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9/26 – Das Oktoberfestattentat
Autor*innen:
Kategorie:
Theater, Rechercheprojekt
UA/DEA:
UA: 25.09.2020, Münchner Kammerspiele

Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Und erst jetzt, 40 Jahre später, rücken die Erzählungen der Betroffenen ins Zentrum. Vielstimmig erzählt »9/26 – Das Oktoberfestattentat« die Geschichten der Opfer des Anschlags vom 26.9.1980. Christine Umpfenbach erforscht unseren Umgang mit Erinnerung und Wahrnehmung von Wirklichkeit. Vor allem aber konzentriert sich das Projekt auf die persönlichen Folgen, die solche Anschläge haben – und wie wir als Gesellschaft mit den Opfern rechter Gewalt umgehen.

Am Ball. Wider erbliche Schwachsinnigkeit
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 03.12.20, Schauspielhaus Wien

Eine junge Frau besucht den freiheitlichen Akademikerball im imperialen Prunkbau der Hofburg: Sie durchschreitet sieben Räume, von der Feststiege über den Festsaal bis zur Toilette und hinab in den Rauch-Keller. Und erlebt einen Splatter-Trip. Einen gewaltvollen, orgiastischen Cut der Erbfolge der Schwachsinnigkeit. 

Dokumentation und Horror – hier wird beides real: Lydia Haider verschreibt sich rücksichtslos der größtmöglichen Transparentmachung des so streitbaren, von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerballs.

Angstbeißer
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 27.02.2020, Schauspielhaus Wien

Wilke Weermanns Figuren beherrschen die Sprache der Einsamkeit, den Code der Zweckgemeinschaft. Zum Fixpunkt ihrer verloren gegangenen Gespräche werden die anonymen Anderen. Ein gutes Gefühl, daß da noch jemand ist, nach dem man treten kann. Jede lakonische Beleidigung, jede Aussage, die ein kleines Bißchen zu weit geht – das wird man doch wohl noch … –, erzeugt ein leichtes Kribbeln und verspricht eine kurzfristige Linderung von der Enttäuschung, die das eigene Leben bereithält. 

Anschluß
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: März 2021, Staatsschauspiel Dresden

ANSCHLUß handelt von vier Männern, die warten: auf die Liebe, Vergebung, den Tod oder einen Neuanfang. In ihrer Tragik sind sie komisch und traurig zugleich und philosophieren über Grenzen, Liebesbriefe und Wildschweine aber auch über alte Werte, die nicht mehr gültig sind,  Anstand, den es nicht mehr gibt und Anschluss an etwas, das so nicht mehr existiert. 

 

Beuys´ Küche
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
Noch frei zur UA

Kein biographisches Stück, sondern eine Vielfalt an Stimmen: Nicht nur die Kanzlerin und Gudrun Ensslin, auch Galeristen, der Maler Felix Nussbaum, der Künstler Heinrich Vogeler, Andy Warhol - sie alle setzen sich mit Beuys´ Wirken auseinander: die Verschmelzung von Kunst und Politik, die Abwendung von der Kirche anhand des fordernden Dialogs und die ständig brennende Frage nach dem Mensch-Sein selbst.

Ein Feld im Frühling
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
noch frei zur UA

In einer verrückten Mischung aus Survival, Heimatfilm und unerklärlichem Delirium bewegt sich eine Gruppe auf mysteriöser Misson voran und kommt doch nicht vom Fleck. Man sucht einen geflüchteten Geflüchteten, aber dieser bleibt nicht nur physisch verschwunden, sondern auch auf andere Weise abwesend. Denn all diese vermeintlich Helfenden kreisen ausschließlich in ihrem jeweils eigenen Kosmos.

Das Herz der Krake
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: Frühjahr 2021, Deutsches Theater Berlin

DAS HERZ DER KRAKE ist mehr als ein engagierter Schlagabtausch eingespielter Positionen. Mit geradezu furchteinflößender Gelassenheit dringt Stockmanns Text in die Widersprüchlichkeit und die Scham der Geschichte und seiner Figuren und zeichnet ein häßliches, ein bisweilen angstmachendes Bild deutscher Gegenwart, heimgesucht von einem Haß ohne Erinnerung, der laut tönt und doch keine Worte findet.

Der Hund
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
noch frei zur UA

Wüst, brutal, sinnlich: Akiz erzählt die Geschichte eines Underdogs auf dem Weg in die Sterneküche – ein neuer Sound in der deutschen Literatur.

Der Hund ist ein Ausnahmetalent. Ein Waisenjunge, halb verhungert aus einem Kellerloch gekrochen, der kochen kann, daß es einem das Herz zerreißt. Und er ist für Mo wie ein Bruder. Als sie beide im Restaurant El Cion anfangen, steigt der Hund in den Olymp der Sterneküche auf. Akiz erzählt die Geschichte zweier Underdogs, ohne Luft zu holen, in überschäumendem Sound. Ein brachiales, unvergeßliches Debüt, das mit voller Wucht auf die Explosion zusteuert. Ein großartiger Stoff für einen dialogstarken Theaterabend in kleiner Besetzung.

Hypnos
Autor*innen:
Kategorie:
Theater, Hörspiel
UA/DEA:

Im Zugabteil, Rauschen. Und da ist diese Stimme, schlecht zu hören durch das Bordradio. »Bitte, wachen Sie auf«. Immer wieder wird die Stimme durch die Mitreisenden oder das Bordpersonal unterbrochen, verschwimmt wie die Landschaft hinter den Fenstern. »Warum wollen sie dich davon abhalten, mehr zu erfahren? Warum halten sie dich davon ab, aufzuwachen?« Hypnos heißt die Stimme. Eine neue Technologie, welche mit im Koma liegenden Menschen kommunizieren kann. Seit Jahren liegt die Frau hier schon, dies ist die letzte Möglichkeit, sie zu erreichen, sie zurückzuholen.

Jeeps
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 2020 Münchner Kammerspiele

Mit ihrem Text JEEPS setzt die Autorin und Regisseurin Nora Abdel-Maksoud an einem tiefen sozialen Sicherheitsbedürfnis an. Sie verhandelt die strukturellen Bedingungen einer Gesellschaft, in der Klassenunterschiede gleichzeitig wirken und negiert werden. Mit satirischer Zuspitzung und Präzision seziert Abdel-Maksoud unser Denken und Handeln auf Basis von Kontoständen, Testamentseröffnungen und gefühlten Bedrohungen.

Die Kunst der Wunde
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 09.01.2021, Schauspiel Leipzig

Katja Brunner geht es diesmal um Würde und Ethik, um Identität und Politik. Sieben Mediziner*innen, Mütter*, Marius I und II, Kevin, ein Chor, ein Klappergestell: das Inventar des Stücks, das sich um einen Felsen, der atmet und also irgendwie lebt, bewegt. Das Erziehen und Anpassen, das Vergleichen und Perfektionieren, die Konstruktion der Identität beginnt direkt mit der Geburt – doch Katja Brunner liefert Gebrauchsanweisungen für das richtige Leben im Falschen, für Wundpflege, Staatspflege, Felswerdung und Selbstwerdung.

Tell - Eine wahre Geschichte
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: Februar 21, Theater Luzern

Im Sommer 2020 reist der Regisseur Franz von Strolchen in einem alten weißen Postbus um den Vierwaldstättersee, um jene Orte zu besuchen, die in der Sage von Wilhelm Tell Erwähnung finden. Die gesammelten Berichte und Interviews sind Grundlage einer «Tell»-Adaption, die den Schweizer Gründungsmythos als eine moderne Vater-Sohn Beziehung erzählt. Der berühmte Apfelschuss wird zum Sinnbild für eine archaische Herausforderung, die der Held der Geschichte alleine gar nicht bewältigen kann.

Warten auf Tränengas
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: 13.02.2020, Theater Kosmos, Bregenz

WARTEN AUF TRÄNENGAS reflektiert die Instabilität, die Langeweile und die Unattraktivität institutioneller Demokratie und deren Herausforderung durch allzu vitale, populistisch effekthaschende Gemeinschaftsversprechen. Dabei setzen die Autoren nicht auf moralische Urteile, vielmehr verfolgen sie die Zersetzung der Strukturen politischer Auseinandersetzung zugunsten einer emotionalisierten, von sich selbst überzeugten Politik im Namen einer selbsternannten Mehrheit. Mit einem kleinen Cast gelingt es Sauter und Studlar, das komplexe Spannungsgeflecht eines gesellschaftlichen Umbruchs zu skizzieren.

werther.live
Autor*innen:
Kategorie:
Live-Stream
UA/DEA:
UA: November 2020

Die Leiden des Jungen Werther, geschrieben 1774 von Johann Wolfgang von Goethe, diente dem Kollektiv punktlive als Vorlage für »werther.live«. Sie haben das Stück für die virtuelle Gegenwart adaptiert und fusionieren Theater mit Social Media und Film: Ebay statt Tanzball, Skype statt Spaziergang im Wald.
Lotte und Werther verlieben sich auf eBay Kleinanzeigen, und obwohl sie sich nie persönlich begegnet sind, bringt das Lottes langjährige Beziehung ins Wanken. Wie verhandelt Werther im 21. Jahrhundert sein Leid, und seine Gedanken zum Freitod? Und wie gehen seine Freunde damit um, dass er ihnen immer mehr entgleitet?

Zertretung - 1. Kreuz brechen. Also alle Arschlöcher abschlachten
Autor*innen:
Kategorie:
Theater
UA/DEA:
UA: Juni 2021, Volkstheater Wien

Was, wenn wir nicht mehr wissen, wer jetzt die Guten und die Bösen sind, oder die Schützenswerten, oder die, die zu vernichten sind? In diesem Stück ist es so. Was passiert hier? Ist es Willkür?
Darf man* das?