Ersan Mondtag

Werke
Theater
Zitate

»Ersan Mondtag beweist, daß er von einer überwältigenden visuellen Phantasie angetrieben wird.«
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»In der anderthalbstündigen Inszenierung verschmelzen Text, Bühne, Video und Schauspiel zu einer faszinierenden bildnerischen Decodierung unseres historisch-kulturellen Gepäcks« (Frankfurter Rundschau über ›Das Erbe‹)

Person

Ersan Mondtag wurde 1987 in Berlin geboren und arbeitet zwischen den Feldern Theater und Musik, Performance und Installation.

2011 begann er ein Studium an der Otto Falckenberg Schule in München, brach aber nach zwei Jahren ab und gründete in München 2012 das »KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF«. Mondtag konzipierte im Kollektiv Dauerperformances, experimentelle Partyformen sowie interdisziplinäre Theaterarbeiten, u.a. »Party #4 - NSU« im Mixed Munich Arts (MMA).  Rita Argauer (Spex) schrieb dazu: »Wenn man den Schauder, den einem die Kombination von Party und den NSU-Morden über den Rücken jagt, einmal abgeschüttelt hat, verbirgt sich hinter den Veranstaltungen des Münchner Kapitæl Zwei Kolektifs um Ersan Mondtag ein interessantes Angebot neuerer Popkultur: die Dokumentarparty. Die Performance-Truppe schlägt eine Art realpolitische Keule in den Hedonismus des Nachtlebens, ohne dabei den Sinn der Clubkultur zu verraten. Der Wirklichkeitseinschlag gerät bei der NSU-Party zum Horrorkabinett. Im Club Mixed Munich Arts wurde aus den Gerichtsprotokollen des NSU-Prozesses ein Theaterstück geformt, dessen monströser Wirklichkeitsanspruch durch den Partykontext noch mehr zu schockieren wusste.«

Mit den beiden frühen Frankfurter Arbeiten »2. Sinfonie« und »Orpheus#« wurde er 2014 und 2015 zum »radikal jung« Festival in München eingeladen.

Mit TYRANNIS (2016) folgte  die erste von bislang insgesamt drei Einladungen (DIE VERNICHTUNG,2017 und DAS INTERNAT, 2019) zum  Berliner Theatertreffen.

Für die »Internats«-Inszenierung erhielt er zudem den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis. In der Begründung der Jury heißt es: »Ersan Mondtag zeigt sich in ›Das Internat‹ einmal mehr als bildmächtiger Regisseur, der gekonnt mit den Ängsten der Zuschauer spielt. Märchen- und Horrormotive und ihre vielfältigen Assoziationsmöglichkeiten verknüpft er zu einer spektakulären Feier des Unheimlichen. Kongenial verbindet er Regie, Bühne und Kostüm zu einer Installation der Angst, einem Diorama der Unterdrückung«. 

Das Fachmagazin »Theater Heute« kürte Mondtag 2016 zum Nachwuchsregisseur des Jahres. Gleichermaßen wurde er in den Kategorien »Bühnenbildner und Kostümbildner des Jahres« ausgezeichnet. 2017 folgten weitere Auszeichnungen (Theater Heute, »Kostümbildner des Jahres« und Deutsche Bühne, »Bühnenbildner des Jahres«).

Seitdem hat Ersan Mondtag u.a. am Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Frankfurt, NT Gent, Berliner Ensemble, Maxim Gorki Theater, Schauspiel Köln, Theater Basel, Theater Dortmund und an den Münchner Kammerspielen inszeniert.

Seit seinem umjubelten Opern-Debüt »Der Schmied von Gent« (Oper Flandern), für das er vom Magazin OPERA! einmal mehr zum »Bühnenbildner des Jahres« erkoren wurde, zieht es Ersan Mondtag verstärkt zum Musiktheater. An der Deutschen Oper Berlin entstand 2020 die Inszenierung »Antikrist«, deren Premiere pandemiebedingt auf 2022 verschoben werden musste.

Mit drei weiteren Opern-Inszenierungen in der Saison 2021/22 unterstreicht der junge Regisseur sein Interesse am Genre. Neben einer weiteren Arbeit in Antwerpen arbeitet er erstmals an den Opernhäusern in Kassel und Hannover.