Mein Teppich ist mein Orient

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Theater, UA: 17.99.2010, Theater Bielefeld
Inhalt

Mit dem Einzelhandel geht es bergab. Das mu├č auch Hartmut Wildermann erfahren. Nicht genug, da├č die Kundschaft in seinem Teppichgesch├Ąft ┬╗Ex Oriente lux ÔÇô Teppich Wildermann┬ź ausbleibt; auch seine Idee, ein Teppichmuseum ÔÇô und damit sich selbst ein Denkmal -┬á aufzubauen, st├Â├čt in der Stadt auf wenig Unterst├╝tzung. Ziehsohn Sven, nach der Wende in den Westen emigriert und seitdem emsiger Mitarbeiter im Gesch├Ąft, treiben derweil ganz andere Sorgen um: ihm graut es bei dem Gedanken an den Ist-Zustand der Gesch├Ąftsb├╝cher.┬á

Als Hartmuts sechzigster Geburtstag ansteht, wird wie jedes Jahr im Kreise der Lieben gefeiert. Svens Freundin Nadine kompensiert unerf├╝llte Kinderw├╝nsche mit zuviel Alkohol. Auch die Tatsache, da├č Sven Maria Wildermann in der Vergangenheit bei der Befriedigung diverser Gel├╝ste zur Hand ging, tr├Ągt wenig zur Entspannung bei. Kurzum, die Stimmung ist tr├╝be, bis Wildermann ÔÇô von Sekt und alten Geschichten euphorisiert ÔÇô seinen R├╝ckzug aufs Altenteil verk├╝ndet und den verdutzten Sven zu seinem Nachfolger k├╝rt. Der jedoch denkt nicht im Traum daran, den hoch verschuldeten Laden zu ├╝bernehmen. Hartmut, der die Rechnung ohne seinen designierten Nachfolger gemacht hat, f├Ąhrt vor Schreck der Infarkt ins Herz. Mit dem Ehemann auf der Intensivstation ist es nun an Maria, sich der Dinge anzunehmen. Unterst├╝tzung erf├Ąhrt sie dabei von Herrn Yildiz, einem Spezialisten f├╝r Gesch├Ąftsliquidationen. Es gilt, offene Rechnungen zu begleichen. Auf der Liste der Schuldner steht Sven nun ganz oben.

In MEIN TEPPICH IST MEIN ORIENT erz├Ąhlt┬áBj├Ârn Bicker┬ávon der Unausweichlichkeit┬á eines b├╝rgerlichen Totalschadens. Zwei Paare, zwei Generationen haben sich emotional und finanziell derart verheddert, da├č am Ende nichts mehr ├╝brigbleibt von der scheinbaren Sicherheit der m├╝hsam aufgebauten Mittelstandsexistenz. W├Ąhrend Privates und Politisches heillos ineinander wuchert, wartet Herr Yildiz mit k├╝hlem Kopf und neoliberaler Herzlichkeit auf die Abwicklung des Familienunternehmens.

Eingeladen zum Heidelberger St├╝ckemarkt