrade, where he studied theater and radio directing at the Faculty of Dramatic Arts.

After winning the Grand Prix at the Bitef Festival in 2009 for his performance "Die Schwärmer" (by Robert Musil), Lolić began directing in the wider Central European theatre scene. His first German-language production was "Bluthochzeit" (by Federico Garcia de Lorca) at the Münchner Volkstheater in 2011, commissioned after the Belgrade show "Gott ist ein DJ" (by Falk Richter) visited Radikal Jung festival in Munich.
In 2011, Lolić won the Grand Prix Borštnikovo Srečanje for the Ljubljana show "Bartleby, der Schreiber" (by Herman Melville); in 2012, he won the Nestroy prize for an up-and-coming force for the Viennese perofrmance »Magic Afternoon« (by Wolfgang Bauer); In 2014, he participated in the Salzburger Festspiele as part of the Young Directors Project with the Düsseldorf show »Hinkemann« (by Ernst Toller).

From 2012 to 2019, Lolić regularly directed at the Volkstheater in Vienna, where he created noteworthy performances such as »Die Präsidentinnen« (by Werner Schwab), »Rechnic« (by Elfriede Jelinek), »Lazarus« (by Enda Walsh & David Bowie) and others. In 2016, he directed the performance »Party Time« (by Harold Pinter) in Vienna's Burgtheater; in 2019, he directed the uraufführung of the text »Lysistrata Teil 2 oder In der Garten« by the writer Sibylle Berg at Theater Basel. Meanwhile, he created works at Residenztheater Munich, Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspielhaus Frankfurt, Bühnen Bern, ZKM Zagreb, Yugoslav Drama Theater Belgrade...

In 2022, he directed the play "Yankee Rose" (by Slobodan Obradović) in his native Belgrade, for which he was awarded two of the highest accolades in the country - Sterija award for directing and Bojan Stupica award for directing.

He lives on the route Berlin-Vienna-Belgrade.