Sophie Eber

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Sophie Eber, geboren im November 1987, aufgewachsen im Allgäu, studierte Germanistik und Französisch (Schwerpunkt Literaturwissenschaft mit Ausflügen in Mediävistik und Linguistik), dazu klassischen Gesang. Ihre Masterarbeit schrieb sie über katholische Gottesdienstliturgie im Gegenwartstheater, unter anderem am Beispiel von Christoph Schlingensiefs „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“.

Nach Regie- und Dramaturgieassistenzen an Schauspiel und Oper Köln sowie in der freien Kölner Theaterszene entschied sie sich, den Fokus zunächst auf die unmittelbare Bühnenarbeit zu legen – Materie, Stimme, Körper.  Zehn Theaterjahre als freie Regisseurin, Dramaturgin und Autorin folgten. Sie arbeitete regelmäßig mit den Theatern Bonn, Münster und dem Theater im Marienbad in Freiburg zusammen, noch unter langem Namen und oft mit Schwerpunkt auf junges Publikum. Es entstanden Inszenierungen und Stückentwicklungen, Romanadaptionen und Märchenopern. Die Arbeit für junges Publikum schulte ihren Blick für pointierte Formen und Zielgruppen. Ihre Inszenierungen wurden vielfach ausgezeichnet und zu Festivals eingeladen – zuletzt zum deutschen Kinder- und Jugendtheatertreffen „Augenblick mal!“ 2025.

Heute schreibt Sophie Eber Theaterstücke und Libretti. Ihren Arbeiten liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Kraft von Imagination Wirklichkeiten bespielen und verändern kann. Imaginieren heißt hoffen (immer noch). Ihr Stück „else (someone)“ wurde 2022 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet, unter der Regie von Nadja Loschky am Theater Bielefeld uraufgeführt und ins Rumänische übersetzt. Sie arbeitete mit den Komponist:innen Helena Cánovas Parés und Gordon Kampe, Werkaufträge entstanden unter anderem für das Theater Münster, Uraufführungen und Nachspiele gab es unter anderem am Deutschen Theater Göttingen und dem Stadttheater Gießen. 2025 war Sophie Eber Stipendiatin des Deutschen Literaturfonds.

Im Moment interessiert sich Sophie Eber besonders für Kosmogonien und für die Wechselwirkungen zwischen Glaubenssystemen einerseits und Architekturen, Institutionen, Verkörperungen andererseits. Den Grundstein für diese Beschäftigung bildet ihr Stück EVA RIPPE. EIN ORATORIUM. Der Text umkreist die Frage, an welchen narrativen Gelenkstellen Transzendenz in der christlichen Vorstellungswelt zu einem männlich gegenderten Dreigestirn Gott, Sohn, Heiliger Geist personifiziert wurde. Kurz: Wie wurde der christliche Gott zum „Herrn“? Eine erste Fassung des Stücks wurde 2024 in der Fachzeitschrift „Theater der Zeit“ veröffentlicht.

Ihre Texte sind dabei kontrastreich, oft komödiantisch, manchmal tragisch, gerne surrealistisch, spielen mit Science-Fiction (im Sinne von Ursula K. Le Guin: Am Anfang war der Beutel) und fein dosierter Horror-Satire. Thematische Setzungen treffen hier auf fundierte Quellenrecherche und auf das Spiel mit Theater als Ort der unterhaltsam-fantastischen Freizeitgestaltung.

Neben ihrer Theaterarbeit schreibt sie an ihrem ersten Roman.