Alltägliche Spektakel
Der Mensch lenkt sich ab / vom Ticken der Zeit / weil und das ist sein Paradox: / Er zum Überleben / die eigene Sterblichkeit / dann und wann / vergessen muss
Eine Gruppe rätselhafter Wesen sitzt in einer Landschaft, die ein Archiv ist. Sie sind dabei, sich auf alles Leben, was auf der Erde stattgefunden hat, einen Reim zu machen. Gerade sind sie beim Menschen angekommen und hinterfragen die Phrasen einer Zeit, die einmal unsere Gegenwart gewesen sein wird. Um etwas verstehen zu können, erzählen sie sich Geschichten von den Liebesbeziehungen, die der Mensch führte, von seiner Mitgliedschaft in Sportvereinen, den Träumen, den Alpträumen. Aber immer wenn einer den Vorhang zuzieht, um schlafen zu können, zündet ein anderer ein Nachtlicht, weil er sich gruselt in der Dunkelheit. Die Wesen können sich auf den Menschen einfach keinen Reim machen. Widerwillig beschließen sie, sich mit seiner Arbeit auseinanderzusetzen. Dieser Tätigkeit, mit der er ein Großteil seiner Zeit verbrachte, und die, wie sie bald merken, den Schlaf, die Liebe und überhaupt alles geprägt hat.
ALLTÄGLICHE SPEKTAKEL ist ein Stück über Erzählen und Erinnern und über Arbeit im 21. Jahrhundert. Der Text entstand als Auftragswerk für das Saarländische Staatstheater. Über 100 Menschen, die im Saarland leben, träumen und arbeiten, sind in der Recherche interviewt worden. Ihre Geschichten sind in bearbeiteter Form in das Stück eingeflossen.

