Help Me Florence
Tankstelle. Hotel. Eiswagen. Ein Rastplatz irgendwo im Niemandsland – und keiner kommt hier wirklich weg.
Hier hängen sie fest: eine Kassiererin, die die Welt in Begriffe zerlegt, während sie selbst langsam verschwindet. Ein Lkw-Fahrer, der sich an Erinnerungen klammert wie an den letzten Rest Realität. Ein Rezeptionist, der gegen die Leere putzt.
Bis jemand von außen kommt. Und kurzerhand beschließt: Diese Kassiererin ist tot.
Was folgt, ist ein Aufbruch nach Firenze – ein letzter Versuch, ihr noch ein paar „schöne Tage“ zu schenken. Doch das versprochene Paradies ist kein Sehnsuchtsort, keine Renaissance, kein Dolce Vita.
Florenz wird hier zum Müllplatz der Hoffnungen – ein Ort, an dem alles wieder nach unten kippt und alte Muster sich festkrallen wie Kaugummi unter Schuhsohlen.
HELP ME FLORENCE ist ein düster-komischer Roadtrip ins Nichts, ein Sprachstrudel zwischen Slapstick und Sinnlosigkeit, zwischen Stillstand und der verzweifelten Idee von Bewegung. Ein Stück über das Feststecken. Und über den absurden Glauben, dass woanders alles anders ist. Jonas Hirner seziert mit scharfem Witz und radikaler Form eine Gesellschaft im Wartemodus – und stellt die Frage, ob wir wirklich irgendwohin aufbrechen können, wenn wir uns selbst nicht loswerden.

