Piaf. Keine Tränen

Autor*in(nen)
Theater, UA: 13.12.2008, DĂĽsseldorfer Schauspielhaus
Inhalt

Es ist kein gewöhnlicher Liederabend geworden, den Juliane Kann über Edith Piaf geschrieben hat: eine Prise Biographisches, ein wenig allgemein verträglicher Humor, ein ordentlicher Schuß Tragik und viele, viele Chansons – für einen solchen Abend bräuchte man wohl keine so besondere Autorin zu beauftragen. Für Juliane Kann steht vielmehr die Frage im Vordergrund, was sie eigentlich – jenseits des allgemeinen populären Halbwissens – wirklich an der Piaf interessiert. Ob sie überhaupt etwas an ihr interessiert. 

Ein Abend über eine derart prominente Figur des Zeitgeschehens wie Edith Piaf kann natürlich nur entstehen, wenn man die Unmöglichkeit eines solchen Unterfangens von Anfang an mit einbezieht. Theater sollte mehr leisten als eine Best Of-CD oder eine x-beliebige Biographie und es sollte eine andere Art der Auseinandersetzung anbieten als die einschlägigen Hollywoodverfilmungen oder Stadttheaterliederabende. 

Juliane Kann setzt an verschiedenen Punkten und von vielen Perspektiven aus an, um den Mythos Piaf auch fĂĽr ihre ganz eigene Gegenwart als Autorin greifbar zu machen. Weil kaum eine junge Autorin so schutzlos, direkt und emotional schreibt wie Juliane Kann, entsteht dabei ein kongenialer Text.

Auszug

»Haben sie einem Penner schon mal mehr als ein paar Cent geben? Sogar mehr als einen Euro? Und haben sies bereut oder nicht? Haben sies bereut oder haben sies nicht bereut daß sie sich plötzlich keinen Coffeee to go mehr leisten konnten oder haben sies nicht bereut weil sie dachten: dem geht’s schlechter als mir.«