Wilke Weermann

Zitate
»Wilke Weermann gehört zu den interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Theaterlandschaft.«
(Uwe Loebens im SR)
»Wilke Weermann ist der Name eines der gewitztesten und versponnensten Regisseure des jüngeren deutschen Theaters.«
(Peter Kümmel in der Zeit)
Wilke Weermann schreibt und inszeniert und gilt als einer der “gewitztesten und versponnensten Regisseure des jüngeren deutschen Theaters” (Peter Kümmel, ZEIT). Seine vielfach ausgezeichneten Arbeiten kreisen um Fragen des Zusammenlebens in einer von Technologien bestimmten Welt. Wie ist gesellschaftlicher Dialog möglich, wenn die persönlichen Lebensrealitäten maximal isoliert voneinander sind?Auf der Bühne erzählt er Science-Fiction-Geschichten mit sehr analogen Mitteln. Sein Theater “wehrt sich gegen seine Abschaffung zugunsten virtueller Räume, indem es sie clever nachstellt” (Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau).
In seiner Doppelfunktion als Autor und Regisseur überführt er auch klassische Stoffe wie Leonce und Lena, Der zerbrochne Krug, Das Bildnis des Dorian Gray und Hamlet in die Gegenwart. Es zeigt sich, dass seine handlungsgetriebenen Überarbeitungen jüngeren wie älteren Zuschauergruppen einen frischen Zugriff auf den Kanon erlauben.Wilke Weermann arbeitet u.a. am Theater Münster, am Schauspiel Leipzig, am Schauspiel Stuttgart, am Deutschen Theater Berlin, am Burgtheater sowie am Schauspiel Frankfurt.
In ABRAUM konfrontiert Weermann das Publikum mit der grausamen Gegenwart einer ausweglosen Situation. Eine Gruppe Hoffnungsloser hat sich in einem Steinbruch ein Leben am Abgrund eingerichtet. Als die Gewalt im trostlosen Dasein der Gruppe Überhand nimmt, wird der Versuch der Emanzipation zum Kampf ums Überleben. Aber wer kennt schon den Weg in die Stadt?
Es ist der 31. Dezember 1999. Der Tag, an dem die Computer Amok laufen, die Banken kollabieren und die Atomkraftwerke schmelzen. Oder doch nicht? Sandra Schwartz und ihr Mann Polli, die Inhaber der Pension Schwartz, sind jedenfalls auf das Schlimmste vorbereitet. Doch dann buchen sich kurz vor dem Silvesterabend zwei Gäste bei ihr ein, die sich äußerst sonderbar verhalten.
Wilke Weermanns Figuren beherrschen die Sprache der Einsamkeit, den Code der Zweckgemeinschaft. Zum Fixpunkt ihrer verloren gegangenen Gespräche werden die anonymen Anderen. Ein gutes Gefühl, daß da noch jemand ist, nach dem man treten kann. Jede lakonische Beleidigung, jede Aussage, die ein kleines Bißchen zu weit geht – das wird man doch wohl noch … –, erzeugt ein leichtes Kribbeln und verspricht eine kurzfristige Linderung von der Enttäuschung, die das eigene Leben bereithält.
In Georges Franjus surreal-poetischem Meisterwerk »Les Yeux sans visage« von 1960 verliert die junge Christiane ihr Gesicht. Ihr Vater, vielgerühmter plastischer Chirurg, raubt fortan anderen Frauen ihre Gesichter, um Christiane ein neues zu schenken. Doch ihr Körper wehrt sich, stößt wieder und wieder die fremde Haut ab. Und auch Christiane selbst sehnt sich nach der Freiheit einer eigenen Identität.
Schüler*innen verschwinden. In den sozialen Medien kursieren die Rekrutierungsvideos eines maskierten Mädchens. Immer mehr Jugendliche schließen sich ihrem Kollektiv der Unmündigen an. Was bedeutet Demokratie für Menschen, die nicht wählen dürfen? Welche Kompromisse soll man noch schließen, wenn das Ende naht? Ein leichtfüßig radikaler Text über das politische Lebensgefühl junger Menschen.
Die Flüsse sind trocken, das Wasser ist rar, die Aussichten sind düster. Es wird zwar wärmer, aber nicht unbedingt netter auf unserem Planeten. »Zeit um Luft zu holen und etwas runterzukommen«, findet ein junger, latent gestreßter Großstädter und folgt der Einladung seines Cousins, ihn wieder mal in der gemeinsamen Heimatstadt Bad Lausick zu besuchen, wo er in einem bekannten Heilbad residiert. Er hat hier eine seltsame Entdeckung gemacht und will sie mit ihm teilen. Doch als der Großstädter eintrifft, will sein Cousin nichts mehr von den Entdeckungen wissen.
Henni und Toto verfolgen ein klares Ziel: Sie wollen herausfinden, was es mit dem »Sinking Man« auf sich hat. Ein Video, das 2015 viral ging und einen Mann zeigt, der durch eine Wand glitcht und seitdem als verschollen gilt. Ort des Verschwindens sind die alten Werkstätten des Theaters in Ehrenfeld, wo dieser früher als Hauswart tätig war. Unter dem Vorwand, einen Fernsehbeitrag über einsame Berufe zu produzieren, beraumen sie ein Interview mit Joris van Doorn an – Bruder und Nachfolger des »Sinking Man«. Die Hallen scheinen zunächst verlassen. Doch je länger das Dokumentarteam durch das Gebäude läuft, desto mysteriöser wird es.
Im Zugabteil, Rauschen. Und da ist diese Stimme, schlecht zu hören durch das Bordradio. »Bitte, wachen Sie auf«. Immer wieder wird die Stimme durch die Mitreisenden oder das Bordpersonal unterbrochen, verschwimmt wie die Landschaft hinter den Fenstern. »Warum wollen sie dich davon abhalten, mehr zu erfahren? Warum halten sie dich davon ab, aufzuwachen?« Hypnos heißt die Stimme. Eine neue Technologie, welche mit im Koma liegenden Menschen kommunizieren kann. Seit Jahren liegt die Frau hier schon, dies ist die letzte Möglichkeit, sie zu erreichen, sie zurückzuholen.
Lovecrafts Weltekel, Prophetie einer heillosen Moderne, gerann in abstruse Visionen, Arien des Wahns, Rassismus und in der Haßliebe zu allem Vitalen. Jene Schrecken aus äußeren Welten – wie weit sind sie noch von unserer aufgedunsenen Zivilisation, jenem feuchten Alptraum Schopenhauers und Houellebecqs entfernt?
Die Unsicherheit darüber, ob mein Gegenüber ein Mensch ist oder eine Maschine, ist auf sozialen Plattformen bereits jetzt alltäglich. Was tut sich also in unserer Gefühlswelt, wenn wir uns vor der Einsamkeit nur mit noch mehr Technik verschanzen? Wo bleibt die Zivilgesellschaft im Cyberspace? Wilke Weermann stellt sich in seinem Stück diesen und anderen drängenden Fragen unserer voranschreitenden charakterlichen Digitalisierung.
Was bedeutet im Zeitalter der manipulierten Bilder und Gesichter eigentlich noch der Begriff Schönheit?
Wilke Weermann beleuchtet unseren Schönheitsbegriff im Schatten des heutigen durch Social Media geprägten Körperkults und interpretiert einen der bekanntesten Romane der Moderne neu: Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde (1854 – 1900).
Wilke Weermann spielt mit den dystopischen Zukunftsentwürfen der Unterhaltungsmedien und den Genres und Ästhetiken von Science Fiction, Manga und frühen Videospielen. Dahinter steckt zentral eine drängende Frage: Was geht verloren in einer Welt, in der scheinbar alles immer nur besser wird?
Schauspiel Leipzig, 2026
nach Oscar Wilde
Staatstheater Stuttgart, 2026
von Elfriede Jelinek
Theater Münster, 2025
Staatstheater Stuttgart, 2025
von Heinrich von Kleist
Theater Münster, 2025
von Georg Büchner
E.T.A. Hoffmann Theater, Bamberg, 2025
Wilke Weermann nach Edgar Allen Poe
Theater Aachen, 2024
von Wilke Weermann
Schauspiel Frankfurt, 2024
von Sybille Berg
Theater Münster, 2024
von Raphaela Edelbauer
Deutsches Theater Berlin, 2024
von Kim de l'Horizon
E.T.A. Hofmann Theater, Bamberg, 2023
Theater der jungen Welt, Leipzig, 2023
von Sam Max
E.T.A. Hofmann Theater, Bamberg, 2023
von Wilke Weermann
Schauspiel Frankfurt, 2022
von Philipp Gärtner
E.T.A. Hoffmann Theater Bamberg, 2021
von Rafael Spregelburd
Staatstheater Kassel, 2020
von Wilke Weermann
Staatstheater Kassel, 2019
von Wilke Weermann
Deutsches Theater, Berlin, 2019
von Wilke Weermann
Theater Basel, 2018
von Wilke Weermann
Uraufführung
Staatstheater Kassel, 2018
nach Ray Bradbury
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg
Staatstheater Stuttgart, 2018
Eingeladen zum Festival radikal jung 2018
von Wilke Weermann
Eine Produktion vom Kollektiv FEINSTAUBALARM
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Ludwigsburg
Volkstheater Rostock, 2017
von Friedrich Schiller / Wilke Weermann
Regie: Wilke Weermann und Annika Schäfer Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Ludwigsburg
Theater Augsburg, 2017
von Wilke Weermann nach Ernst Toller
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Ludwigsburg
Thalia Theater Hamburg
Eingeladen zum Körber Studio Junge Regie, 2017
Kurzfilm von Wilke Weermann
Diverse internationale Festivals, u. a. Brussels Short Film Festival (International Competition NEXT GENERATION), New Renaissance Film Festival Amsterdam (Nominierung Best Actor: Nils Malten), Watersprite Film Festival (Best Production Design), Imagine Film Festival Amsterdam (Competition for the Silver Méliès for the Best European Fantastic Short Film), Bundes.Festival.Film Mainz (Nominierung deutscher Jugendfilmpreis). 2016
von Wilke Weermann nach Friedrich Hebbel
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Ludwigsburg Nibelungenfestspiele Worms, 2015
von Wilke Weermann
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Ludwigsburg
Theater Rampe Stuttgart
Erholungshaus Leverkusen
Regiewettbewerb Versionale Leverkusen, 2015