Globale Auszeichnung für Marie Schleef

Die junge Theaterregisseurin Marie Schleef gehört zu den Gewinner*innen des  internationalen CHANEL Next Prize 2021, der an Künstler*innen in elf Ländern und Disziplinen von Design und Film bis hin zur darstellenden und bildenden Kunst vergeben wird. Die Jury bestand 2021 aus Cao Fei, Sir David Adjaye OBE und Tilda Swinton.

Der mit jeweils 100.000 EUR pro Preisträger*in dotierte Preis wurde ins Leben gerufen, um einer neuen Generation kreativer »Risktaker« die nötigen Mittel an die Hand zu geben, um ambitionierte neue Projekte anzugehen.

Marie Schleef wurde mit ihrer Arbeit »NAME HER. In Search of Women+« zum Theatertreffen 2021 eingeladen. In der Spielzeit 2021/22 folgen neue Arbeiten, u.a. am Schauspiel Köln und Schauspielhaus Hamburg.

Wir gratulieren aufs Herzlichste!

DER GROßE SOMMER von Ewald Arenz

Ein Roman, der jeden sich erinnern lässt: an die erste, vielleicht einzige große Liebe, an das Glück der Freundschaft und an die unablässige Arbeit, die Erwachsenwerden heißt. Hellsichtig und klug erzählt Ewald Arenz von den Momenten, die uns für immer verändern. Die Zeichen auf einen entspannten Sommer stehen schlecht für Frieder: Nachprüfungen in Mathe und Latein. Damit fällt der Familienurlaub für ihn aus. Ausgerechnet beim gestrengen Großvater, der gerne in lateinischen Zitaten spricht, muss er lernen. Doch zum Glück gibt es Alma, Johann – und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird. 
Ausgezeichnet als »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2021!

AUGEN OHNE GESICHT von Wilke Weermann

Die (unbefleckte) Opfer-Heldin, das Survivor Girl, dient dem männlichen Blick als Projektionsfläche und Identifikationsfigur. In Georges Franjus surreal-poetischem Meisterwerk »Les Yeux sans visage« von 1960 verliert die junge Christiane ihr Gesicht. Ihr Vater, vielgerühmter plastischer Chirurg, raubt fortan anderen Frauen ihre Gesichter, um Christiane ein neues zu schenken. Doch ihr Körper wehrt sich, stößt wieder und wieder die fremde Haut ab. Und auch Christiane selbst sehnt sich nach der Freiheit einer eigenen Identität.
Mit AUGEN OHNE GESICHT überschreibt Wilke Weermann den Klassiker und seziert den männlichen Blick: Was lauert in den blinden Flecken? Welche Macht kann eine Protagonistin erlangen, der jedes Wort von einem Mann in den Mund gelegt wurde? Und wo sitzt er, der eigentliche Horror, wenn doch der Schrecken der Schauspielerinnen selbst dann noch eine Fortsetzung erfahren kann, nachdem die Kameras lange abgestellt sind?

ZERTRETUNG I von Lydia Haider

Fortunas Rad des Lebens, das Schicksalsrad, dreht sich, es fährt dahin und walzt und vernichtet einfach alle, hier speziell die oberste Riege der österreichischen Gesellschaft, von Sebastian Kurz über Peter Handke bis zu Thomas Bernhard. Erbarmen gibt es nicht. Darum wird aber auch gar nicht erst gebeten. Vielleicht wollen sie ja auch sterben? Wer sagt denn, dass es nicht so ist? Es ist unerhörtes Theater: Dornen, Kreuze, Schweiß, Blut, Speichel, Exkremente in einem goldenen Raum der endlos veränderlichen, wandelbaren Dinge und Körper. Was, wenn wir nicht mehr wissen, wer jetzt die Guten und die Bösen sind, oder die Schützenswerten, oder die, die zu vernichten sind?
Lydia Haider lässt die Leser*innen pendeln von de Sade zu Genet, von Mallarmé zu Artaud, doch am ehesten grüßt der große Pierre Guyotat: ZERTRETUNG –1. KREUZ BRECHEN oder ALLE ARSCHLÖCHER ABSCHLACHTEN  ist ein unendlicher, emotionaler, obszöner Strom der Wörter, in dem wir wie gefangen sind.

Neuigkeiten
Sofi Oksanens HUNDEPARK

Im Januar erscheint der nächste Roman der preisgekrönten finnischen Bestsellerautorin Sofi Oksanen in Deutschland. HUNDEPARK, ein Roman von großer politischer und moralischer Brisanz und literarischer Brillanz. Wir sind eben so begeistert wie titel thesen temperamente.

Die Geschichte einer Stunde

Das neue Jahr startet mit einem neuen Stück von Marie Schleef, genauer gesagt mit einem Silent Piece nach der Kurzgeschichte Die Geschichte einer Stunde von Kate Chopin mit Motiven aus Charlotte Perkins Gilmans Kurzgeschichte Die Gelbe Tapete in Berlin und Wien. 

All right. Good night.

In ALL RIGHT. GOOD NIGHT. zeichnet Helgard Haug das Verschwinden, die Suche und das Ringen mit der Ungewissheit nach - am Beispiel des verschwundenen Flugzeugs und der sich manifestierenden Demenz des eigenen Vaters. Es ist das Protokoll eines unumkehrbaren Prozesses. Mit Musik von Barbara Morgenstern wird das Stück am 16. Dezember am HAU in Berlin uraufgeführt. Im neuen Jahr sind Gastspiele an den koproduzierenden Häusern am Volkstheater Wien und Mousonturm Frankfurt vereinbart.

NESTROY für Christopher Rüping

Christopher Rüpings Inszenierung von »Einfach das Ende der Welt« (Schauspielhaus Zürich) ist beim Nestroy 2021 als »beste Aufführung im deutschsprachigen Raum« ausgezeichnet worden. Herzlichen Glückwunsch! Zuvor wurde diese Arbeit bereits von Kritiker*innen bei der Umfrage von Theater Heute zur »Inszenierung des Jahres« gewählt. Mit einer Vielzahl von Auszeichnungen und nunmehr 4 Einladungen zum Berliner Theatertreffen ist Christopher Rüping mittlerweile zu einem der herausragenden und renommiertesten Regisseure der jüngeren Generation avanciert.

»Unter Tieren«, der neue Roman von Maxi Obexer

Nach ihrem Erstling »Wenn gefährliche Hunde lachen« und dem vielbeachteten »Europas längster Sommer«, mit dem sie auch nach Klagenfurt eingeladen war, schreibt Maxi Obexer gerade an ihrem dritten Roman mit dem Titel »Unter Tieren«: Menschen wie Tiere sind körperliche Wesen, die sich auf der Erde bewegen und fortbewegen können. Der Roman geht den Verbindungen nach, die zuerst von den Tieren in die Landschaft gelegt wurden, ihren Spuren, den Fährten, den Pfaden. Dicht gefolgt von den Menschen, die daraus ihre Verbindungswege in die Welt organisierten. Noch heute, da die ehemals vielseitigen Beziehungen aufgelöst sind, die Tiere an der Seite der Menschen verschwinden, bevölkern sie unser Bewußtsein. Die Sehnsucht ist vorhanden, Eingang zu finden in eine Welt, der wir zwar auch angehören, die wir aber nicht kennen, nicht ohne die Tiere …

Aleks Pavlović erhält Bonacker-Preis 2021

Die Bühnen- und Kostümbildnerin Aleksandra Pavlović ist »für besondere Leistungen in bühnenkünstlerischer Gestaltung« mit dem Bonacker-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Dieser wird jedes Jahr von den Freunden des Thalia Theaters, Hamburg, vergeben. Gewürdigt werden damit Pavlovićs Arbeiten in den Produktionen »Vor dem Fest« und »Opening Night«. Herzlichen Glückwunsch.