Name Her. Eine Suche nach den Frauen+

NAME HER. EINE SUCHE NACH DEN FRAUEN+ begibt sich auf die archäologische Mission einer alternativen Geschichtsschreibung aus weiblicher* Sicht. Die Performance rückt jene in den Mittelpunkt, die bislang einen blinden Fleck der Historiografie darstellten, und nennt sie beim Namen: Weibliche* Komikfiguren, Künstlerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Mütter*, Urgroßmütter*, Ururgroßmütter*, Märtyrerinnen*, Köchinnen*, Banditinnen*, Kriegerinnen*, Herrscherinnen*, Raumfahrerinnen* sowie Superheldinnen*. Name Her sucht und findet sie – unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund, von A bis Z, in Form Tausender Frauenvornamen aus der Weltgeschichte sowie Hunderten von Anekdoten, Schicksalen, Video- und Musikeinspielungen und Tanzpassagen.

Entstanden durch monumentale Recherchearbeit präsentieren Marie Schleef, Anne Tismer und Jule Saworski ein lebendiges Wissens-Triptychon aus YouTube-Schnipseln, Gewinnspielen, Reenactments, getanzten mathematischen Formeln – und den Lücken derjenigen Quellen, die endgültig verschollen sind. Die Long Durational Performance konzentriert sich auf die Unsichtbarkeit und Abwesenheit der Frau* und wirft sich tief in den Genderdiskurs rund um Vornamen, ihre Macht und Stigmata.

Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2021.

JEEPS von Nora Abdel-Maksoud

In einem grauen tristen Beamtenbüro treffen zwei Sachbearbeiter auf zwei Damen, die ihnen die Pistole auf die Brust richten – und damit drohen, den lang ersparten Geländewagen in die Luft zu sprengen. Die eine Hartz IV-Empängerin, die beim Pfandflaschensammeln erwischt wurde und nun nicht einsehen möchte, dass der Pfanderlös auf ihre Tagessätze angerechnet werden soll, die andere Tochter eines gerade Verstorbenen, die sich nun um ein Los bewerben möchte, um ihr Erbe zu erhalten. Denn das natürliche altbekannte Erbrecht wurde reformiert und Hinterlassenschaften werden nun per Losentscheid verteilt. Somit haben alle die Chance, etwas von den jährlich vererbten Summen von 400 Millarden Euro zu bekommen.
Mit ihrem Text JEEPS setzt die Autorin und Regisseurin Nora Abdel-Maksoud an einem tiefen sozialen Sicherheitsbedürfnis an.

 

HYPNOS von Wilke Weermann

Im Zugabteil, Rauschen. Und da ist diese Stimme, schlecht zu hören durch das Bordradio. »Bitte, wachen Sie auf«. Immer wieder wird die Stimme durch die Mitreisenden oder das Bordpersonal unterbrochen, verschwimmt wie die Landschaft hinter den Fenstern. »Warum wollen sie dich davon abhalten, mehr zu erfahren? Warum halten sie dich davon ab, aufzuwachen?« Hypnos heißt die Stimme. Eine neue Technologie, welche mit im Koma liegenden Menschen kommunizieren kann. Seit Jahren liegt die Frau hier schon, dies ist die letzte Möglichkeit, sie zu erreichen, sie zurückzuholen. HYPNOS von Wilke Weermann zeichnet ein atmosphärisches Bild des Graubereichs zwischen Leben und Tod. Gefangen in einem Zugabteil befindet sich die Komapatientin auf einer Fahrt zwischen Traum und Wirklichkeit. Wo wird die Reise hingehen?

SPITZENREITERINNEN von Jovana Reisinger

Lisa kann keine Kinder bekommen, wird verlassen, rastet aus. Laura fiebert ihrer Hochzeit entgegen, dem Höhepunkt jedes weiblichen Lebens. Barbara ist verloren, seit sie Witwe geworden ist, ein kleiner Hund hilft. Verena erbt eine Luxusvilla mit Seeblick, sie steigt auf. Jolie wird entlassen und schwanger. Petra findet die Liebe und zieht um. Tina hat große Angst und trifft eine Entscheidung.
In ihrem zweiten Roman SPITZENREITERINNEN feiert Jovana Reisinger die Frauen, die sie nach Frauenzeitschriften benennt. Sie zeigt auf, welchen Rollenzwängen und welcher Gewalt Frauen in unserer Gesellschaft unterworfen sind. Und es werden Tipps, Tricks und Geschlechterstereotype verhandelt. Es ist ein Text über weibliche Wut und Ausdauer mit teils bösem Humor, der jedoch nie seine Protagonistinnen verurteilt.

Neuigkeiten
Jessica Glause ONLINE

»Eine posthumane Geschichte« von Pat To Yan inszeniert von Jessica Glause im Rahmen der Frankfurter Positione. Das Online-Angebot ist nach der filmischen Uraufführung noch bis einschließlich 31. Mai 2021 on demand verfügbar.

nachtkritik-Festival »Zoom in«

Im Rahmen des nachtkritik-Festivals auf nachtkritik.online freuen wir uns am 17. April um 18.30 Uhr auf die Präsentation des Films Brigitte Reimann besteigt den Mont Ventoux von Jan Koslowski und ein Live-Stream um 20.30 Uhr von werther.live des Kollektivs punktlive.

»Wir Schwarzen müssen zusammenhalten!« – Eine Erwiderung

Jan-Christoph Gockels neue internationale Stückentwicklung wurde als doku-fiktionales Mash-up aus Schauspiel, Puppenspiel, Comic und Film im togoisch-deutschen Autor*innenkollektiv entwickelt und steht an den Münchner Kammerspielen zum Live-Stream am 9. und 10. April bereit.

PeterLicht: Tartuffe, Beton und Ibuprofen

Nachdem Jan Bosse 2010 mit DER GEIZIGE am Maxim Gorki-Theater die erste Licht’sche Molière-Überschreibung  überhaupt inszenierte, wird er im Mai 2021 PeterLichts TARTUFFE ODER DAS SCHWEIN DER WEISEN auf die Bühne beim Sommer Open Air am Deutschen Theater in Berlin bringen – natürlich mit vielen PeterLicht Songs. Der hat nämlich soeben sein neues Album BETON UND IBUPROFEN veröffentlicht, das Hans Nieswandt so beschreibt: »Dieses Album strahlt einen immensen Reichtum aus. Melodien-Reichtum, Rhythmen-Reichtum, Ideen-Reichtum, einen Reichtum vor allem aber der Räume, der Gedankenräume, und wie sie in ihren spezifischen Klangräumen aufgehoben sind.«

Schleef und Rüping beim Theatertreffen

Herzlichen Glückwunsch an Marie Schleef und Christopher Rüping! Mit ihrer eigenen freien Produktion »Name Her. Eine Suche nach den Frauen«, einem furiosen Solo mit Anne Tismer, feiert Marie Schleef ihr Debüt beim Theatertreffen. Christopher Rüping ist gewissermaßen ein alter Bekannter in Berlin. Mit »Einfach das Ende der Welt« ist er bereits zum vierten Mal seit 2015 zum Theatertreffen eingeladen.

Mülheimer Theatertage

Sowohl Christine Umpfenbachs 9/26 – DAS OKTOBERFESTATTENTAT (UA: 25.09.2020, Münchner Kammerspiele) als auch Boris Nikitins ERSTE STAFFEL. 20 JAHRE GROßER BRUDER (UA: 19.09.2020, Staatstheater Nürnberg) sind zu den 46. Mülheimer Theatertagen eingeladen! Wir freuen uns sehr auf das renommierte Mülheimer „Stücke“-Festival, das dieses Jahr vom 8. bis zum 29. Mai stattfinden wird und gratulieren herzlich!