LENIN

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Theater, UA: 19.10.2017, SchaubĂŒhne am Lehniner Platz, Berlin
Inhalt

1917 erschĂŒtterte die Oktoberrevolution Russland. Nur wenige Jahre spĂ€ter ist der Sozialismus durchgesetzt. Lenin, der AnfĂŒhrer der Revolution, kĂ€mpft in einem Landhaus bei Moskau gegen den körperlichen und geistigen Verfall. Die erbitterten KĂ€mpfe gegen politische Widersacher, das Ringen mit den zögernden Bolschewiki um ein revolutionĂ€res Eingreifen, sein unermĂŒdliches Arbeiten fĂŒr eine neue Gesellschaft nach den GrundsĂ€tzen des Marxismus, ein Attentat durch die Anarchistin Fanny Kaplan und mehrere SchlaganfĂ€lle haben den RevolutionĂ€r, brillanten Theoretiker und charismatischen politischen FĂŒhrer geschwĂ€cht. Im Kreis weniger Vertrauter ringt er abgeschnitten vom Zentralkomitee um politischen Einfluss. Sein WeggefĂ€hrte Trotzki, der Kulturpolitiker Lunatscharski und weitere Personen, die in Lenins Datscha vorsprechen, rufen Erinnerungen an den kurzen Moment wach, an dem historisch alles möglich schien. Doch der verfallende Körper und geschwĂ€chte Geist Lenins werfen den »grĂ¶ĂŸten Kopf des 20. Jahrhunderts« auf sich selbst zurĂŒck. Und der auf die Nachfolge spekulierende Gegenspieler Stalin wartet schon auf seine Chance.

Milo Rau blickt durch Lenins Hirn auf die wohl folgenreichste Revolution der Menschheitsgeschichte: in eine Gesellschaft zwischen Aufbruch und Apathie, Revolutionssehnsucht und reaktionĂ€ren WiderstĂ€nden – ein Labyrinth der Hoffnungen und Ängste, der politischen Ideale und kollektiven Gewalterfahrung.