The Civil Wars

Autor*in(nen)
Theater, UA: 27.08.2014, Theaterspektakel ZĂĽrich
Inhalt

Wohin treibt Europa? In was für Zeiten leben wir? Mit THE CIVIL WARS inszeniert Milo Rau eine Lecture Performance à 4 voix über die Prämissen von Revolte und politischem Engagement. Entlang ihrer eigenen, windungsreichen Biografien befragen die vier Schauspieler Karim Bel Kacem, Sara De Bosschere, Sébastien Foucault und Johan Leysen die Conditio Humana in Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Auf der Bühne ein Wohnzimmer, darin vier Menschen, darüber in Übergröße ihre Gesichter auf einer Filmleinwand. Ausgehend von der Geschichte eines jungen Belgiers, der nach Syrien reiste, um dort für die Errichtung eines Kalifats zu kämpfen, erinnern sie sich an ihre eigene Jugend, sie erzählen von ihren Vätern und wie sie sich von ihnen losgesagt haben. Sie sprechen über Wahnsinn, Glaube und politische Überzeugungen und fragen, was davon übrig geblieben ist. Was hält diese Gesellschaft noch zusammen in einer Epoche der Radikalismen, der sich ankündigenden Klimakriege und des allgemeinen Werteverfalls? Wie übersetzt sich eine kulturelle Umbruchzeit in private Lebensläufe? Und taugt das Theater heute noch als politisches Reflexionsmedium? In den intimen Erzählungen spiegelt sich die jüngste Geschichte Europas, es entsteht ein Tableau Vivant unserer Zeit.

Die Pressestimmen waren einhellig begeistert, mit THE CIVIL WARS sei ein Meisterwerk gelungen. »Milo Rau schürft nach dem Innersten im Menschen und kehrt es heraus. Auf diese Weise spiegelt er die Welt im Detail.« (Barbara Villiger-Heilig, NZZ). THE CIVIL WARS ist zugleich Milo Raus bisher persönlichstes Stück. »Von all den gewaltigen Themen, die uns in den letzten Jahren umgetrieben haben, von den Breiviks und Gotteskriegern und Rechtspopulisten, die wir auf die Bühne und vor die Kamera gebeten haben, sind die ›kleinen‹, die ganz privaten Geschichten geblieben«, so Rau.

THE CIVIL WARS ist der erste Teil der Europa-Trilogie, die Milo Rau mit THE DARK AGES am Residenztheater München (UA April 2015) und EMPIRE (Zürcher Theater Spektakel / Schaubühne Berlin, UA September 2016) fortgeführt hat.

Ausgezeichnet mit dem Preis des Festivals »Politik im freien Theater« 2014