Willkommen, Svenja Viola Bungarten!

Wir freuen uns sehr, dass wir die vielfach ausgezeichnete Autorin Svenja Viola Bungarten bei uns begrüßen dürfen. Bungartens Schreiben kreist um Natur und Mensch, um Realität und (Science-)Fiktion, um Leerstellen und um Glitches; sie nähert sich an und stößt sich wieder ab, sie untersucht das Sichtbare und sucht nach dem Dahinterliegenden.

Svenja Viola Bungarten beschreibt in ihrem Stück DIE ZWEITE SONNE (in der Regie von Mareike Mikat am Stadtthetaer Ingolstadt) die Untergangsstimmung unserer Zeit und lässt dabei kein aktuell brennendes Thema aus. Klimawandel, Patriarchat, Neoliberalismus und Kolonialismus hängen zusammen – und führen zwangsläufig in die Tragödie. Oder geht es auch anders? Ist unsere Realität nur eine Alternative unter vielen?

DIE ZUKÜNFTIGE beschreibt den Lebensweg eineiiger Zwillinge, die in einer zerstörten Umwelt aufwachsen: eine bei der Mutter, eine beim Vater – und sich wieder treffen, um Rollen zu tauschen. Die dystopisch-realistische Version des Doppelten Lottchens – noch frei zur Uraufführung – gewann zuletzt den Else-Lasker-Schüler-Preis: »ein komplexes, raffiniertes, sprachlich dichtes und höchst musikalisches Stück, das persönliche und globale Katastrophenzustände elegant miteinander verwebt.« (Jurybegründung)

In der Spielzeit 22/23 schreibt Svenja Viola Bungarten an einer neuen Fassung der RAUB DER SABINERINNEN für das Burgtheater Wien und an ihrem Debütroman.

 

HÄNSEL & GRETA & THE BIG BAD WITCH

von Kim de l'Horizon

Damals, im Märchen, wurden Kinder in den Wald geschickt, wenn es kein Brot mehr gab. Und Kinder, die in den Wald geschickt werden, gibt es heute noch, aber den Wald nicht. Der ist jetzt eine planetare Monokultur, um VITALIN anzubauen, was alle schlürfen, um juicyer zu werden. Greta möchte aber lieber die Welt retten und erhält unerwartet Hilfe von der Hexe, die gar nicht böse ist, sondern «bad-ass». Aber was heisst das eigentlich, «die Welt retten»? Welche Teile der Welt wollen wir denn retten? Und wer ist dieses WIR? Dürfen die Nichtmenschen auch mitreden, also Flechten, Pilze, Cyanobakterien, die Welt selbst?

Dieses glitzernde, nach moosigem Prosecco riechende Klimastück ohne Klima ist  Teil 1 von de l’Horizons Septologie des «Posthumanistischen Theaters». 

DIE ZUKÜNFTIGE

von Svenja Viola Bungarten

Eine Normalfamilie, irgendwo im ländlichen Raum. Die Eltern Zahnärzt:innen von unsicherem Wohlstand und einem Familienglück, das alsbald bröckeln wird: Erst fällt der Vater aus, »Nervenzusammenbruch«, sagt die Mutter. Dann geht die Praxis pleite – und die Ehe in die Brüche. Die Zwillingstöchter teilen sich mit den Eltern auf, verbringen fortan ungleiche Leben. Und in diese private Katastrophe schwappt, wie beiläufig, ständig die Erderwämung hinein.

Der Text gewann den Else Lasker-Schüler-Stückepreis und ist noch frei zur Uraufführung.

RABATT

von Nora Abdel-Maksoud

Was passiert eigentlich, wenn man in diesem Land stirbt und kein Geld für die Beerdigung da ist? Klar, niemand will sich wirklich darüber Gedanken machen. Aber was für Möglichkeiten bleiben denn für diese letzte Reise? Stichwort: Sozialbestattung.
Für ihre neue Komödie widmet sich die Regisseurin und Autorin einmal mehr den Absurditäten, die die Verteilungslage unserer Gesellschaft hervorruft. In einer, immer wieder schräge Volten schlagenden Handlung, wirbelt sie ihre Hauptfigur, eine erfolgreiche Journalistin, von Berlin ins »Valley«, einem unverschämt reichen Dorf vor den Toren der Stadt. Hier regiert der Undertaker, Discountbestatter, Visionär, und bisher geltende Gewissheiten scheinen sich umzukehren. Aber was haben Wasserrohre mit all dem zu tun und wer bezahlt das eigentlich alles?

Neuigkeiten
Was kann das Theater in der Klimakrise bewirken?

Antworten auf diese Frage geben Marie Schleef, Olga Bach und Ersan Mondtag anlässlich des Weltklimastreiks auf nachtkritik.de.

BLUTBUCH auf der Shortlist!

Wir freuen uns ungemein für und mit Kim de l'Horizon! Kims Debütroman BLUTBUCH ist auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises – wohlverdient für dieses wahnsinnig großartige Werk!
»Kim de l’Horizon macht das Murmeln von Körpergeschichten zu einem grandiosen Roman.« (Paul Jandl, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG)
... und auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises nun auch!

Deutscher Theaterpreis DER FAUST: Die Nominierungen 2022

In der Kategorie Ton und Medien wurde Michael von zur Mühlen für seine Inszenierung »Im Stein«, Oper Halle, nominiert. In der Kategorie Genrespringer erhielten Roman Senkl und Nils Corte die Nominierung für »Pan’s Lab – Ein Trip in den Kaninchenbau des Digitalen«, Staatstheater Nürnberg.
Gratulation!

Theatre is Democracy in Small

Milo Rau veröffentlicht sein vielleicht grundlegendstes und selbstkritischstes Werk, eine persönliche Reflexion über die künstlerische und aktivistische Arbeit der letzten 20 Jahre zusammen mit IIPM und NTGent.

Theater Heute Kritiker*innen-Umfrage

Auch dieses Jahr wurden viele unserer Künstler*innen nominiert, u.a.: Kim de l’Horizon für literarische Erweiterungen zu Shakespeares «Sommernachtstraum», Ersan Mondtag für sein Bühnenbild
bei «wagner – der ring des nibelungen (a piece like fresh chopped eschenwood)», Ayşe Güvendiren als Autorin und Regisseurin bei «R-Faktor. Das Unfassbare», Christopher Rüpings Regie bei «Das neue Leben. Where do we go from here» nach Dante Alighieri, Meat Loaf und Britney Spears, die Bühne von Thom Luz bei «Lieder ohne Worte», Marlene Lockemanns Bühnenbild für «Danke! Deutschland», Nora Abdel- Maksouds JEEPS und RABATT und Svenja Viola Bungartens MARIA MAGDA.
Zum Stück des Jahres erklärten neun von 45 teilnehmenden Kritiker:innen Helgard Haugs Text ALL RIGHT. GOOD NIGHT. Wir gratulieren sehr herzlich zu diesem tollen Erfolg!

NOBODY'S THERE / ETAPPE III
Hofmann&Lindholm laden zu einem abseitigen Versteckspiel ein: Sie bekommen einen Schlüssel für eine fremde Wohnung und eine Eieruhr. Sie betreten diese Wohnung, stellen die Uhr auf 30 Minuten und verstecken sich. Mehr Infos zu Nobody´s there hier.