Zertretung – 2. Sprache essen Abgott auf oder Du arme Drecksfutmetzger

Autor*in(nen)
Theater, UA: M├Ąrz 2022, Volkstheater Wien
Inhalt

Als zweiten gro├čen Teil des Romans ZERTRETUNG wird dieses neue St├╝ck von Lydia Haider als die ultimative Abrechnung mit allem, mit jedem und der Sprache selbst zu sehen sein. In 14 Runden und 14 S├Ątzen ist dieses epische, brachiale St├╝ck geschrieben, in Anlehnung an die 14 Kreuzwegstationen Christi.

Doch was wird gekreuzigt? Gott, die ┬╗arme Drecksfut Metzger┬ź, das ┬╗philosophische Gesindel┬ź, die Liebe? Oder gar die Sprache selbst? Doch wie bringt man* die Sprache um die Ecke?
Wie das gehen soll, das mit dem ┬╗Heimzudrehen die Sprache in der Sache der Sprache┬ź, zeigt sich in einem Duell geschrieben ┬╗f├╝r zwei stark geniale Schauspielerinnen oder f├╝r mehrere, falls sich zwei den Text nicht dermerken┬ź. Es gilt herauszufinden, ob es wirklich zu einem Duell zwischen zwei Spielerinnen kommt oder ob diese sich dann im Rausch der Sprache, in welchem die Sprache mit den eigenen Mitteln bek├Ąmpft wird, verlieren. Oder duelliert sich die Autorin selbst, bis ihr beinahe die Hand beim Schreiben zerbr├Âselt? Jedenfalls fordert sie mit diesem St├╝ck die Regie heraus, diesen Text mit der folgenden Anweisung zu inszenieren: ┬╗Text zu schreien, kreischen, br├╝llen so nachdr├╝cklich und gewiss, ihn speiben, aus sich auszulassen wie Fett, den Text herausdr├╝cken wie ein Kind, den Text hineinschei├čen, hinwerfen, aus sich herausrei├čen wie ein Organ, ihn ausschwitzen, ausd├╝nsten und auskratzen aus sich aus jeder Pore, das Inwendige auswendig kehren in einem Prozess, der nat├╝rlich ist und das Publikum f├╝rchten lehrt, weil er so nat├╝rlich ist, so es der Moment im Tod ist genauso. Bussi.┬ź