Der obdachlose Mond

Autor*in(nen)
Theater, UA: 05.02.2016, Gerhart-Hauptmann-Theater, Zittau
Inhalt

Helga, Karl und Lars Ole sitzen in ihrer kleinen Welt: Helgas Tante-Emma-Laden. Sie sind beunruhigt. Denn bald schon sollen 31 Fl├╝chtlinge in ihrem Dorf angesiedelt werden. Da wittern die drei nat├╝rlich Probleme. Klischees und Vorurteile bestimmen ihre bizarren Vorstellungen und sch├╝ren ├ängste, die in den teils absurden Gespr├Ąchen ihren Ausdruck finden.

In der Deutschen B├╝hne hei├čt es zum St├╝ck: ┬╗All das bewegt sich nicht immer fern von Klischees, aber Klimke l├Ą├čt es so klingen, da├č seine Figuren und die Zuschauer nicht sofort mit fertigen Antworten abgespeist werden. Vor allem aber diskutieren seine drei kleinen Leute weniger, als da├č sie ihre Gedanken so rauslassen. Kaum einmal werden S├Ątze und Gedanken zu Ende gef├╝hrt, kaum geht einer wirklich auf den anderen ein. Oft trudeln angerissene S├Ątze und Phrasen einfach ins Leere. Frisch heraus und unverdaut mischen sich Klischees mit klugen Gedanken, Hoffnungen mit ├ängsten, Sehns├╝chte mit Unzufriedenheit, und heraus kommt ein Durcheinander politischer Meinungen. Ganz wie im Leben.┬ź

Auszug

┬╗Wer hat denn dein Hemd in Indien gen├Ąht? Rede nicht so geschwollen. Meinst du, die indischen Frauen und Kinder ├╝berlegen bei der Arbeit, wie sie hierher kommen und dir deinen 58 Zoll Smart TV abzocken k├Ânnen? Die haben nix und sind doch irgendwie zufrieden und bleiben da, wo sie sind.┬ź