Inga und Lutz

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Theater, UA: 08.10.2010, Staatstheater Braunschweig
Inhalt

Beim nächsten Job wird alles anders. Lutz will sich selbständig machen. Mit Manni, seinem besten Freund. Beide sind gerade gekürzt worden und ihre Firma wird wohl auch bald dicht gemacht. Vorbei die Zeiten, in denen die beiden zwischendurch Kaffee mit Schnaps gekippt haben. Jetzt wird es ernst: Lutz und Manni brauchen Geld für ihre Geschäftsidee. Und dieses Geld hat Inga, die Freundin von Lutz, bzw. ihre bürgerlichen Eltern. Mit Inga lebt Lutz in Berlin Neukölln, dem verschissensten Teil von Neukölln. Aber Inga hält die Erbschaft ihrer wohlhabenden Eltern zusammen und denkt ans Kinderkriegen. Und weil Lutz ein Meister im Zögern ist, der Flinten sammelt und lieber Flintenbildchen klebt anstatt Dinge zu erledigen, ergreift Manni die Initiative.

Stockmanns anarchistisch-komische Alltagseskalation folgt dem Grundsatz, nach dem die besten Absichten die größten Katastrophen hervorbringen. Mit INGA UND LUTZ, seinem ersten Theaterstück,  changiert er rasant zwischen schwarzer Komödie und Sozialdrama. Bei aller schreienden Komik tragen die Figuren einen großen Ernst in sich. Die Beharrlichkeit, mit der Inga im verschissenen Neukölln in Nachbarschaft zu Maniacs und schlagenden Müttern dem Traum ihrer bürgerlichen Eltern nachhängt, zeigt die ganze Tragödie einer ehemals behüteten und jetzt sozial degenerierten Generation. 

Auszug

Inga: Eine eigene Firma?

Lutz: Ja.

Inga: Aha.

Lutz: Wie aha?

Inga: Alleine, du ne eigene Firma?

Lutz: Ja, zusammen mit Manni.

Inga: Was wollt ihr denn anbieten? Zu Alkoholikern fahren, damit die sich gut fĂĽhlen, dass es Leute gibt, die noch schlimmer saufen?

Lutz: Also, ich glaub ich …

Inga: Das ist doch nicht dein Ernst. Du warst doch beim Amt. Was haben die denn …

Lutz: Ich bin unvermittelbar. Haben die gesagt.

Inga: Du bist unvermittelbar, weil du nicht willst. Du bist so ein …

Lutz: So ein was …

Inga: Ach …

Lutz: Also, soll ich denn jeden Scheiß … Hab ich dafür studiert oder was …

Inga: Aber um mit ner Firma auf die Fresse zu fallen. DafĂĽr studiert man Sozialwissenschaften oder was?

Lutz: Mann, Inga. Wir mĂĽssen schon seit ner Woche unsere Klamotten lĂĽften. Ich hab nicht mal genug Geld um zu meiner Mutter zu fahren und den Schnellkochtopf abzuholen. Wir essen nur noch Toastbrot mit Honig. Soll das so weitergehen?

Inga: Ach – aber ne Firma?

Lutz: Vertrau mir doch mal …

Inga: Hrmpf …