Geld – her damit

Autor*in(nen)
Theater, UA: 14.11.2009, Oldenburgisches Staatstheater
Inhalt

Eines Tages wachst du auf und es herrscht Krieg, nein Wirtschaftskrise. Also doch Krieg. Du schlĂ€gst die Zeitung auf und liest, daß dein Staat pleite ist. Deine Bank eingegangen. Du schaltest den Fernseher an, und jemand erzĂ€hlt dir vom WeltglĂŒcksindex. Da liegen die Deutschen auf dem 42. Platz. Im letzten Drittel. Wieso? Wovon hĂ€ngt GlĂŒck ab? Vom Job? Vom Geld? Vom Sex? Der Beziehung?

Sarah ist Flugbegleiterin, Max KĂŒchenberater bei Ikea. Den Alltag mit Beruf und Kind zu managen, ist eine Herausforderung. Jetzt kommt auch noch die Krise dazu. Und ein Fortbildungswochenende, an dem Max seine RĂŒckstĂ€nde als VerkĂ€ufer ausgleichen soll. Aber Sarah muß fliegen. Was tun?

Die Frau des Anwalts ist zum Äußersten bereit: wenn die Krise zuschlĂ€gt, wird zur Not der Range Rover verkauft. Die Alten im Viertel hingegen wissen ja, wie man sich in Zeiten wie diesen verhĂ€lt. Schnurstracks wird die Heizung runtergedreht. Eine junge Frau schreibt Briefe an die Verwandtschaft mit der Bitte um Geld. Ein Maler macht das GeschĂ€ft seines Lebens. Irgendwie gehts weiter. Doch dann verliert Max seinen Job. Und eine alte Frau erfriert.

Wenn die Krise global ist und alles und jeden erfaßt, was bleibt dann anderes ĂŒbrig, als einfach weiterzumachen? Die Blumen zu gießen, das Kind zur Schule zu bringen, zur Arbeit zu fahren, auch wenn es schon lĂ€ngst keine Arbeit mehr gibt.

Andreas Sauter und Bernhard Studlar haben im Auftrag des Oldenburgischen Staatstheaters mit GELD - HER DAMIT einen Text geschrieben, der sich nicht mit einfachen Antworten, Schuldzuweisungen oder AllgemeinplĂ€tzen zur â€șKriseâ€č zufrieden gibt. Mit Hilfe einer großen Personnage schreiten sie das gesellschaftliche Terrain ab, das lĂ€ngst nicht mehr eindeutig in Unter-, Mittel- und Oberschicht zu unterteilen ist. Aus vermeintlichen Einzelschicksalen destillieren sie das, was man vielleicht als Alltag bezeichnen wĂŒrde, und legen damit jene feinen Spuren frei, die hinter dem Totschlagwort â€șKriseâ€č meist nicht mehr erkannt werden - GefĂŒhle, Ängste und Hoffnungen. In der sensiblen, oft auch komischen und das Detail nie aus dem Blick verlierenden Schreibe offenbart sich ein weiteres Mal die große QualitĂ€t des Autorenduos Sauter & Studlar.