Black Bismarck

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Theater, UA: 27.99.2013, Hebbel-am-Ufer, Berlin
Inhalt

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kolonialismus. Alle M├Ąchte des alten Europas haben sich in Berlin versammelt, um Afrika unter sich aufzuteilen. Auf Einladung Otto von Bismarcks fand 1884/5 im Reichskanzlerpalais die sog. ÔÇ║KongokonferenzÔÇ╣ statt, auf der willk├╝rlich Grenzen durch den afrikanischen Kontinent gezogen wurden, die bis heute bestehen und immer wieder zu politischen Konflikten und milit├Ąrischen Auseinandersetzungen f├╝hren.

Zugleich markiert dieses Datum den Beginn der drei├čigj├Ąhren deutschen Kolonialherrschaft in den Gebieten des heutigen Togo, Kamerun, Namibia, Tansania, Burundi und Ruanda: Land- und Menschenraub, Auspl├╝nderung von Ressourcen, Zwangsarbeit, Krieg und Genozid waren die Folge.

Die Berliner Ghostbusters von andcompany&Co. haben sich auf die Suche nach den Kolonialgeistern begeben: eine Schrebergartensiedlung, mehrere Stra├čenz├╝ge, ja ein ganzes Stadtviertel und eine bekannte Supermarktkette werden auch heute noch, fast hundert Jahre nach dem offiziellen Ende des deutschen Kolonialismus von ihnen heimgesucht. Eine U-Bahnstation in der N├Ąhe des ehemaligen Reichskanzlerpalais scheint das Tor zur Unterwelt zu sein: F├╝rst Bismarck, der in Friedrichsruh keine letzte Ruhe fand, geht dort um als ┬╗wei├čer Mann┬ź: ein Untoter mit unstillbaren Hunger auf Hirn, der versucht, die deutsche Literatur vor den ┬╗Tollheiten der politischen Korrektheit┬ź zu bewahren. Wei├čer Mann, was nun?