Das Schloss

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Theater, UA: 06.03.2008, Schauspiel Frankfurt
Inhalt

Der Landvermesser K. wird in ein Schloß bestellt, wo er seine Dienste verrichten soll. Allerdings muß er bei seiner Ankunft feststellen, daß man im Schloß nichts von diesem Auftrag weiß. Er muß damit vorlieb nehmen, sich in dem Gasthof des nahe gelegenen Dorfes einzumieten. Ab und an erscheinen Beamte des Schlosses im Gasthof, sind jedoch – ebenso wie die Dorfbewohner – in ihrem Gebaren K. gegenĂŒber undurchschaubar. Das Schloß als ein Mysterium scheint fĂŒr alle anziehend wie gleichermaßen angsteinflĂ¶ĂŸend zu sein. Obwohl man nur wenig ĂŒber das Schloß weiß – oder vielleicht eben deswegen –, ist es scheinbar die Schaltzentrale der Macht, eine Geheimgesellschaft, die das gesellschaftliche Leben beherrscht: die einflußreiche BĂŒrokratie anonymer Apparatschiks – beinahe unmenschlich. Nicht die Macht durchschauen zu können, aber von ihr beherrscht zu sein, schafft ein Klima lĂ€hmender Angst. Die Menschen in Kafkas Parabel sind von der Macht ausgeschlossen, können sie aber auch nicht an bestimmten Personen festmachen.

Kafka nĂ€hert sich in seinem Roman geradezu visionĂ€r PhĂ€nomenen der heutigen Globalisierung, die Folgen fĂŒr jeden Einzelnen hat, ohne daß dieser deren Ursache wirklich erkennen könnte.