Werckmeister Harmonien und Der unsichtbare Reaktor

In »Werckmeister Harmonien« – die erste gemeinsame Arbeit von Thom Luz und Matthias Weibel an der Staatsoper Unter den Linden – setzen sich die beiden Künstler mit dem Berufsbild des Klavierstimmers auseinander. Dessen Arbeit ist unabdingbar für jeglichen Konzert- und Opernbetrieb, findet aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Verborgenen statt. Das Streben nach einer perfekten Stimmung mündet dabei, wie so vieles im Leben, aufgrund der äußeren Voraussetzungen notwendigerweise im Kompromiss. Das erkannte bereits der Musiktheoretiker Andreas Werckmeister, der sich im ausgehenden 17. Jahrhundert an den Tücken der mitteltönigen Stimmung abarbeitete und Ordnung in die Dinge zu bringen suchte. In Luz’ Musiktheater-Kreation werden Werckmeisters kryptisch-philosophische Texte von fünf Klavierstimmer-Einsamkeiten gesprochen. Unter Verwendung eines ganzen Klavierparks wird die Wechselbeziehung zwischen Stimmung und Musik anhand von Kompositionen von Schütz, Werckmeister, Bach, Purcell und Mark James sowie Charles Ives’ »Quarter Tone Pieces« hörbar gemacht.

Wir freuen uns sehr auf die durch die Pandemie seit bald zwei Jahren verschobene Uraufführung am 24. Mai in der Staatsoper Berlin!

Eine ebenso lang verschobene Uraufführung findet am 21. Mai am Staatstheater Nürnberg statt: DER UNSICHTBARE REAKTOR von Nis-Momme Stockmann und Jan-Christoph Gockel. Die zwei Künstler blicken noch einmal neu dorthin, wo kleinste Teilchen unvorstellbare Energie ebenso in sich tragen, wie sich eine lokale Katastrophe in der Vielzahl globaler Perspektiven zu verflüchtigen droht. 

Herzliche Einladung und toi toi toi!

 

RABATT

von Nora Abdel-Maksoud

Was passiert eigentlich, wenn man in diesem Land stirbt und kein Geld für die Beerdigung da ist? Klar, niemand will sich wirklich darüber Gedanken machen. Aber was für Möglichkeiten bleiben denn für diese letzte Reise? Stichwort: Sozialbestattung.
Für ihre neue Komödie widmet sich die Regisseurin und Autorin einmal mehr den Absurditäten, die die Verteilungslage unserer Gesellschaft hervorruft. In einer, immer wieder schräge Volten schlagenden Handlung, wirbelt sie ihre Hauptfigur, eine erfolgreiche Journalistin, von Berlin ins »Valley«, einem unverschämt reichen Dorf vor den Toren der Stadt. Hier regiert der Undertaker, Discountbestatter, Visionär, und bisher geltende Gewissheiten scheinen sich umzukehren. Aber was haben Wasserrohre mit all dem zu tun und wer bezahlt das eigentlich alles?

JA OKAY, ABER

Roman von PeterLicht 

Der Space: Ein kleiner Raum, ein Tisch, ein Stuhl. Und im Pausenraum eine hochwertige Kaffeemaschine. Der Erzähler hat viel vor, doch dann kommt immer etwas dazwischen: Kaffeetrinken, Friseurtermin, Dokumentarfilm im Schwimmbad, Besuch von alten Bekannten, ein Konzert mit schrecklichem Ausgang, schlechte Träume von sich abschlachtenden Generälen, ein sich auftuendes Vakuum, das ihn zu verschlingen droht, solche Sachen, und immer wieder Kaffee. Doch auch die anderen kommen nicht voran. Und so stehen mit der Zeit immer mehr Leute vor der hochwertigen Kaffeemaschine herum, lauschen den Zisch- und Brumm-Geräuschen, bis sie unvermittelt beschließen, eine Party zu schmeißen. Danach wird nichts mehr so sein wie zuvor.

KASSANDRAS BABY

von Katja Brunner und Martina Clavadetscher

Wir betreten eine Welt, die wir alle kennen und trotzdem nicht erinnern können: Den Mutterbauch. Inmitten dieser abgeschotteten, akustischen Welt eines ungeborenen Lebens folgen wir dessen Gedanken, seinem Bewußtseinsstrom, der aufgrund der klanglichen und stimmlichen Inputs, die bis in den Mutterleib dringen, in gewiße Richtungen fließt, sich bald versprachlicht und aufbauend lernt. Wird der Fötus als naive tabula rasa durch die Welt getragen? Oder sind da bereits Fetzen von angeborenem Wissen? KASSANDRAS BABY versucht, sich vorzustellen, wer wir alle hätten sein können, wenn wir alle schonmal alles gewesen wären; versucht, den Ort zu finden, an welchem wir alle wissender sind, als wir es gerne hätten.

Neuigkeiten
Anne Lepper: VERLOBUNG IN KÖLN

Die Autor*innen, Regiesseur*innen und Ensembles der ersten Mülheimer StückeWerkstatt präsentierten den Stand Ihrer Arbeit am 21.5.22 im Ringlokschuppen. Anne Lepper stellte ihre VERLOBUNG IN KÖLN vor.

Theatertreffen 494 v. u. Z. bis heute

Das nachfolgende Gedankenexperiment weitet das Theatertreffen auf die Vergangenheit aus, erfüllt die Frauen*quote zu 100 % und würdigt, teils posthum, bemerkenswerte Personen und ihre (Lebens-)Werke. Marie Schleefs andere 10er-Auswahl.

Roscha A. Säidow in New York

Am 29. und 30. April feiert Roscha A. Säidow gemeinsam mit Du Yun im Skirball Performance Centre in New York Premiere ihrer Neuinszenierung von A COCKROACH´S TARANTELLE / ZOLLE. 

Der Mann der die Welt aß - KINOFILM

Johannes Suhms Adaption des international erfolgreichen Theaterstücks DER MANN DER DIE WELT Aß von Nis-Momme Stockmann ist seit dem 28.April in den Kinos zu sehen. Acid Cannes schreibt über den Film: »Auf der Höhe der Zeit. Subtil und modern.« Kinos, Trailer und Mehr gibt es hier.

Theatertreffen 2022

Zum diesjährigen Theatertreffen in Berlin im Mai 2022 sind wieder einmal zehn herausragende Produktionen eingeladen. Wir freuen uns besonders über die Einladungen von Helgard Haugs ALL RIGHT. GOOD NIGHT und Christopher Rüpings DAS NEUE LEBEN. WHERE DO WE GO FROM HERE.
Herzlichen Glückwunsch!

Mülheimer Dramatikpreis 2022

Gleich zwei Nominierungen für unsere Autorinnen für den Mülheimer Dramatikpreis 2022. Ausgewählt wurden JEEPS von Nora Abdel-Maksoud und ALL RIGHT. GOOD NIGHT. von Helgard Haug. Wir gratulieren allen Nominierten und freuen uns auf den Mai in Mülheim!