Deutscher Herbst

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Schauspiel, 26.09.2026, Deutsches Theater Berlin
Inhalt

Wer Deutscher Herbst hört, denkt wohl zuallererst an das Jahr 1977. Der Terror der RAF und die Reaktion des Staates prägten eine ganze Generation. Aber vielleicht ruft der Begriff noch andere Herbste auf? Den Mauerfall, ein Lied aus der Schulzeit, ein Gemälde von Caspar David Friedrich? Während sich die Geschicke anderer Nationen im Frühling wenden, hat Deutschland seinen Herbst. Herbste sind Phasen, in denen sich unsere Geschichte verdichtet.
In der neusten Theaterarbeit von Christopher Rüping begegnet eine Tochter ihrem Vater. Sie hat viele Fragen an ihn, bekommt aber keine Antworten, denn der Vater hat vergessen, woher er kommt und wer er ist. Der Theaterabend Deutscher Herbst nimmt diese Begegnung zum Anlass, um von der Orientierungslosigkeit der Gegenwart zu erzählen: von der Geschichtsvergessenheit, die im Wahlherbst 2026 um sich greift – vom Ende gemeinsamer Erzählungen, aber auch von möglichen Utopien, die sich hinter diesem Ende auftun. Dafür legen Christopher Rüping und sein Ensemble das Ohr an die deutsche Geschichte. Und erzählen aus der deutschen Romantik, aus den Kriegen und Ruinen der Vergangenheit heraus von der deutschesten aller Jahreszeiten und vom Schwindel unserer Tage.