Tristan Linder

Zitate
»Tristan Linder sprüht vor Ideen. Er nimmt den Stoff ernst und doch wirkt der Abend leicht, wie aus dem Augenblick heraus improvisiert. Es gibt bezaubernde Slapstickmomente, daneben zu Herzen gehende Szenen, die nie ›das Leben‹ sein wollen, sondern immer: Spiel. Von diesem Regisseur möchte man unbedingt noch viel sehen.«
(NDR zu ›Dorian Gray‹)
Tristan Linder studierte zunächst Mathematik, Germanistik und Philosophie an der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie anschließend Theaterwissenschaft und angewandte und vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Von 2021 bis 2025 studierte er Schauspielregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Bereits während seines Studiums arbeitete Linder als Regieassistent am Landestheater Tübingen und am Schauspiel Köln, wo er unter anderem mit Ersan Mondtag, Jürgen Flimm und Stefan Bachmann zusammenarbeitete. Am Schauspiel Köln war er zudem als Kurator des Britney X Festivals tätig. Seit 2022 entwickelt und inszeniert er eigene Arbeiten an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, die unter anderem zum UWE-Festival München, an die Vaganten Bühne Berlin und zum Prager Theaterfestival deutscher Sprache eingeladen wurden.
2023 inszenierte er am Schauspiel Köln Yasmina Rezas »Der Gott des Gemetzels«. Seine Diplominszenierung »Sandmann« nach E.T.A. Hoffmann entstand 2024 an der Thalia Gaußstraße Hamburg und wurde 2025 zum Körber Studio Junge Regie, zum WePresent Festival sowie zum Fusion Festival eingeladen. Für »Sandmann« erhielt er den Publikumspreis des Körber Studio Junge Regie und wurde für den Jurypreis nominiert. Zudem wurde er 2025 in der Jahresumfrage der Zeitschrift »Theater heute« als Nachwuchsregisseur des Jahres nominiert.
Zu seinen weiteren Arbeiten zählen »Der Vorleser« nach Bernhard Schlink am Theater Ulm, »Frankenstein« am Theater Aachen sowie »Das Bildnis des Dorian Gray« am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 2024 entstand im Rahmen der Kulturhauptstadt Salzkammergut das Projekt »Heimat-Welt«, für das er szenische Lesungen von Thomas Perles »Donauwellen« und Guido Wertheimers »Schatztagebuch« realisierte. »Donauwellen« wurde anschließend am Deutschen Staatstheater Temeswar in Rumänien als Gastspiel gezeigt.
In seiner Arbeit verbindet er Schauspielregie mit einem ausgeprägten Interesse an Musik und interdisziplinären Formen. Neben seiner Regietätigkeit engagierte er sich von 2020 bis 2025 im ensemble-netzwerk e.V. und war Gründungsmitglied und Co-Leiter des assistierenden-netzwerks. 2024 erhielt er ein Deutschlandstipendium, 2025/26 war er stART.up-Stipendiat der Claussen-Simon-Stiftung.
In der Spielzeit 2026/27 inszeniert er William Shakespeares „Macbeth“ am Theater Freiburg. Eine weitere Arbeit ist mit dem Volkstheater München verabredet.