Nationalstraße: Kinostart für Jaroslav Rudiš

NATIONALSTRAßE - der kurze Roman des tschechischen Erfolgsautors Jaroslav Rudiš geriet auch als Theaterstück zum großen Erfolg.Eine lakonische Tragikomödie über den tschechischen Antihelden »Vandam«, ein Kind der Prager Vorstadt, ein Wutbürger unserer Zeit.

Nun ist daraus ein Film geworden. Jaroslav Rudiš hat das Drehbuch für den Film zusammen mit dem tschechischen Regisseur Štěpán Altrichter geschrieben. 

In diesem »breitbeinigen wie poetischen Film« (WAZ) wollen Jaroslav Rudiš und sein Regisseur Štepán Altrichter »das Leben so zeigen, wie es ist: uneindeutig, Tragisch. Romantisch. Traurig. Und lustig!«

Seine Premiere feierte der Neunzigminüter beim diesjährigen Filmfestival Cottbus. Ab dem 11. Juni 2020 ist Nationalstraße auch in deutschen Kinos zu sehen.

Hier können Sie den Trailer zum Film sowie einen Beitrag aus »Titel Thesen Temperamente« (in der ARD-Mediathek) sehen. 

Gockels Beethoven auf 3sat

Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens plante das Staatstheater Mainz ein aufwändiges spartenübergreifendes Projekt, Anfang Mai sollte die Uraufführung im Großen Haus stattfinden. Wegen der Coronapandemie mussten die physischen Proben eingestellt, die Premiere abgesagt werden. Das Theater reagierte schnell, Regisseur Jan-Christoph Gockel und Generalmusikdirektor Hermann Bäumer stellten sich der neuen Herausforderung, gestalteten die Proben um und überarbeiteten das Konzept. Mit den Sendern  ZDF und 3sat konnten kurzfristig Kooperationspartner gefunden werden. Entstanden ist eine außergewöhnliche Premiere: eine Theatervorstellung für das Fernsehen. In einer fantastischen Bühne von Julia Kurzweg spielen Annika Baumann, Michael Dahmen, Vincent Doddema, Rüdiger Hauffe und Michael Pietsch samt seiner fantastischen Puppen.

Štormans Sommer in Stuttgart

Unter dem Motto ›quick & dirty‹ zeigt die Oper Stuttgart kurzfristig Paul Abrahams ›Die Blume von Hawaii‹. Marco Štorman inszeniert unter Corona-Bedingungen, die Spielregeln sind klar: Nicht länger als 70 Minuten, maximal 5 Darsteller*innen, 10 Tage Proben, 3 Aufführungen, im Stuttgarter Hafen. ›Die Insel ist ein theatraler Raum‹, schreibt Judith Schalansky in ihrem Atlas der abgelegenen Inseln. ›Alles, was hier geschieht, verdichtet sich beinahe zwangsläufig zu Geschichten, zu Kammerspielen im Nirgendwo, zum literarischen Stoff.‹ Mit Motiven aus Paul Abrahams 1931 uraufgeführter Jazz-Operette startet Marco Štorman gemeinsam mit Fiorella Hincapié und Moritz Kallenberg, Natalie Karl und Matthias Klink sowie Martin Bruchmann und Mitgliedern des Staatsorchester Stuttgart auf einem Floß eine Reise in die imaginäre Südsee, an einsame Traumstrände mit Kokospalmen und das melancholische Fernweh der Operette. Damit setzt die Oper Stuttgart nach NIXON IN CHINA die Zusammenarbeiten mit dem Regisseur Marco Štorman fort, der in der Spielzeit 2020/21 mit ›Schumanns Faust‹ ins Opernhaus zurückkehrt. Aloha!

»Warten auf Tränengas« von Sauter & Studlar

WARTEN AUF TRÄNENGAS reflektiert die Instabilität und Unattraktivität institutioneller Demokratie und deren Herausforderung durch allzu vitale, populistisch effekthaschende Gemeinschaftsversprechen. Dabei verfolgen die Autoren  die Zersetzung der Strukturen politischer Auseinandersetzung zugunsten einer emotionalisierten, von sich selbst überzeugten Politik im Namen einer selbsternannten Mehrheit. Mit einem kleinen Cast gelingt es Sauter und Studlar, das komplexe Spannungsgeflecht eines gesellschaftlichen Umbruchs zu skizzieren.

Neuigkeiten
Seymour. Der Film

Das Staatstheater Darmstadt wollte in Zeiten des Corona-Lockdowns etwas anderes wagen, als zu streamen und produzierte einen Film aus Anne Leppers SEYMOUR unter der Regie von Matthias Rippert. Die Deutsche Bühne meint: »Das Staatstheater Darmstadt kann Cinema, mit beachtlich tragikomischem Gehalt.«

Lydia Haider gewinnt beim Bachmannpreis

Wir freuen uns sehr, daß Lydia Haider ab sofort vom Theaterverlag schaefersphilippen vertreten wird. Herzlich Willkommen, Lydia!
Dieses Jahr fanden die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur digital statt. Lydia wurde für ihren Text »Der große Gruß« mit dem BKS Bank Publikumspreis ausgezeichnet. 
Wir gratulieren!

Tabori-Auszeichnung an Anta Helena Recke

Gratulation an Anta Helena Recke. Der Tabori-Preis ist die deutschlandweit höchstdotierte Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste. Mit dem Preis ehrt der Fonds Darstellende Künste »eine kontinuierliche künstlerische Arbeit mit hoher bundesweiter und internationaler Ausstrahlung, die zudem inhaltlich relevant und in Format oder ästhetischer Handschrift wegbereitend war und ist«. Mit den Tabori Auszeichnungen werden »experimentelle Formate von Künstler*innen und Gruppen« bedacht, die durch »ein bedeutendes Upcoming oder durch kontinuierliche Entwicklungen eines eigenständigen ästhetischen Formates überzeugt haben«.

Bochumer Short Cuts mit Katja Brunner, Anne Lepper und Björn Bicker

Das Bochumer Schauspielhaus hat 14 Dramatiker*innen beauftragt, für das gesamte Ensemble szenische Miniaturen zu schreiben, die vom pandemischen Jetzt handeln. Entstanden ist eine Episodencollage für den virtuellen Raum, ein schillerndes Wimmelbild unserer Zeit: Short Cuts aus Bochum. Szenische Miniaturen für das Bochumer Ensemble von Björn Bicker, Katja Brunner, Anne Lepper u.a.  Ab 19. Mai online – wöchentlich mit drei neuen Folgen auf der Website und den Social Media-Kanälen des Schauspielhaus Bochum. 

Rüping inszeniert Dekalog für den digitalen Raum

Christop­her​ Rüping nimmt Krzysztof​ Kieślow­skis Episodenfilme DEKALOG  als Vorlage für ein The­aterprojekt ohne The­ater und ver­lagert seine Inszenierung (nach Motiven einer Inszenierung am Schauspiel Frankfurt 2013714) ins In­ternet – und damit die Funktion des Theaters, durch Anschauung und Spiel den mora­lischen Kompass zu schärfen​ und sich gemeinsam über Werte und​ Maßtäbe zu verständigen. In den zehn Folgen seiner Theaterinszenierung für den digitalen Raum wird er in den nächst­en drei​ Wochen zusa­mmen mit dem Ensemble des Schauspielhaus­es Zürich fragen, wa­s​ richtig und was​ falsch ist. Sie di­rekt wird er fragen. Sie, das Publikum. Und​ Sie werden antw­orten können und ent­scheiden. Und Sie wer­den sehen, welche​ Konsequenzen Ihre Ent­scheidungen haben. Wie im echten Leben. Oder eben im​ Intern­et. Aber wo ist da schon der Unterschied. Die erste Folge ist ab dem 17. April 2020 online, weitere 9 folgen bis zum 3. Mai.

Gerty-Spies-Literaturpreis für Milo Rau

Der Gerty-Spies-Literaturpreis geht im Jahr 2020 an Milo Rau. »Die Jury wählte Milo Rau aus, weil er wie kein anderer Kunst, Literatur und Politik verbindet«, heißt es in der Begründung der Jury. Zu den bisherigen Preisträger*innen zählen u. a. Navid Kermani, Juli Zeh, Günter Wallraff, Eva Menasse und Christoph Hein. Milo Rau ist der erste Regisseur und Dramatiker, der mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet wird.