Anschlu├č

Autor*in(nen)
Theater, UA: 25.06.2021, Staatsschauspiel Dresden
Inhalt

Das neue Vier-Mann-St├╝ck von Jaroslav Rudi┼í handelt von M├Ąnnern, die warten: auf die Liebe, Vergebung, den Tod oder einen Neuanfang. In ihrer Tragik sind sie komisch und traurig zugleich und philosophieren ├╝ber Grenzen, Liebesbriefe und Wildschweine. Drei der vier alten wei├čen Herren kennen sich schon lange und schwelgen in Erinnerung an die ehemalige Gastwirtin Libu┼íe, an die Z├╝fe Hiroshima und Nagasaki und an rauschende Tanzfeste. Doch immer wieder blitzen unheimliche Begebenheiten auf: Wieso sind so viele Menschen an Jagdunf├Ąllen gestorben? Warum stehen im Keller unz├Ąhlige Koffer und wer hat all die gro├čen Br├Ąnde gelegt? Einzig der zuletzt Hinzugesto├čene, ein ehemaliger Musiker, der aber nicht mehr spielen kann, stellt vorsichtig Fragen, doch auch er hat ein Geheimnis und musste fliehen. Als er sich im Wald verl├Ąuft, findet er letztlich noch Zuflucht in der seit langem geschlossenen Gastst├Ątte eines seit langem stillgelegten Rangierbahnhof, der direkt auf der ├Ąltesten Grenze Europas steht. Dort warten nun alle vier mit reichlich Schnaps, denn es soll eine Konferenz stattfinden, die die gro├čen Themen verhandelt: Alte Werte, die nicht mehr g├╝ltig sind, Arbeiten, die nicht mehr verrichtet werden m├╝ssen, Anstand, den es nicht mehr gibt, Anschluss an etwas, das so nicht mehr existiert.
Jaroslav Rudi┼í z├Ąhlt zu den bedeutendsten zeitgen├Âssischen Autoren Tschechiens. In seinen Romanen, H├Ârspielen und Essays besch├Ąftigt er sich regelm├Ą├čig mit der historischen Entstehung von Grenzorten, den Erfahrungen von Menschen, die dort leben, und der Sehnsucht nach Sicherheit und Identit├Ąt, die mit klaren Grenzen oftmals Hand in Hand zu gehen scheint.